Sanfte Dominanz
25. Juni 2007 | Von Asfaloth | Kategorie: Asfaloths Gedankenauslauf
In einigen Berichten und Geschichten über erotische Erlebnisse habe ich einige Szenen beschrieben, die auf den ersten Blick mit dem Begriff BDSM in Berührung kommen…
Es sind Szenen, in denen die Frau bereit ist , einen grossen Teil ihrer Kontrolle aufzugeben… in denen sie vielleicht gefesselt ist… oder die Augen verbunden hat….oder beides….
Dieses Szenen scheinen eine eigene Art der Energie zu besitzen, wie ich durch die Reaktionen darauf erfahren durfte… es scheint für einige…und zwar männlich und weiblich… sehr faszinierend zu sein, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen….
Was ich hier schildere, sind aber.. dies sei vorausgeschickt… meine persönlichen Eindrücke und Gedanken zu dem Thema… meine Art, damit umzugehen und es zu praktizieren….
Es gibt andere Bedürfnisse..es gibt andere Sichtweisen…. Entscheidend sind lediglich nur, dass zwei Menschen, die sich aufeinander einlassen… weitgehend deckungsgleich darin sind…. das ist das einzige Muss… alles andere ist eine Frage der persönlichen Ausrichtung…..
Was ist nun meine, eigene Sicht….
Ich habe dazu den Begriff „Sanfte Dominanz“ gewählt.. und möchte mich eigentlich damit zum Begriff BDSM abgrenzen….
Darauf gekommen bin ich ich durch einen Dialog im Chat, bei dem es über den Reitsport und Pferden zu Reitpeitschen kam und eine der Damen, die ich hier im Forum sehr gerne treffe, meinte, ich müsse mich ja wohl neben dem Reiten sehr gut auch mit den Peitschen auskennen.
Zuerst hatte ich den Zusammenhang nicht ganz verstanden, aber ihr Hinweis auf eben jene Geschichten lies mich darauf kommen, dass sie mich auch in den Bereich der BDSM einordnete… so weit, so gut…
An anderer Stelle tauchte in entsprechenden Dialogen ..sei es Shoutbox… seien es Kommentare oder Chat…. immer wieder wieder teilweise ernster, teilweise scherzhafter auf, dass Fesselungen und Peitschen, Unterwerfung, Schläge, vielleicht sogar leichte Schmerzen anscheinend unmittelbar zusammengehören….
Warum habe ich aber das Gefühl, dass das in meiner Art, diese Spielart der Erotik zu praktizieren, nicht so ist….
Tatsache ist, ich bin nicht devot…. ich kann mit einer Domina nichts anfangen…. aber ich kann auch mit dem, was man unter Unterordnung, Erniedrigung versteht, nichts anfangen…. ebenso wenig mit Schmerzen… sei es nun bei mir oder anderen…
Was ist es nun, dass mir liegt…. ?
Sanfte Dominanz……
in dem Begriff steckt natürlich Dominanz… und das bedeutet, in gewissem Sinne eine gewisse Macht auf jemanden auszuüben, der Führende zu sein, derjenige, der bestimmt, was geschieht…
Dies ist für den männlichen Part ein sehr intensives Gefühl… etwas atavistisches liegt darin, uraltes, Macht ausüben, letztendlich Besitz zu ergreifen…aber es gibt einen wesentlichen Unterschied !!!
Es hat in keinster Weise etwas mit Erniedrigung oder Demütigung zu tun, im Gegenteil…. !!
Dazu braucht es eine Partnerin, die selbstbewusst ist und mir auf gleicher Augenhöhe begegnet…. und genügend Vertrauen besitzt in sich selbst ……und in mich, den Partner für diese Stunden oder dieses Nacht…. genügend Vertrauen, die Führung über das Geschehen abzugeben und sich führen zu lassen…
Aber ….. sich nicht aufzugeben ganz und gar, denn dies bedeutet auch, sich nicht mehr wahrzunehmen… doch das wahrnehmen der eigenen Gefühle und Empfindungen ist das allerwichtigste dabei…
Nein, es geht lediglich um das aufgeben der Kontrolle über das Geschehen ….Das aufgeben einer Kontrolle kann nämlich auch Entspannung bedeuten, sich lösen zu können vom äusseren und sich die Möglichkeit zu verschaffen, sich auf das innere Erleben zu konzentrieren…. sich nicht davon ablenken zu lassen, wie man selbst auf den anderen wirkt, was er empfindet… nur wahrnehmen…. und damit den weg freizumachen für Erotik aus dem tiefsten Inneren….
Es ist ein Spiel… und es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen… doch letztendlich sollte dies so selbstverständlich sein, dass im besten Falle die Regeln sich automatisch ergeben. Es geht eine Verantwortung mit einher…Verantwortung die es erfordert, dass ich als aktiver Part immer instinktiv weiss, wie weit das Spiel gehen kann… ohne nachzufragen…aus einer gewissen eigenen Sensibilität heraus, die auch unbedingt notwendig ist.
Vielleicht ein Beispiel:
ich habe einige Berg-und Gletschertouren gemacht… wenn jemand die Führung übernimmt, dann muss nicht eigens festgelegt werden, dass der Führer den besten Weg sucht… nur so weit geht, wie die oder der Begleiter auch zu gehen imstande ist ..oder auch abbricht, wenn das Risiko zu hoch erscheint..
Dies ergibt sich automatisch und derjenige, der sich führen lässt, muss sich blind darauf verlassen können, ansonsten tritt man die Tour nicht an…
Doch…..bleibt die eigene Lust und Erotik dabei nicht auf der Strecke ?
Im Gegenteil….sie lebt von der wahrgenommen Lust der Frau vor mir…. von der Befriedigung, dass sie sich in meine Hände begibt, mir dieses Vertrauen schenkt…und sich mit jeder lustvollen Zuckung, jedem erotischen Laut verstärkt, den ich hervorrufen kann…… Lust, die ich ihr schenken kann….
Und wir beide zuletzt es zulassen können… dass sie sich wieder mir zuwenden kann und meiner Lust…und wir beide dann am Ende zusammen gemeinsam die Kontrolle abgeben können und uns in einem gemeinsamen letzten Höhepunkt finden….
Nun…. es ist kein Dogma oder ein Fetisch, was ich hier beschreibe… es ist durchaus nicht so, dass ich es ausschliesslich auf dieses Weise haben möchte oder nur auf diesem Wege zur Befriedigung komme…… alles hat seine Zeit und seinen Ort und ist abhängig von den beiden, die dieses Spiel spielen möchten…. es gibt anderes und andere finden auch andere Spiele…
Doch eines ist immer gleich….. es gehören zwei dazu und es kann nur dann funktionieren, wenn beide dasselbe Spiel gleichzeitig spielen wollen…..
wunderschön es aus sicht eines Mannes zu lesen….und wie schon dass die vielen Klischees hiermit gebrochen werden…..
Danke Asfa. Du sprichst mir aus der Seele.
Deine Kimi
Nach langer Zeit nochmal gelesen…
… diese Faszination ist ungebrochen….
Sehr gut beschrieben!
Hallo das hier könnte ich geschrieben haben , du schreibst mir aus der Seele