Erziehungsfragen

21. Oktober 2008 | Von Ariane | Kategorie: Ariane de Saint Phallus

This Be the Verse

They fuck you up, your mum and dad.
They may not mean to, but they do.
They fill you with the faults they had
And add some extra just for you.

But they were fucked up in their turn
By fools in old-style hats and coats,
Who half the time were soppy-stern
And half at one anothers’s throats

Man hands on misery to man.
It deepens like a coastal shelf.
Get out as early as you can,
And don’t have any kids yourself.

Philip Larkin
PS: Dieses schon einmal von mir gepostete Gedicht ist aus mir unerfindlichen Gründen in der Rubrik “Worte, die mir nahe gehen” nicht mehr auffindbar.

4 Kommentare auf "Erziehungsfragen"

  1. Asfaloth sagt:

    Auch wenn ich persönlich mir die letzte Zeile zu eigen mache, erlaube ich mir, Khalil Gibran entgegenzusetzen….

    Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
    Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht
    des Lebens nach sich selber.
    Sie kommen durch euch,
    aber nicht von euch,
    und obwohl sie mit euch sind,
    gehören sie euch doch nicht.
    Ihr dürft ihnen eure Liebe geben,
    aber nicht eure Gedanken,
    denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
    Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben,
    aber nicht ihren Seelen,
    denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
    das ihr nicht besuchen könnt,
    nicht einmal in euren Träumen.
    Ihr dürft euch bemühen,
    wie sie zu sein,
    aber versucht nicht,
    sie euch ähnlich zu machen.
    Denn das Leben läuft nicht rückwärts,
    noch verweilt es im Gestern.
    Ihr seid die Bogen,
    von denen eure Kinder
    als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
    Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
    und Er spannt euch mit Seiner Macht,
    damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen.
    Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen
    auf Freude gerichtet sein;
    denn so wie Er den Pfeil liebt, der fliegt,
    so liebt Er auch den Bogen, der fest ist.

  2. Ariane sagt:

    Danke für diesen schönen Kommentar Asfa… obwohl: entgegensetzen? Dein Gedicht enthält in gewisser Weise den Leitfaden; meins die normative Kraft des “Faktischen”. Ergänzt sich doch prima!

  3. Asfaloth sagt:

    Danke…war auch nicht konfrontativ gedacht….. ;-)

  4. hasenherz sagt:

    Philip Larkin: verstörend, weil so realistisch in seiner Beschreibung und in seiner Konsequenz. Geschrieben aus eigenem Erleben? Deswegen nachvolziehbar pessimistisch. Normative Kraft des “Faktischen”? Hoffentlich nicht!!!! Endzeitstimmung. Kahlil Gibran: philosophisch, lebensbejahend und wunderschön. Geschrieben aus der Sicht des “Wegweisenden”, der aber ähnliches erlebt haben könnte wie ersterer, woher sonst die Intention? Zieht aber einen anderen Schluß. Entgegengesetzt? Nur in der letzten Konsequenz.
    Wunderbare Gegenüberstellung. Danke!

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