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Vollständige Version anzeigen : Doppelmoral


Lucy
03.10.10, 14:50
Dieser offene Brief wurde von einer lieben Kollegin bei Sexworker veröffentlicht und interessiert hier vielleicht auch den einen odere anderen. Er ist an die firma Fun Factory gerichtet:

Sehr geehrter Herr Bauer,

vor einigen Tagen hatte ich ein kurzes Gespräch mit einer Ihrer Angestellten im Berliner "Fun Factory"-Store am Hackeschen Markt über die Haltung Ihres Unternehmens zum Thema Sexarbeit. Ich nehme dies zum Anlass, Ihnen zu schreiben.

Ausgangspunkt war meine Frage an die angestellte Dame, ob ich in der Filiale ein paar Flyer für ein Filmfestival auslegen könne, das die Berliner Hurenorganisation Hydra e.V. (die Ihnen vielleicht ein Begriff ist) anlässlich Ihres 30. Jubiläums veranstaltete. Thematisch schien mir das sehr passend. Die Dame sah sich die Flyer an und meinte, das Wort "Hure", das darauf relativ prominent zu lesen war, stelle ein Problem dar. Wenn sie diese Flyer auslegen würde, bekäme sie Ärger mit der Unternehmensleitung – also mit Ihnen. Es sei ausdrückliche Unternehmenspolitik der Firma Fun Factory, jegliche Berührung mit dem Thema Sexarbeit zu vermeiden. Ich erwiderte, dass ich diese Haltung bedauerlich fände, da sicher auch viele SexarbeiterInnen bei "Fun Factory" einkauften. Darauf entgegnete die Mitarbeiterin, das glaube sie nicht, da Ihre Spielzeuge ja "sehr hochpreisig" seien. Des weiteren verwies sie mich an die Unternehmensleitung, wenn ich weitere Anmerkungen oder Nachfragen zur Geschäftspolitik hätte.

Da mich die Auskünfte Ihrer Angestellten sowohl überrascht als auch sehr geärgert haben, schreibe ich Ihnen. Nicht, dass ich keine Flyer auslegen konnte, ärgerte mich, sondern dass ich erfahren musste, dass ein großes deutsches Unternehmen der Erotikbranche wie Ihres, das sich den Anstrich eines selbstbewussten, emanzipierten und modernen Umgangs mit Sexualität gibt, es dennoch nötig zu haben meint, sich von Sexarbeit abzugrenzen – offenbar um sich als etwas "Besseres" darzustellen. Das Bemühen, die Erotikbranche vom Schmuddelimage zu befreien, geht damit auf Kosten derer, die von der Gesellschaft am stärksten stigmatisiert und diskriminiert werden.

Ihr Geschäftskonzept beruht auf der Prämisse, dass es nicht verwerflich ist, Menschen zu einer erfüllten Sexualität zu verhelfen und damit Geld zu verdienen. Daher halten es Unternehmen wie das Ihre nicht länger für nötig, sich zu verstecken, ihr Geschäft in abgedunkelten Läden abzuwickeln und verschämt schwarze Tüten an die Kunden zu verteilen. Ich finde das sehr begrüßenswert. Warum aber wird Sexarbeit noch immer mit ganz anderen Augen betrachtet? Ich glaube, dass sich eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber Sexualität nicht mit der moralischen Verurteilung von (selbstbestimmter) Sexarbeit vereinbaren lässt. Da Ihr Unternehmen eine solche sex-positive Haltung nach außen vertritt, sehe ich in der Abgrenzung von Sexarbeit eine Tabuisierung, die letztlich die gesellschaftliche Doppelmoral gegenüber Sexarbeit bejaht und Sexarbeit als unmoralisch oder anrüchig in die Schmuddelecke abschiebt - bzw. dort belässt. Mit dieser Tabuisierung und Sonderbehandlung des Themas Sexarbeit tragen Sie mit zur gesellschaftlichen Stigmatisierung von SexarbeiterInnen bei.

Dass gerade Huren sich Ihre "hochpreisigen" Toys nicht leisten könnten, ist ja eine eher absurde und widersinnige Idee. Ich finde es mehr als fragwürdig, dass Sie einen Teil Ihrer Kundschaft verleugnen, weil ihr Beruf gesellschaftlich noch immer nicht salonfähig ist. SexarbeiterInnen sind auf dem Gebiet der sexuellen Freude die Profis und ExpertInnen. Sie verwenden Sextoys nicht nur privat wie andere Menschen, sondern auch professionell. Insofern wäre die Tatsache, dass SexarbeiterInnen bei Ihnen einkaufen, viel eher eine Qualitätsauszeichnung für Ihre Produkte als ein Schandmal, das Sie verbergen müssten.

Mit einer mutigeren und konsequenteren Position könnten Sie dazu beitragen, dass SexarbeiterInnen in Zukunft in der Öffentlichkeit zu Ihrem Beruf stehen können, ohne Diskriminierung fürchten zu müssen.

Wenn Ihr Unternehmen tatsächlich mit dem Thema Sexarbeit nicht in Verbindung gebracht werden will, ist das für mich ein Grund, in Zukunft nicht mehr bei Ihnen einzukaufen. Vermutlich wird es einigen meiner FreundInnen und KollegInnen ebenso gehen. Ich habe wenig Lust, eine Sextoy-Firma zu unterstützen, die mich als Kundin eigentlich gar nicht haben will, und die die oben beschriebene Doppelmoral mitträgt, die wir SexarbeiterInnen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft zur Genüge kennen und satt haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha
Unabhängige Hure und Escort, Berlin
Mitglied von Hydra e.V.

P.S.: Falls Ihnen Hydra e.V. nicht bekannt sein sollte, finden Sie hier weitere Informationen:www.hydra-ev.org

MC
03.10.10, 14:59
Kein Unternehmen ist verpflichtet Flyer mit dem Bezug zur Prostitution auszulegen. Auch nicht wenn es ein Geschäft für Dildos ist. Wo ist da das Problem?

Lucy
03.10.10, 15:01
es geht nicht um die auslegung der flyer, sondern um die haltung der firma gegenüber sexarbeitern. steht im brief.

lg lucy

MC
03.10.10, 15:07
Es geht ja darum was die Angestellte sagte, und zwar:
"Es sei ausdrückliche Unternehmenspolitik der Firma Fun Factory, jegliche Berührung mit dem Thema Sexarbeit zu vermeiden".
Das ist ja völlig ok denke ich?
Die andere Aussage:
"Darauf entgegnete die Mitarbeiterin, das glaube sie nicht, da Ihre Spielzeuge ja "sehr hochpreisig" seien."
Ich sehe da nicht dass dies die Meinung der Unternehmensleitung ist sondern wahrscheinlich die private der Angestellten.
Und da sie ja zudem erwähnte dass man besser die Unternehmensleitung fragen sollte (was ja nicht getan wurde, ausser jetzt den dramatischen Brief zu schreiben...), denke ich das hier aus einer Mücke ein Elefant gemacht wurde. Nur meine bescheidene private Meinung.

Lucy
03.10.10, 15:11
wie die unternehmensleitung von fun factory denkt, werden wir erfahren, wenn herr bauer antwortet.

lg lucy

Chiara
03.10.10, 16:06
Ich sehe da nicht dass dies die Meinung der Unternehmensleitung ist sondern wahrscheinlich die private der Angestellten.

Das könnte durchaus sein. Als gute Kauffrau oder -mann oder UnternehmerIn briefe ich mein Personal in der heutigen Zeit jedoch sehr gründlich, schon alleine um nicht mit dem AGG in Konflikt zu geraten. Es bleibt zu hoffen daß das nicht die Philosophie des ganzen Unternehmens ist und das nur die Meinung einer Einzelperson war.

DieVerkäuferin mag auch einen schlechten Tag gehabt haben, sie ist ja schließlich auch nur ein Mensch. Schlussendlich kann ihr Verhalten aber geschäftsschädigend gewesen sein. Ich weiß. Sowas passiert jeden tag und in vielen Geschäftsbereichen, aber mit ihren Begründungen hinterlässt das einen fahlen Nachgeschmack.

Thule
03.10.10, 16:50
P.S.: Falls Ihnen Hydra e.V. nicht bekannt sein sollte, finden Sie hier weitere Informationen:www.hydra-ev.org

Jetzt umzugsbedingt unter http://www.hydra-berlin.de/ zu finden.

Spannend wäre doch die Frage wieviel % des Gesamterlöses die Firma weiterhin über die Ladentische der Geschäfte mit den schwaren Tüten wandert.

Von der sicherlich ebenso spannenden Antwort mal abgesehen.

alfder
03.10.10, 19:52
Mit einer mutigeren und konsequenteren Position könnten Sie dazu beitragen, dass SexarbeiterInnen in Zukunft in der Öffentlichkeit zu Ihrem Beruf stehen können, ohne Diskriminierung fürchten zu müssen.



Genau das ist der Punkt...

... und es ist richtig, dass man bei Diskiriminierungen offensiv voran geht. Das Geld der Sexworkerinnen wird ja auch gerne genommen...

Bin auf die Antwort gespannt!

Vernatsch
04.10.10, 00:06
Es sei ausdrückliche Unternehmenspolitik der Firma Fun Factory, jegliche Berührung mit dem Thema Sexarbeit zu vermeiden.

Wenn das tatsächlich der Fall sein solte - dann muss die Firma auf der Stelle ihren Namen wechseln! Denn in dem Namen steckt der Begriff der "Sexarbeit": Arbeit wird in "Fabriken" geleistet. Ich denke bei Fun Factory weniger an Spaß, als vielmehr an Fabrik. Und bei Sexarbeit weniger an Sex, als vielmehr an Arbeit - also letztlich auch wieder an Fabrik. - Was also soll das für eine Spaßfabrik sein, in der Sexarbeiterinnen keinen Platz haben?

Ariane
04.10.10, 04:20
MC, bei allem Respekt, ich finde es schon sehr traurig, wenn sich für dich als Admin eines Freierforums nicht der Sinn des zitierten Briefes erschliesst und damit zeigt sich für mich zum wiederholten Male, dass du die Probleme und Nöte von Sexworkern, auch in Bezug auf ihre gesellschaftliche Stellung kaum nachvollziehen kannst.


Was die Mitarbeiterin betrifft; es gibt mehrere Mitarbeiterinnen der FF, die alle das gleiche sagen und sich auf die Firmenphilosophie berufen, also kein Hirngespinst einer einzelnen Verkäuferin.

jakob
04.10.10, 10:53
Die Situation ist nach meinem Dafürhalten ein wenig komplexer, als es hier herüber kommt.

Ich nehme einfach mal mich als Beispiel. Ich binde auch nicht jedem auf die Nase, dass ich sowohl privat als auch "geschäftlich" Kontakte mit Damen aus dem P6 Bereich pflege. Sehr wohl thematisiere ich das, in Kontexten wo das passt, gegenüber Leuten, denen ich glaube es "zumuten" zu können, denen ich also zutraue, sich mit deren eventuell vorhandenen Vorbehalte oder Vorurteile wenigstens auseinander zu setzen. Beispielsweise meiner Bänkerin, mit der ich mich öfter mal auch über das rein Geschäftliche hinaus austausche, habe ich von diesen Kontakten erzählt in Zusammenhängen, die hier jetzt allerdings nichts zur Sache tun.

Was will ich damit sagen? Ganz einfach, ich würde beispielsweise über die Auslage eines solchen Flyers bei uns im Besprechungsraum auch zumindest heftigst nachdenken und sicherlich nicht sofort "au ja" brüllen. Das hat nicht automatisch mit Abgrenzungen oder Vorbehalten zu tun. Vielmehr mit der Frage, ob der Abbau von Vorurteilen mit der "Holzhammermethode", also unvorbereiteter Konfrontation beliebiger Personen mit dem Thema, besser gelingt, als mit eher behutsamem Sensibilisieren von Personen, die für eine solche Sensibilisierung überhaupt empfänglich sind, bei denen also Vorurteile nicht manifestiert sind (bei letzteren ists ohnehin hoffnunglos!). Meine persönliche Lebenserfahrung sagt mir, dass die "Holzhammermethode" oft kontraproduktiv ist und sogar genau das Gegenteil bewirken kann (nicht muss, klar).

Damit meine ich keinesfalls, dass man bei diskriminierenden Äußerungen oder Verhaltensweisen "vorsichtig" sein sollte, in klaren Fällen ist m.E. eine ebenso klare Gegenaussage notwendig und geboten. Aber auch hier, mal ganz blöd gefragt, ich traue mich in aller Regel, und zwar im Leben und als Realperson, nicht nur in einem anonymen Forum. Wie schaut es bei Euch da eigentlich aus? Wenn ich so die teilweise geradezu panischen Ängste bezüglich der eigenen Realperson betrachte ....

Die Frage bei der Fun Factory ist also zunächst einmal, was die Motive der Weigerung sind. Es kann einerseits sein, dass das Unternehmen der Mehrzahl seiner Kunden schlicht nicht zutraut, sich ohne erhebliche Vorbehalte, wenn nicht gar Ablehnung, mit dem Thema auseinander zu setzen. Natürlich kann es ebenso sein, dass tatsächlich seitens der Unternehmensleitung selbst Vorurteile und Vorbehalte bestehen. Also zunächst einmal ein keineswegs klarer Fall im Sinne des vorstehenden Absatzes.

Hinzu kommt, dass die Unternehmensleitung durch den offenen Brief nunmehr in einer "loose-loose"-Situation ist. Wenn man dort selbst keine Vorbehalte hat, aber der Meinung ist, die Mehrzahl der eigenen Kunden seien "zu verspießt", wird man das wohl kaum in einer Antwort so formulieren, die vermutlich (ebenfalls) veröffentlicht wird. Denn man würde ja die eigenen Kunden öffentlich "beschimpfen". Ergo: keine aussagekräftige Antwort und folglich kriegt FF einen :buttkick:. Wenn man dort selbst Vorbehalte hat, gibts auch keine brauchbare Antwort, also sowieso :buttkick: (da jetzt natürlich verdient).

M.E. war der offene Brief zu diesem Zeitpunkt ein strategischer Fehler. Vielmehr wäre ZUNÄCHST eine direkte, nicht-öffentliche Kontaktaufnahme besser gewesen, insbesondere wenn bei der Geschäftleitung eben keine oder nur wenige (persönliche) Vorbehalte bestehen. Denn dann hätte man diskutieren können, wie möglicherweise gemeinsam (!) und behutsam das Thema der Förderung der Akzeptanz angegangen werden könnte. Dieser Weg ist vermutlich nunmehr verbaut.

Chiara
04.10.10, 10:53
Was die Mitarbeiterin betrifft; es gibt mehrere Mitarbeiterinnen der FF, die alle das gleiche sagen und sich auf die Firmenphilosophie berufen, also kein Hirngespinst einer einzelnen Verkäuferin.

Danke für die Beantwortung meiner Frage, Ariane. Wie alfder erwähnte wird unser Geld gerne genommen. Überall! Geld stinkt nicht und es ist ihm nicht anzusehen woher es kommt. Ob es aus meiner Tätigkeit im Pay6 oder aus meinem 9to5Job. Das stört in der Regel keinen. Aber glücklicherweise können wir frei darüber verfügen und uns selbst aussuchen, wo wir es loswerden wollen.:tanzen:

Bloßeinbesucher
04.10.10, 11:20
...

M.E. war der offene Brief zu diesem Zeitpunkt ein strategischer Fehler. Vielmehr wäre ZUNÄCHST eine direkte, nicht-öffentliche Kontaktaufnahme besser gewesen, insbesondere wenn bei der Geschäftleitung eben keine oder nur wenige (persönliche) Vorbehalte bestehen. Denn dann hätte man diskutieren können, wie möglicherweise gemeinsam (!) und behutsam das Thema der Förderung der Akzeptanz angegangen werden könnte. Dieser Weg ist vermutlich nunmehr verbaut.

Der Brief war ungeachtet der Höflichkeit im Ton gewiß nicht freundlich (das sind offene Briefe selten). Ein strategischer Fehler war er aber zwingend nur unter der Voraussetzung, daß man nur mit Freundlichkeit zum Ziel kommt. Das ist leider nicht so. Lucys Kollegin hat der Firma schlicht die Pistole auf die Brust gesetzt: Wenn wir keine Flyer bei euch auslegen dürfen, kaufen wir nicht mehr bei euch. Je nachdem, wie viele das sind, ist dieses Vorgehen erfolgversprechender als Behutsamkeit. Vielleicht war die Berechnung der Unternehmensleitung ja bislang: Mit Prostituierten machen wir zwar einen Großteil unseres Geschäfts, aber sie werden schon nicht mucken, wenn wir das aus Rücksicht auf die andere Kundschaft unterm Teppich halten. In diesem Fall wäre der offene Brief sogar das einzig richtige Vorgehen gewesen.

jakob
04.10.10, 11:39
Der Brief war ungeachtet der Höflichkeit im Ton gewiß nicht freundlich (das sind offene Briefe selten). Ein strategischer Fehler war er aber zwingend nur unter der Voraussetzung, daß man nur mit Freundlichkeit zum Ziel kommt. Das ist leider nicht so. Lucys Kollegin hat der Firma schlicht die Pistole auf die Brust gesetzt: Wenn wir keine Flyer bei euch auslegen dürfen, kaufen wir nicht mehr bei euch. Je nachdem, wie viele das sind, ist dieses Vorgehen erfolgversprechender als Behutsamkeit. Vielleicht war die Berechnung der Unternehmensleitung ja bislang: Mit Prostituierten machen wir zwar einen Großteil unseres Geschäfts, aber sie werden schon nicht mucken, wenn wir das aus Rücksicht auf die andere Kundschaft unterm Teppich halten. In diesem Fall wäre der offene Brief sogar das einzig richtige Vorgehen gewesen.

Klasse Strategie, erstmal in die Fresse hauen, ohne Motivationen zu kennen. So baut man Vorbehalte, so denn welche bestehen, sicher ab (Vorsicht seeeehr starke Ironie).

Ob das mit dem "Grossteil" tatsächlich so ist, das ist übrigens auch eine gute Frage und wer böswillig ist, könnte sogar dabei auch latente Vorurteile vermuten (sofern das Statement nicht auf Kenntnis von Zahlen beruht). So nach dem Motto "Nur Huren kaufen so einen Schweinkram", oder wie?

Und nun? Was wird erwartet? Ein Boykott der Produkte der FF auf ewig? Dass FF sich in einer Zeitungsanzeige entschuldigt? Toll!

P.S.: ich will nicht FF verteidigen, sondern mir geht es darum, dass m.E. das Motto "erst reden, dann schießen" dem Miteinandern förderlicher ist, als das umgekehrte Motto

P.P.S.: Und selbst wenn Deine (hypothetische) Motivation zutreffen würde, wäre es m.E. besser gewesen, diesen Brief ZUNÄCHST nichtöffentlich zu übermitteln mit der Gelegenheit der Stellungnahme und dem Hinweis, dass er als öffentlicher Brief beabsichtigt ist und veröffentlicht werden wird, wenn kein Dialog möglich ist.

lolo
04.10.10, 12:13
Ich halte die Firmenpolitik von FF für legitim und auch nachvollziehbar; und mit Doppelmoral hat das nun wirklich nichts zu tun.
Es muss doch grundsätzlich möglich sein, eine aktive Unterstützung einer Werbemassnahme (hier durch Auslegen von Werbe-Flyern) abzulehnen mit der Begründung des Wortes "Hure", ohne gleich beschimpft zu werden und in die Ecke Doppelmoral, Tabuisierung, Anrüchigkeit und Stigmatisierung gesteckt zu werden.

Wo bleibt denn da die Toleranz der Sexworker?

Vielleicht nimmt die Firmenleitung ja nur Rücksicht auf die immer noch vorhandenen Befindlichkeiten der sonstigen Kundschaft und vielleicht ist die sonstige Kundschaft ja sogar Hauptumsatzträger?
Für viele "normale" Frauen ist es doch heutzutage immer noch ein Problem, einen Laden dieser Art zu betreten - da wird doch immer noch viel lieber der anonyme Kauf eines Dildos über den Versandhandel bevorzugt. Und wenn ich mir vorstelle, dass die "normale" Frau Müller sich überwindet und diesen Laden betritt und dann der Werbemassnahme einer Hurenorganisation gegenübersteht, dann kann es sein, dass dies der letzte Besuch von Frau Müller war. Das wäre jedenfalls für mich in bezug auf Frau Müller nachvollziehbar.

Ab und an ist es förderlich, wenn man sich die Mühe macht, ein Problem von beiden Seiten zu betrachten. :smile:

---------- Beiträge zusammengefügt um 12:13 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 12:03 Uhr ----------

Ich halte die Firmenpolitik von FF für legitim und auch nachvollziehbar; und mit Doppelmoral hat das nun wirklich nichts zu tun.
Es muss doch grundsätzlich möglich sein, eine aktive Unterstützung einer Werbemassnahme (hier durch Auslegen von Werbe-Flyern) abzulehnen, ohne gleich beschimpft zu werden und in die Ecke Doppelmoral, Tabuisierung, Anrüchigkeit und Stigmatisierung gesteckt zu werden.

Wo bleibt denn da die Toleranz der Sexworker?

Vielleicht nimmt die Firmenleitung ja nur Rücksicht auf die immer noch vorhandenen Befindlichkeiten der sonstigen Kundschaft und vielleicht ist die sonstige Kundschaft ja sogar Hauptumsatzträger?
Für viele "normale" Frauen ist es doch heutzutage immer noch ein Problem, einen Laden dieser Art zu betreten - da wird doch immer noch viel lieber der anonyme Kauf eines Dildos über den Versandhandel bevorzugt. Und wenn ich mir vorstelle, dass die "normale" Frau Müller sich überwindet und diesen Laden betritt und dann der Werbemassnahme einer Hurenorganisation gegenübersteht, dann kann es sein, dass dies der letzte Besuch von Frau Müller war. Das wäre jedenfalls für mich in bezug auf Frau Müller nachvollziehbar.

Ab und an ist es förderlich, wenn man sich die Mühe macht, ein Problem von beiden Seiten zu betrachten. :smile:

bluemarine
04.10.10, 12:27
Wenn ich (wie andere bereits auch) noch mal einwerfen darf:
Das Problem ist nicht, dass das Auslegen des Flyers verboten wurde, sondern die Begründung dafür!

...Nicht, dass ich keine Flyer auslegen konnte, ärgerte mich, sondern dass ich erfahren musste, dass ein großes deutsches Unternehmen der Erotikbranche wie Ihres, das sich den Anstrich eines selbstbewussten, emanzipierten und modernen Umgangs mit Sexualität gibt, es dennoch nötig zu haben meint, sich von Sexarbeit abzugrenzen...

Insofern scheinen einige Fürsprecher für Funfactory das Thema zu verfehlen - wenn ich das mal so direkt sagen darf :lach:

Und ich kann den Ärger der P6-Damen nachvollziehen.
Trotzdem bin ich mir nicht sicher, dass das (sich gegenüber P6 abzugrenzen) Firmenphilosophie ist. Insofern wäre die Antwort der Firmenleitung interessant.

b

---------- Beiträge zusammengefügt um 12:27 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 12:18 Uhr ----------

Hinzu kommt, dass die Unternehmensleitung durch den offenen Brief nunmehr in einer "loose-loose"-Situation ist. Wenn man dort selbst keine Vorbehalte hat, aber der Meinung ist, die Mehrzahl der eigenen Kunden seien "zu verspießt", wird man das wohl kaum in einer Antwort so formulieren, die vermutlich (ebenfalls) veröffentlicht wird. Denn man würde ja die eigenen Kunden öffentlich "beschimpfen". Ergo: keine aussagekräftige Antwort und folglich kriegt FF einen :buttkick:.

Das Unternehmen kann sehr wohl ein korrektes Statement abgeben, ohne irgendwen zu verletzen, wenn sie sowohl die Spießerinnen als auch die Sexworkerinnen respektiert. Wenn sie es mit dem Respekt ernst meinen und nur ein bisschen Fingerspitzengefühl bei der Formulierung einer Antwort haben, ist das kein Problem.

b

Bloßeinbesucher
04.10.10, 12:33
Klasse Strategie, erstmal in die Fresse hauen, ohne Motivationen zu kennen. So baut man Vorbehalte, so denn welche bestehen, sicher ab (Vorsicht seeeehr starke Ironie).

Ob das mit dem "Grossteil" tatsächlich so ist, das ist übrigens auch eine gute Frage und wer böswillig ist, könnte sogar dabei auch latente Vorurteile vermuten (sofern das Statement nicht auf Kenntnis von Zahlen beruht). So nach dem Motto "Nur Huren kaufen so einen Schweinkram", oder wie?

Und nun? Was wird erwartet? Ein Boykott der Produkte der FF auf ewig? Dass FF sich in einer Zeitungsanzeige entschuldigt? Toll!

P.S.: ich will nicht FF verteidigen, sondern mir geht es darum, dass m.E. das Motto "erst reden, dann schießen" dem Miteinandern förderlicher ist, als das umgekehrte Motto

P.P.S.: Und selbst wenn Deine (hypothetische) Motivation zutreffen würde, wäre es m.E. besser gewesen, diesen Brief ZUNÄCHST nichtöffentlich zu übermitteln mit der Gelegenheit der Stellungnahme und dem Hinweis, dass er als öffentlicher Brief beabsichtigt ist und veröffentlicht werden wird, wenn kein Dialog möglich ist.

Die Motivationen kennst Du ebensowenig wie ich. Der Unterschied: Ich habe diesen Umstand berücksichtigt und deshalb nicht nur Deine Behauptung in Zweifel gezogen, der offene Brief sei ein strategischer Fehler gewesen, sondern selbst erst gar keine Gegenbehauptung in den Raum gestellt und stattdessen lediglich Bedingungen formuliert, unter denen der Brief kein Fehler war. Allerdings habe ich dabei stillschweigend unterstellt, daß Lucys Kollegin besser als wir beurteilen kann, ob diese Bedingungen erfüllt sind. Andernfalls wäre ihr Vorgehen zwar nicht unbedingt ein "strategischer Fehler" gewesen, aber jedenfalls unklug.

Diskutieren läßt sich über Dein PPS. Zwei Einwände dazu: Auch die Drohung mit einem offenen Brief ist einem Dialog nicht förderlich. Und gesetzt den Fall, die Unternehmensleitung weiß, daß sie einen wichtigen Teil des Geschäfts mit Prostituierten macht, und verbirgt diesen Umstand bewußt in der Erwartung, daß die sich schon nicht dagegen aufzumucken trauen, bedarf es eines Dialogs gar nicht mehr. Der Gegenbeweis läßt sich dann nicht mit Argumenten, sondern nur via facti erbringen.

Vernatsch
04.10.10, 15:26
Nicht, dass ich keine Flyer auslegen konnte, ärgerte mich, sondern dass ich erfahren musste, dass ein großes deutsches Unternehmen der Erotikbranche wie Ihres, das sich den Anstrich eines selbstbewussten, emanzipierten und modernen Umgangs mit Sexualität gibt, es dennoch nötig zu haben meint, sich von Sexarbeit abzugrenzen

Also ich kann Fun Factory sehr gut verstehen. Wenn die den FUN - und weniger die FACTORY - in ihrem Namen ernst nehmen, dann müssen sie sogar auf Distanz zur Sexarbeit gehen. Spaß ist nun mal das gerade Gegenteil von Arbeit! Lass' Fun Factory doch den Spaß - und den anderen ihre Arbeit tun!

Lucy
04.10.10, 15:33
ach strunz, ja, das thema hatten wir schon bis zum erbrechen.. du hast noch nie gehört, daß arbeit auch spaß machen kann, ne?

lg lucy

Vernatsch
04.10.10, 15:37
ach strunz, ja, das thema hatten wir schon bis zum erbrechen.. du hast noch nie gehört, daß arbeit auch spaß machen kann, ne?

lg lucy

Mir musst Du das nicht erklären - aber vielleicht den maßgeblichen Leuten von Fun Factory!

MC
04.10.10, 16:12
MC, bei allem Respekt, ich finde es schon sehr traurig, wenn sich für dich als Admin eines Freierforums nicht der Sinn des zitierten Briefes erschliesst und damit zeigt sich für mich zum wiederholten Male, dass du die Probleme und Nöte von Sexworkern, auch in Bezug auf ihre gesellschaftliche Stellung kaum nachvollziehen kannst.


Was die Mitarbeiterin betrifft; es gibt mehrere Mitarbeiterinnen der FF, die alle das gleiche sagen und sich auf die Firmenphilosophie berufen, also kein Hirngespinst einer einzelnen Verkäuferin.
Nur weil dir meine persönliche Meinung nicht in den Kram passt du diese so auslegst als wenn ich kein Verständnis für die Sorgen und Nöte der Sexarbeiterinnen hätte finde ich gelinde gesagt etwas beleidigend und auch eine Frechheit.
Da du heute auch bereits in einem anderen Thema eine Kollegin "angemacht" hast nehme ich einfach mal an dass du heute wieder mit dem falschen Fuß aufgestanden bist. Lass es aber bitte nicht an mir aus, ich stelle mich hier nicht als Punchingball für gekränkte Befindlichkeiten oder schlecht gelaunte Mitglieder zur Verfügung. Danke.

Rene D.
04.10.10, 16:26
Soweit ich weiss, muss man innerhalb eines Forums, als Forumsbetreiber sich von polarisierenden Berichten zu Perosnen, Firmen o.ä. distanzieren, oder man löscht diese.

Kann aber sein, dass ich da falsch liege.

Das sich eine Firma mit Sextoys vom Sex distanziert ist ja lustig.
Das wäre ja, als ob eine Autotuningfirma, sich vom Motorsport distanzieren würde.

Vielleich sollten Sie noch eine Klausel eröffnen:
"Alle hier angebotenen Produkte dienen nur der Massage und Anwednungen an Körperbereichen außerhalb des Genitalbereiches. Wir distanzieren uns ausdrücklich von Personen, welche die Produkte zur Selbstbefriedigung oder gar Generierung von Lustgefühlen verwenden.

Wir behalten uns vor, bei Bekanntwerden o.g. Umstände Kunden nicht mehr zu beliefern"

Escort Coach
04.10.10, 16:44
Ein heikles Thema und wie hier zu sehen auch nicht einfach zu diskutieren. Auch ich finde es schade, wenn sich eine Sexspielzeugfirma der Prostitution gänzlich verschließt.

Ich meine jedoch, es ist der falsche Ansatz zu denken, jeder, der mit Sex(ware) sein Geld verdient, müsse sich dadurch auch gleich zur Toleranz gegenüber Huren bekennen. Wären Huren schon in der Gesellschaft akzeptiert, fände die gesamte Diskussion gar nicht statt.

Was muss also passieren?

Natürlich wäre ein wichtiger Ansatzpunkt, wenn man auch große Firmen in der Öffentlichkeit für sich gewinnen könnte oder Promis oder andere Leute, die in der Gunst der Medien stehen. Doch Aktionen wie den Brief, halte ich für fragwürdig. Wenn man wirklich an diese Firmen herankommen will, wirklich etwas bewegen will - sollte man da nicht strategischer und mit einem kühlen Kopf vorgehen und weniger emotional, als in dem Brief geschehen?

Zumal: Welcher Chef (noch dazu von einer angesehenen Firma) lässt sich für seine Meinung/Haltung schon gerne "die Pistole auf die Brust setzen"?

Dazu kommt ein Punkt, den ich oft beobachte:

Die Leute, die Toleranz fordern, sind das selbst am allerwenigsten. Manchmal hilft es, sich auch mal wieder mit der "anderen Welt" zu beschäftigen, um auch dort vorhandene Emotionen einordnen zu können.

Zusammenfassend bin ich schon der Meinung, dass aktiv (nicht gegen) vorgegangen werden sollte. Aber nicht wild durch die Gegend schießend und drohend, sondern lieber sachlich und klar im Statement, um auf Augenhöhe zu bleiben. Man kann auch in der Opferrolle verharren, wenn man sie sich nur oft genug selbst vor Augen führt.

bluemarine
04.10.10, 17:50
Zusammenfassend bin ich schon der Meinung, dass aktiv (nicht gegen) vorgegangen werden sollte.

Aber das wurde hier doch gemacht. Der Brief ist höflich aber direkt - die beste Art, jemandem ein Statement auf den Rippen zu kitzeln, wenn er sich denn überhaupt äussern möchte. Wenn FF sich nicht äussert, würde das für mich auch Interpretationen zulassen.
Wie oben beschrieben hat FF noch alle Karten in der Hand, das Spiel zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Wenn eine Firma mit solch einem Brief und dessen Tonfall nicht umgehen kann, dann taugt deren Kommunikationsabteilung nichts.

b

Kenni
04.10.10, 18:03
Wenn man wirklich an diese Firmen herankommen will, wirklich etwas bewegen will - sollte man da nicht strategischer und mit einem kühlen Kopf vorgehen und weniger emotional, als in dem Brief geschehen?


Ja . . . !

Escort Coach
04.10.10, 18:08
Der Brief ist ganz gut - keine Frage. Trotz alle dem sind es für mich einige Feinheiten, die zu besprechen wären. Warum schreibt sie alleine und nicht direkt im Auftrag von Hydra e.V. , bzw. warum nimmt sich nicht ein so großer, anerkannter Verein wie Hydra e.V. dieser Aufgabe an?

Besonders die letzte Passage im Brief empfinde ich als nicht gelungen:

Wenn Ihr Unternehmen tatsächlich mit dem Thema Sexarbeit nicht in Verbindung gebracht werden will, ist das für mich ein Grund, in Zukunft nicht mehr bei Ihnen einzukaufen. Vermutlich wird es einigen meiner FreundInnen und KollegInnen ebenso gehen. Ich habe wenig Lust, eine Sextoy-Firma zu unterstützen, die mich als Kundin eigentlich gar nicht haben will, und die die oben beschriebene Doppelmoral mitträgt, die wir SexarbeiterInnen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft zur Genüge kennen und satt haben.

Wie gesagt, offen gegen Diskriminierung vorgehen ist in Ordnung. Aber man sollte dabei sachlich bleiben. Dass "wir" Sexarbeiter die Doppelmoral satt haben, hat in einem sachlichen Brief nichts zu suchen. Das ist Opferrolle par excellence.

bluemarine
04.10.10, 18:21
Wie gesagt, offen gegen Diskriminierung vorgehen ist in Ordnung. Aber man sollte dabei sachlich bleiben. Dass "wir" Sexarbeiter die Doppelmoral satt haben, hat in einem sachlichen Brief nichts zu suchen. Das ist Opferrolle par excellence.

Ich verstehe Deinen Punkt, aber nur, wenn eine Firma an eine andere schreibt. Dann haben persönliche Kränkungen keinen Platz.
Das ist hier aber nicht so, insofern finde ich es legitim, sich gekränkt zu zeigen: entweder, weil es der Wahrheit entspricht oder um zu dramatisieren, um eine Reaktion zu erzeugen.

Anyhow, das sind sensible Themen und da hat sicher jede andere Ansichten, wie man am besten vorgehen sollte. Ick find den Brief auf alle Fälle recht gelungen und bin gespannt, ob sich eine Firma nun eine Blöße gibt oder das Kind professionell schaukelt :huepfen:

b

JANA
04.10.10, 19:03
Vielleicht sollte man nicht der Firma die Schuld geben, sondern den Vorurteilen in der Gesellschaft.

Ich hab mal irgendwo eine Reportage über die Fun Factory gesehen und dort kam heraus, dass es Ziel des Unternehmens ist Sex-Toys aus der Schmuddelecke zu holen und sie auch "der Frau von Nebenan" schmackhaft zu machen. Wenn also die Hausfrau von nebenan, die eigentlich noch etwas verklemmt ist und sich nun endlich traut in die Fun Factory zu gehen, dann an der Kassa einen Flyer sieht, auf dem sie das Wort "Hure" groß erkennen kann, ist dies vielleicht nicht so zuträglich für das Ziel des Unternehmens und es könnte besonders die "Frau von nebenan" abschrecken, die das Unternehmen und die Sex-Toys dann in die "Huren-Ecke" stellt. Ich kann beide Seiten verstehen.

Bloßeinbesucher
04.10.10, 19:31
... Ich kann beide Seiten verstehen.

Ich auch. Es geht jedoch nicht um Verständnis und Toleranz, sondern um Akzeptanz, darum, einem Geltungsanspruch Geltung zu verschaffen. Das ist eine bloße Machtfrage. Die Firma FF verhält sich doch im Grunde wie der Staat: Das Geld von Prostituierten nimmt sie ebenfalls gerne, aber sonst will sie ebensowenig mit ihnen zu tun haben. Im Gegensatz zum Staat scheint es bei der Firma aber eine Chance zu geben, Akzeptanz zu erzwingen. Warum also diese Chance nicht wahrnehmen?

JANA
04.10.10, 19:38
@ BEB

Natürlich kann man versuchen die Firma auf seine Seite zu bringen und zum Nachdenken anzuregen. Dennoch finde ich es nicht gerechtfertigt hier mit Doppelmoral zu argumentieren. Wenn es nun das Ziel der Firma ist, Sex-Toys vor allem für die "Frau von Nebenan" schmackhaft zu machen, dann kann ich eben verstehen, dass man diese Zielgruppe nicht mit Flyern konfrontieren will, auf dem das Wort "Hure" zu sehen ist.

Bloßeinbesucher
04.10.10, 19:49
@ BEB

Natürlich kann man versuchen die Firma auf seine Seite zu bringen und zum Nachdenken anzuregen. Dennoch finde ich es nicht gerechtfertigt hier mit Doppelmoral zu argumentieren. Wenn es nun das Ziel der Firma ist, Sex-Toys vor allem für die "Frau von Nebenan" schmackhaft zu machen, dann kann ich eben verstehen, dass man diese Zielgruppe nicht mit Flyern konfrontieren will, auf dem das Wort "Hure" zu sehen ist.

Mit Doppelmoral zu argumentieren, geht schon deshalb am Kern der Sache vorbei, weil es sich für die Firma gewiß nicht um eine Moralfrage handelt. Es ist trotzdem nicht ganz ungeschickt, die Boykottandrohung ein bißchen zu verbrämen. So kann FF das Gesicht wahren. Man sollte auch reine Machtfragen nicht ausschließlich als solche zu klären versuchen. Das gehört zur Diplomatie.

Vernatsch
04.10.10, 19:57
Das sich eine Firma mit Sextoys vom Sex distanziert ist ja lustig

Fun Factory distanziert sich nicht vom Sex. Fun Factory will scheinbar nur nicht mit Sexarbeit und Sexarbeiterinnen in Verbindung gebracht werden.

Das hat auch nichts mit Moral oder Doppelmoral zu. Sondern ist einfach eine Geschäftsstrategie: die Frima will offenbar ihre Toys jenseits des Bereichs der Prostitution positionieren. Und schon gar nicht im Bereich der Low Budget Prostitution.

Die Termini "Sexarbeit" und "Sexarbeiterin" haben ihren Ort aber gerade im Low Budget Bereich. Ich habe noch auf keiner High Class Homepage gelesen, dass da eine Dame ihre Dienste als "Sexarbeit/erin" anbietet. Da ist immer von "Geliebter auf Zeit", "Kurtisane der Moderne", "Verführung der Nacht" oder was auch immer die Rede - aber nie von Arbeit!

Also lasst die Firma in Ruhe. Moralgeseusel solte man sich auch sparen. Die Firma will Kohle machen und braucht einen Markt dafür. Einen gescheiten, will sagen: Käufer/innen mit (!!!) Budget!

zzZZzz
04.10.10, 20:05
Postet noch mal ein bißchen, ich habe meine Meinung noch nicht gelesen...

:betrunken:

Escort Coach
04.10.10, 20:19
Ich finde die Argumentationen hier nicht ganz schlüssig:

Zu Ende gedacht (was ich empfehlen würde) bedeutete das nämlich, jede Firma, die nur annähernd ihr Geld mit Escortdamen / Sexarbeiterinnen oder was auch immer verdient, sollte sich tolerant dazu bekennen. Das würde bedeuten:

Hotels (!!)
Autos
Schuhe
Schmuck
Kondome
Sexspielzeug
Massageöle
Kerzen
Feuerzeuge, Streichhölzer
Fetischkleidung
Dessous
Betten -und Matratzenhersteller
Kosmetikhersteller (gell, Strunz?)

So weit ist diese Gesellschaft leider (noch lange) nicht, denn dazu braucht es mutige Menschen, die Gegenwind ertragen können. Anfangen könnten ja mal die, die es selbst tun und nutzen, doch genau da hapert es doch schon! Homosexuelle haben die Diskriminierung weitestgehend hinter sich (vermute und hoffe ich mal). Es ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, wann es bei der Prostitution auch einmal annähernd so weit sein wird, sofern alle Beteiligten am selben Strang ziehen.

Wer wirklich Interesse daran hat, dass sich was ändert, muss erst einmal bei sich selbst anfangen - tolerant gegenüber Skeptikern sein, um sie nicht zu verschrecken - um später vertrauensvoll aufklären zu können. Zusammenarbeiten mit Sexualforschungszentren, Medien, Firmen, etc.

lolo
04.10.10, 21:45
Ich verstehe Deinen Punkt, aber nur, wenn eine Firma an eine andere schreibt. Dann haben persönliche Kränkungen keinen Platz.
Das ist hier aber nicht so, insofern finde ich es legitim, sich gekränkt zu zeigen: entweder, weil es der Wahrheit entspricht oder um zu dramatisieren, um eine Reaktion zu erzeugen.

Anyhow, das sind sensible Themen und da hat sicher jede andere Ansichten, wie man am besten vorgehen sollte. Ick find den Brief auf alle Fälle recht gelungen und bin gespannt, ob sich eine Firma nun eine Blöße gibt oder das Kind professionell schaukelt :huepfen:

b

Ich auch. Es geht jedoch nicht um Verständnis und Toleranz, sondern um Akzeptanz, darum, einem Geltungsanspruch Geltung zu verschaffen. Das ist eine bloße Machtfrage. Die Firma FF verhält sich doch im Grunde wie der Staat: Das Geld von Prostituierten nimmt sie ebenfalls gerne, aber sonst will sie ebensowenig mit ihnen zu tun haben. Im Gegensatz zum Staat scheint es bei der Firma aber eine Chance zu geben, Akzeptanz zu erzwingen. Warum also diese Chance nicht wahrnehmen?

Die Kommunikationsabteilung von FF wird wahrscheinlich heute Abend schon Überstunden schieben :lach: Die werden Riesensorgen haben, dass ihnen der Markt wegbricht.
Es gibt in Deutschland ca. 400.000 Prostituierte und ca. 40 Mio Frauen, davon ca. 30 Mio im "Sexspielzeug-fähigen" Alter (Männer mal aussen vor gelassen).
Nach Adam Riese machen die Prostituierten also ca. 1,3% des Marktes aus.

Noch Fragen? :smile:

bluemarine
04.10.10, 22:56
Die Kommunikationsabteilung von FF wird wahrscheinlich heute Abend schon Überstunden schieben :lach: Die werden Riesensorgen haben, dass ihnen der Markt wegbricht.
Es gibt in Deutschland ca. 400.000 Prostituierte und ca. 40 Mio Frauen, davon ca. 30 Mio im "Sexspielzeug-fähigen" Alter (Männer mal aussen vor gelassen).
Nach Adam Riese machen die Prostituierten also ca. 1,3% des Marktes aus.

Noch Fragen? :smile:

Keine Ahnung, ob "Sexworker/innen" eine wichtige Klientel sind.
Aber wenn man Deine Rechnung erweitert: nur die Hälfte der 30 Mio Frauen trauen sich an Sexspeilzeug ran. Sexworkerinnen kaufen 3 mal mehr als normale Kundinnen. Und schon ist man bei einem "Umsatzanteil" von knapp 8% :prost:

Und für die Unternehmenskommunikation ist die Wichtigkeit der Klientel nicht entscheidend, ob sie darauf eingehen sollte. Ein Lapsus mit "unwichtiger" Klientel kann es einem auch mit der Wichtigen versauen.

Und jetzt :titten-raus:

b

lolo
04.10.10, 23:28
Keine Ahnung, ob "Sexworker/innen" eine wichtige Klientel sind.
Aber wenn man Deine Rechnung erweitert: nur die Hälfte der 30 Mio Frauen trauen sich an Sexspeilzeug ran. Sexworkerinnen kaufen 3 mal mehr als normale Kundinnen. Und schon ist man bei einem "Umsatzanteil" von knapp 8% :prost:

Und für die Unternehmenskommunikation ist die Wichtigkeit der Klientel nicht entscheidend, ob sie darauf eingehen sollte. Ein Lapsus mit "unwichtiger" Klientel kann es einem auch mit der Wichtigen versauen.

Und jetzt :titten-raus:

b

Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast :smile:

Dennis
05.10.10, 01:28
Vielleicht sollte man nicht der Firma die Schuld geben, sondern den Vorurteilen in der Gesellschaft.




du meinst die firma hat das recht weiterhin sexarbeit - arbeiterinnen zu stigmatisieren nur weil die gesellschaft sexarbeit - arbeiterinnen stigmatsiert? fürwahr ein interessanter gedankengang . . . von der logik mal ganz abgesehen . . .

---------- Beiträge zusammengefügt um 01:28 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 01:27 Uhr ----------

Die Kommunikationsabteilung von FF wird wahrscheinlich heute Abend schon Überstunden schieben :lach: Die werden Riesensorgen haben, dass ihnen der Markt wegbricht.
Es gibt in Deutschland ca. 400.000 Prostituierte und ca. 40 Mio Frauen, davon ca. 30 Mio im "Sexspielzeug-fähigen" Alter (Männer mal aussen vor gelassen).
Nach Adam Riese machen die Prostituierten also ca. 1,3% des Marktes aus.

Noch Fragen? :smile:

und diese 1,3% kann man ruhig stigmatisieren . . . oder wie darf man dieses posting verstehen . . . .

Vernatsch
05.10.10, 08:21
Es sei ausdrückliche Unternehmenspolitik der Firma Fun Factory, jegliche Berührung mit dem Thema Sexarbeit zu vermeiden.

du meinst die firma hat das recht weiterhin sexarbeit - arbeiterinnen zu stigmatisieren nur weil die gesellschaft sexarbeit - arbeiterinnen stigmatsiert? fürwahr ein interessanter gedankengang . . . von der logik mal ganz abgesehen . . .[COLOR="Silver"]


und diese 1,3% kann man ruhig stigmatisieren . . . oder wie darf man dieses posting verstehen . . . .


Selbstverständlich darf ein Unternehmen sich seine Kundschaft aussuchen. Wenn Fun Factory mit Sexarbeit/erinnen nichts zu tun haben will, dann ist das eben so. Punkt.

Und natürlich ist das ein Akt ganz furchtbarer Diskriminierung. Die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten ins Töpfchen. Mach' ich auch. Bei mir haben nur die schönen Frauen eine Chance. Die weniger schönen interessieren mich nicht, werden aussortiert. Diskriminierung pur! Ich steh' dazu!

Die Frauen machen's auch. 2000,- für 12 Stunden. Nicht verhandelbar! Das hält einem wenigstens die Hartz 4 Klientel vom Leib. Diskriminierung pur. Ich kann's nachvollziehen!

Rene D.
05.10.10, 08:48
Die Frauen machen's auch. 2000,- für 12 Stunden. Nicht verhandelbar! Das hält einem wenigstens die Hartz 4 Klientel vom Leib. Diskriminierung pur. Ich kann's nachvollziehen!

...und Dich hoffentlich auch

:clown: (War nur ironisch gemeint, ansonsten habe ich Dich natürlich lieb)

Escort Coach
05.10.10, 08:49
Ich finde auch, dass 1,3 % kein Grund sein sollte, Prostituierte zu diskriminieren.

Aber mal ganz ehrlich. Hure ist dieser typische, anerkannte Insiderbegriff unter Prostituierten. In der Gesellschaft ist Hure schlicht und ergreifend ein Schimpfwort. Ob es so klug ist, Flyer mit dem großen Schlagwort "Hure" drucken zu lassen, sei mal dahin gestellt.

Die Aussage der Verkäuferin, die Firma wolle nichts mit dieser Klientel Frau zu tun haben, empfinde ich als äußerst dumm. Das hat ihr Chef wohl so gesagt, selbstverständlich aber, ohne dass sie diese Information so platt nach außen weiter geben soll.

Deshalb meine ich wirklich, es wäre Aufgabe von Hydra e.V. (oder einer anderen Organisation) gewesen, sich hier einzusetzen.

Wäre das einem Schwulen, Behinderten oder Ausländer passiert, sähen die Reaktionen nämlich anders aus. Das wäre schon längst in der Presse gelandet.

jakob
05.10.10, 09:44
Ich finde auch, dass 1,3 % kein Grund sein sollte, Prostituierte zu diskriminieren.

Das ist ja wohl unabhängig von Prozentzahlen, klar!

Aber mal ganz ehrlich. Hure ist dieser typische, anerkannte Insiderbegriff unter Prostituierten. In der Gesellschaft ist Hure schlicht und ergreifend ein Schimpfwort. Ob es so klug ist, Flyer mit dem großen Schlagwort "Hure" drucken zu lassen, sei mal dahin gestellt.

Sehe ich auch so, es ist eben die Frage, "Holzhammer" oder behutsam. Zumal da mit dem Begriff "Hure" auch noch die gute alte "Nigger" Thematik Wiederauferstehung feiert. Wer darfs (aus Gründen der political correctness) sagen, und wer nicht.

Die Aussage der Verkäuferin, die Firma wolle nichts mit dieser Klientel Frau zu tun haben, empfinde ich als äußerst dumm. Das hat ihr Chef wohl so gesagt, selbstverständlich aber, ohne dass sie diese Information so platt nach außen weiter geben soll.

Auch hierbei stellt sich mir die Frage, ob der Chef bzw. die Geschäftsführung das in dieser Plattheit so tatsächlich meint. Möglicherweise möchte man nicht GENERELL öffentlich in Verbindung gebracht werden, eben weil man aus der "Schmuddelecke" einen Weg hinaus sucht, und hier einen Weg für Sextoys sieht, aber (noch) nicht für Prostitution. Und mal ganz offen, der Teil der Prostitution, in welchem sich die Diskutanten hier tummeln, es ist doch geradezu ein Elfenbeinturm, und der "Volumenbereich" des P6 IST noch in einer "Schmuddelecke", womit ich Armutsprostitution und Beschaffungsprostitution meine, wo es nach wie vor geradezu unhaltbare Zustände geben dürfte. Dieser "Volumenbereich" ist vermutlich und auch nicht ganz zu Unrecht im Focus der "Öffentlichkeit", wobei da erheblich größerer akuter Handlungsbedarf, als im Escortbereich, bestehen dürfte.

Wenn ich mal so ganz unbefangen mich selbst reflektiere, mir persönlich würde es definitiv leichter fallen auch öffentlich dazu zu stehen, dass ich ONs und WE im Escortbereich habe, als öffentlich einzuräumen, dass ich eine Frau für 0,5h zur reinen "Druckentlastung" benutze (wenn ichs denn tun würde). Ein reines Bauchgefühl. Distanziere ich mich jetzt, oder diskriminiere gar? Gerne ganz offene Kommentare hierzu!

Deshalb meine ich wirklich, es wäre Aufgabe von Hydra e.V. (oder einer anderen Organisation) gewesen, sich hier einzusetzen.

Ganz genau. (Starke) Orgas können meist (nicht immer, klar) besser etwas bewegen. Deswegen wundert mich auch etwas die starke Fragmentierung der Orgas in diesem Bereich, der Anlauf einen Bundesverband zu schaffen, hat ja wohl keine effektiven Ergebnisse gezeitigt (außer tiefe Frustration der Initiatoren). Hier müssen sich m.E. die Protagonisten mal wirklich ganz kräftig selbst an die Nase fassen.

Wäre das einem Schwulen, Behinderten oder Ausländer passiert, sähen die Reaktionen nämlich anders aus. Das wäre schon längst in der Presse gelandet.

Letztgenanntes ist aber auch nicht so ganz einfach zu betrachten. Wie wäre es denn wohl, wenn die katholische Kirche einen Flyer, womöglich gegen Abtreibung, hätte auslegen wollen? Und die Verkäuferin gesagt hätte, man wolle mit Religionsgemeinschaften in dieser Form nix zu tun haben? Auch diesbezüglich gibt es sicherlich klare Anweisungen der FF GL. Wäre das auch Diskriminierung? Der Katholiken, die vermutlich mehr als 1,3% der Kunden ausmachen?

Bayernbulle
05.10.10, 09:56
Der Thread ist wieder ein schönes Beispiel, wie ein eigentlich recht einfacher Sachverhalt mit weltfremden Beispielen zugelabert wird..natürlich ist die Haltung der Geschäftsleitung diskriminierend, nicht wegen des Flyers, der nicht ausgelegt werden durfte, sondern wegen der Haltung als Vibratorhersteller nicht mit Pay6 in Verbindung gebracht werden zu wollen..Wollen die die Teile zum Kuchenteigrühren verkaufen, oder wie...:oha:

jakob
05.10.10, 10:04
Der Thread ist wieder ein schönes Beispiel, wie ein eigentlich recht einfacher Sachverhalt mit weltfremden Beispielen zugelabert wird..natürlich ist die Haltung der Geschäftsleitung diskriminierend, nicht wegen des Flyers, der nicht ausgelegt werden durfte, sondern wegen der Haltung als Vibratorhersteller nicht mit Pay6 in Verbindung gebracht werden zu wollen..Wollen die die Teile zum Kuchenteigrühren verkaufen, oder wie...:oha:

Ja es ist ein sehr schönes Beispiel.

Nämlich dafür, dass das Meiste im Leben nicht einfach ist, wenn man erst einmal anfängt darüber nachzudenken und zu analysieren. Es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass (scheinbar) einfache Resultate auch das Ergebnis einfacher Betrachtungen oder Analysen sind. Genau das Gegenteil ist meist der Fall. Was nicht ausschließt, dass das Ergebnis das gleiche, wie bei einfacher Betrachtung sein kann. Oftmals ists jedoch anders.

Dein Statement geht m.E. allein schon deshalb fehl, weil Du annimmst, dass das, was irgendeine Verkäuferin sagt, tatsächlich 1:1 Geschäftsphilosophie der GL ist. Sie ist weder in Unternehmenskommunikation geschult, noch will sie sich vermutlich überhaupt mit solcher Thematik intellektuell auseinandersetzen. Sie wollte wohl hauptsächlich eine lästige Situation schnell los werden. Und nichts falsch machen. Wer "nein" sagt in solcher Situation macht (vordergründig) nichts falsch.

lolo
05.10.10, 10:12
Der Thread ist wieder ein schönes Beispiel, wie ein eigentlich recht einfacher Sachverhalt mit weltfremden Beispielen zugelabert wird..natürlich ist die Haltung der Geschäftsleitung diskriminierend, nicht wegen des Flyers, der nicht ausgelegt werden durfte, sondern wegen der Haltung als Vibratorhersteller nicht mit Pay6 in Verbindung gebracht werden zu wollen..Wollen die die Teile zum Kuchenteigrühren verkaufen, oder wie...:oha:

:lach::smile:

Bayernbulle
05.10.10, 10:16
Ja es ist ein sehr schönes Beispiel.

Nämlich dafür, dass das Meiste im Leben nicht einfach ist, wenn man erst einmal anfängt darüber nachzudenken und zu analysieren. Es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass (scheinbar) einfache Resultate auch das Ergebnis einfacher Betrachtungen oder Analysen sind. Genau das Gegenteil ist meist der Fall. Was nicht ausschließt, dass das Ergebnis das gleiche, wie bei einfacher Betrachtung sein kann. Oftmals ists jedoch anders.

Dein Statement geht m.E. allein schon deshalb fehl, weil Du annimmst, dass das, was irgendeine Verkäuferin etwas sagt, tatsächlich 1:1 Geschäftsphilosophie der GL ist. Sie ist weder in Unternehmenskommunikation geschult, noch will sie sich vermutlich überhaupt mit solcher Thematik intellektuell auseinandersetzen will. Sie wollte wohl hauptsächlich eine lästige Situation schnell los werden.

Ich gestehe Dir das als Berufskrankheit zu, jakob, dass Du einfache Sachverhalte erst einmal verkomplizieren musst, um dann zu einem einfachen Ergebnis zu kommen...davon lebt unser Rechtssystem und eine Heerschar von Anwälten und Beratern...

Wie Du bereits weiter oben lesen konntest, stand da geschrieben - und zwar von berufenerer Seite als von meiner - dass die pay6-feindliche Tendenz nicht der Verkäuferin anzulasten ist sondern eine wohl schon bekannte Haltung der Geschäftsführung ist.

Jetzt kannst Du natürlich über die Verkäuferin räsonieren, aber nachdem Du nicht dabei warst und sie wahrscheinlich nicht kennst, bleiben da nur Vermutungen. Der Erkenntnisgewinn ist gleich 0.

Escort Coach
05.10.10, 10:22
Dem kann ich nicht folgen, Bayernbulle. Versuch mal als Prostituierte deine Flyer in x-beliebigen Geschäften auszulegen. Von sämtlichen Veranstaltungen wirst Du Flyer finden, nur von Bordellbetrieben / Escortagenturen nicht. Und warum nicht?

Sind alle diese Menschen anti-Huren eingestellt oder achten sie einfach nur auf ihre empfindliche Kundschaft? Warum erwartet man gerade von FunFactory Toleranz und schon fast ein Geständnis, wenn nicht gleichzeitig auch von sämtlichen Hotelketten, Betten- und Matratzenherstellern, Dessousfirmen, usw.?

Nicht einmal Google (!) schaltet mehr Anzeigen für Huren! Geht da wer auf die Barrikaden und nutzt deshalb Google nicht mehr?!

Ich bin der Meinung, es müsste eine Organisation von Prostituierten geben, die sich ganz speziell solchen Themen widmet. Hydra e.V. und andere scheinen wohl mit anderen Dingen beschäftigt zu sein.

Meine Erfahrung mit den Medien und dadurch auch mit der Gesellschaft war nicht nur umfangreich, sondern auch eindeutig:

Auch ich bin dafür, gegen eindeutige Diskriminierung sachlich vorzugehen. Doch sachliches Vorgehen bedeutet nicht zwingend gleich Vorwürfe, sondern in erster Linie Aufklärung. Vorurteile bestehen zum größten Teil aus Angst und Unkenntnis. Ich konnte in Bayreuth viele Menschen noch für mich gewinnen, indem ich ihnen ihre Unsicherheit nahm. Auch ich durfte sie für ihre Haltung nicht diskriminieren, sondern musste erst einmal Verständnis für ihre Ablehnung aufbringen! Erst so kam man wieder auf mich zu und es konnte eine aufschlussreiche Kommunikation stattfinden.

Von großen Firmen erwartet man vielleicht mehr Aufgeklärtheit. Aber oft sitzt auch dort nur ein kleinbürgerlicher Familienvater hinter seinem Schreibtisch, der nicht weiß, wie mit diesem Thema umzugehen ist. Immerhin ist Prostitution in sämtlichen angrenzenden EU-Ländern bereits verboten oder zumindest versteckt.

Weiter finde ich es auch nicht richtig, jede Form von Sexualität mit Prostitution gleichzusetzen. Das kann etwas damit zu tun haben, muss aber nicht. Und wenn die Zielgruppe von FunFactory das Ehepaar ist, kann man dann nicht nachvollziehen, dass die Ehefrau keine Lust hat, bei einem evtl. emotionalen Einkauf wie diesem, einen Hurenflyer vorzufinden?!

Oder wie würden eure Ehefrauen das sehen? Warum erwartet man von einer Firma Toleranz im höchsten Maße, wenn man in seiner eigenen kleinen Welt nicht zu dieser bedingungslosen und evtl. (geschäfts)schädigenden Offenheit bereit ist?

btw. hier wird über den Boss einer Firma geredet, der etwas gesagt haben soll. Ob er es tatsächlich getan hat, weiß keiner hier.

Ich bin der Meinung, es ist die Arbeit, die Prostituierte zu leisten haben, wenn sie an diesem Bild wirklich etwas verändern wollen! Sie können nicht erwarten, dass sich die Welt von selbst aufklärt.

Chiara
05.10.10, 10:42
Dein Statement geht m.E. allein schon deshalb fehl, weil Du annimmst, dass das, was irgendeine Verkäuferin sagt, tatsächlich 1:1 Geschäftsphilosophie der GL ist. Sie ist weder in Unternehmenskommunikation geschult, noch will sie sich vermutlich überhaupt mit solcher Thematik intellektuell auseinandersetzen. Sie wollte wohl hauptsächlich eine lästige Situation schnell los werden. Und nichts falsch machen. Wer "nein" sagt in solcher Situation macht (vordergründig) nichts falsch.

@ Jakob:

Ich verweise auf Post Nr. 10. Ariane schrieb: "Was die Mitarbeiterin betrifft; es gibt mehrere Mitarbeiterinnen der FF, die alle das gleiche sagen und sich auf die Firmenphilosophie berufen, also kein Hirngespinst einer einzelnen Verkäuferin."

Vernatsch
05.10.10, 10:43
btw. hier wird über den Boss einer Firma geredet, der etwas gesagt haben soll. Ob er es tatsächlich getan hat, weiß keiner hier.

Ich habe gerade mal einen Schnellswitch durch die Homepage der Firma gemacht. Was hier bspw. zur "Philosophie" (http://www.funfactory.de/de/index.php?inhaltid=9&umenuid=9&tmenuid=1&?inhaltid=1&tmenuid=1&) ausgeführt wird - dazu wäre die allzu enge Referenzierung auf Hure und PaySex und Sexarbeit (!) absolut kontraproduktiv.

Fun Factory setzt auf Fun - nicht auf Arbeit. Die wären doch bescheuert, wenn Sie in ihrem neuen (wie es scheint: stylishen) Store in Berlin Mitte - der hat offenbar gerade den "red dot award: communication design 2010“ gewonnen hat (http://www.funfactory.de/de/news.php?inhaltid=4&tmenuid=4&) - Werbeflyer auslegen würden, auf denen in großen Lettern HURE steht. Noch dazu von Hydra - dem neunköpfigen schlangenähnlichen Ungeheuer.

Bayernbulle
05.10.10, 10:45
Dem kann ich nicht folgen, Bayernbulle.


DAS wundert mich nicht Vanessa, weil Du es wieder auf den Flyer fokussierst.


Sind alle diese Menschen anti-Huren eingestellt oder achten sie einfach nur auf ihre empfindliche Kundschaft?

Du denkst also ein Gastwirt, der überwiegend rassistische Gäste hat, sollte der Kundschaft keinen dunkelhäutigen Gast zumuten..etwas merkwürdig finde ich.

Escort Coach
05.10.10, 10:53
@ Jakob:

Ich verweise auf Post Nr. 10. Ariane schrieb: "Was die Mitarbeiterin betrifft; es gibt mehrere Mitarbeiterinnen der FF, die alle das gleiche sagen und sich auf die Firmenphilosophie berufen, also kein Hirngespinst einer einzelnen Verkäuferin."

In welchen Filialen (Adresse) haben welche Mitarbeiterinnen (sind Namen bekannt?) wann und wie genau was gesagt?

---------- Beiträge zusammengefügt um 10:53 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 10:49 Uhr ----------

DAS wundert mich nicht Vanessa, weil Du es wieder auf den Flyer fokussierst.



Du denkst also ein Gastwirt, der überwiegend rassistische Gäste hat, sollte der Kundschaft keinen dunkelhäutigen Gast zumuten..etwas merkwürdig finde ich.

Ich habe Fragen gestellt, Bayernbulle - ich habe sie nicht beantwortet! Lege Du mir diese Aussagen bitte nicht in den Mund!

Und was FunFactory angeht, möchte ich noch sagen, dass es diese Firma wirklich geschafft hat, Sex und Toys ein Stück weit aus der Schmuddelecke herauszuholen. Das ist schon unglaublich VIEL wert und in jedem Fall ein Anfang - auch für die Prostituierten. Eine Firma, die so kompetent mit Sexualität umgeht, sollte nicht angeschossen werden. Man sollte eher versuchen, sie für sich zu gewinnen.

lolo
05.10.10, 10:53
Der Thread ist wieder ein schönes Beispiel, wie ein eigentlich recht einfacher Sachverhalt mit weltfremden Beispielen zugelabert wird..natürlich ist die Haltung der Geschäftsleitung diskriminierend, nicht wegen des Flyers, der nicht ausgelegt werden durfte, sondern wegen der Haltung als Vibratorhersteller nicht mit Pay6 in Verbindung gebracht werden zu wollen..Wollen die die Teile zum Kuchenteigrühren verkaufen, oder wie...:oha:


Du denkst also ein Gastwirt, der überwiegend rassistische Gäste hat, sollte der Kundschaft keinen dunkelhäutigen Gast zumuten..etwas merkwürdig finde ich.

Jetzt ist aber gut, Bayernbulle. Du solltest doch wenigstens deiner Meinung sein. :smile:

Chiara
05.10.10, 10:53
Ich war nicht dabei. :zwinker:

Ich zitiere lediglich. :smile:

jakob
05.10.10, 10:56
Du denkst also ein Gastwirt, der überwiegend rassistische Gäste hat, sollte der Kundschaft keinen dunkelhäutigen Gast zumuten..etwas merkwürdig finde ich.

Ja klar, Deine einfache Lösung wäre es, dass der Gastwirt Antifa Druckschriften auslegt. :lach:

---------- Beiträge zusammengefügt um 10:56 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 10:54 Uhr ----------

Jetzt ist aber gut, Bayernbulle. Du solltest doch wenigstens deiner Meinung sein. :smile:

:lach: Ich hatte mich nicht getraut, mit meinem roten Hemd :lach:

Bayernbulle
05.10.10, 11:02
Jetzt ist aber gut, Bayernbulle. Du solltest doch wenigstens deiner Meinung sein. :smile:

so weltfremd ist mein Beispiel nicht..leider

---------- Beiträge zusammengefügt um 11:02 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 11:00 Uhr ----------

I
Ich habe Fragen gestellt, Bayernbulle - ich habe sie nicht beantwortet! Lege Du mir diese Aussagen bitte nicht in den Mund!



Einigen wir uns auf rhetorische Fragen, Vanessa, die die Antworten bereits implizieren

Bloßeinbesucher
05.10.10, 11:33
... Warum erwartet man gerade von FunFactory Toleranz und schon fast ein Geständnis, wenn nicht gleichzeitig auch von sämtlichen Hotelketten, Betten- und Matratzenherstellern, Dessousfirmen, usw.?...

Tolerant sind sie doch alle, vom Matratzenhersteller, der nicht danach fragt, ob seine Produkte zur Ausübung gewerblicher Unzucht dienen, bis zum Hotelier, der durch die Finger guckt. Daß man da überhaupt Unterschiede machen kann, setzt bereits voraus, daß es nicht um Toleranz geht, sondern um mehr. Und warum die Unterscheidung ausgerechnet einen Sexspielzeughersteller trifft? Das ist doch ganz einfach. Schlafen will jeder, weshalb die Beischläferei keine besondere Nachfrage schafft. Im Fall der Hotellerie ist das Machtverhältnis ausgeglichen, weil die Interessen einander ergänzen und sich nicht widersprechen. Die Prostituierte ist sogar nachgerade darauf angewiesen, daß der Hotelier so tut, als sei sie keine; hier kommt sie gar nicht umhin, den Mangel an gesellschaftlicher Akzeptanz hinzunehmen.

Ganz anders sieht es mit Sexspielzeug aus: Spezifische Produkte begründen eine spezifische Marktmacht. Die Frage ist, ob diese Marktmacht ausreicht, um Akzeptanz zu erzwingen, die Frage ist auch, ob und in welcher Weise es klug ist, von ihr Gebrauch zu machen. Aber all das hat mit Toleranz oder Moral nichts zu tun.

lolo
05.10.10, 11:42
und diese 1,3% kann man ruhig stigmatisieren . . . oder wie darf man dieses posting verstehen . . . .

Dass du diesen falschen Zusammenhang herstellst bzw. mir unterstellst und nicht einmal ein ? setzt, spricht nicht unbedingt für deine Diskussionskultur.
Und du erweist damit der Sache sicherlich keinen guten Dienst. :nono::smile:

---------- Beiträge zusammengefügt um 11:42 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 11:34 Uhr ----------

Tolerant sind sie doch alle, vom Matratzenhersteller, der nicht danach fragt, ob seine Produkte zur Ausübung gewerblicher Unzucht dienen, bis zum Hotelier, der durch die Finger guckt. Daß man da überhaupt Unterschiede machen kann, setzt bereits voraus, daß es nicht um Toleranz geht, sondern um mehr. Und warum die Unterscheidung ausgerechnet einen Sexspielzeughersteller trifft? Das ist doch ganz einfach. Schlafen will jeder, weshalb die Beischläferei keine besondere Nachfrage schafft. Im Fall der Hotellerie ist das Machtverhältnis ausgeglichen, weil die Interessen einander ergänzen und sich nicht widersprechen. Die Prostituierte ist sogar nachgerade darauf angewiesen, daß der Hotelier so tut, als sei sie keine; hier kommt sie gar nicht umhin, den Mangel an gesellschaftlicher Akzeptanz hinzunehmen.

Ganz anders sieht es mit Sexspielzeug aus: Spezifische Produkte begründen eine spezifische Marktmacht. Die Frage ist, ob diese Marktmacht ausreicht, um Akzeptanz zu erzwingen, die Frage ist auch, ob und in welcher Weise es klug ist, von ihr Gebrauch zu machen. Aber all das hat mit Toleranz oder Moral nichts zu tun.

Weit gefehlt! :ficken: und sich sexuell betätigen will auch jeder. Ist doch ein Grundbedürfnis wie schlafen auch.
Und genau deshalb existiert keine spezifische Marktmacht :smile:

Bloßeinbesucher
05.10.10, 12:03
... Weit gefehlt! :ficken: und sich sexuell betätigen will auch jeder. Ist doch ein Grundbedürfnis wie schlafen auch.
Und genau deshalb existiert keine spezifische Marktmacht :smile:

Den Unterschied zwischen dem Bedürfnis nach Sex und der Nachfrage nach Sexspielzeug hatte Bluemarine ja bereits erläutert:

Keine Ahnung, ob "Sexworker/innen" eine wichtige Klientel sind.
Aber wenn man Deine [i.e. Surfers] Rechnung erweitert: nur die Hälfte der 30 Mio Frauen trauen sich an Sexspeilzeug ran. Sexworkerinnen kaufen 3 mal mehr als normale Kundinnen. Und schon ist man bei einem "Umsatzanteil" von knapp 8% :prost:...

Die Annahmen, unter denen er auf knapp 8 statt 1,3 Prozent kommt, scheinen mir übrigens eher konservativ zu sein.

alfder
05.10.10, 12:12
Aus der hier zitierten Schmuddelecke ist das Spielzeug schon lange.
Beate Uhse hat nach dem Krieg den ersten Sexshop der Welt erfolgreich gegründet.

Sie hat unternehmerischen Mut bewiesen und auch die "Hausfrau" in den Sexshop gelockt und später als Versandhandel den Shop nach Hause. Sie hatte keine Berührungsängste.

Jedenfalls hätte die Expertise von 400000 Sexworkern (Qualität) ein enormes Potential. Bin mal auf die Antwort gespannt.

Um in der Gesellschaft etwas zu ändern bedarf es nicht immer unbedingt der Toleranz der stigmatisierten Bevölkerungsgruppen. Da darf durchaus mal auch da bebohrt werden, wo es weh tut.

lolo
05.10.10, 12:20
Den Unterschied zwischen dem Bedürfnis nach Sex und der Nachfrage nach Sexspielzeug hatte Bluemarine ja bereits erläutert:



Die Annahmen, unter denen er auf knapp 8 statt 1,3 Prozent kommt, scheinen mir übrigens eher konservativ zu sein.

Tja, 8% oder von mir aus auch 12% sind wohl wirklich eine Marktmacht :clown::smile:

bluemarine
05.10.10, 12:31
Tja, 8% oder von mir aus auch 12% sind wohl wirklich eine Marktmacht :clown::smile:

Kleinvieh mach aus Mist - und wenn man Bayernbulle mitrechnet wird's ne Marktmacht :blinken:

Surfer wollte uns mit seinen 1,2% ja nicht sagen, dass man Minderheiten diskrminieren/ignorieren kann, sondern dass seiner Einschätzung nach die Damen des P6 für FF eine vom Umsatz zu vernachlässigende Klientel sind und FF sich vielleicht noch nicht einmal die Mühe macht, zu antworten.

Dass ich das trotzdem ein bisschen anders sehe hatte ich ja schon geschrieben.

b

Bloßeinbesucher
05.10.10, 12:43
Tja, 8% oder von mir aus auch 12% sind wohl wirklich eine Marktmacht :clown::smile:

Der Anteil ist groß genug, um darüber entscheiden zu können, ob ein Unternehmen in der Gewinnzone operiert oder nicht. Hinzu kommt hier, daß dieser Teil der Nachfrage sich organisieren läßt, im Unterschied zum Rest. Zwar dürften wir noch weit entfernt sein von einer "Stiftung Dildotest" oder Werbesprüchen wie "Profis kaufen bei Fun Factory", aber selektives Kaufverhalten ist auch in Form eines Boykotts wirksam.

lolo
05.10.10, 13:38
Der Anteil ist groß genug, um darüber entscheiden zu können, ob ein Unternehmen in der Gewinnzone operiert oder nicht. Hinzu kommt hier, daß dieser Teil der Nachfrage sich organisieren läßt, im Unterschied zum Rest. Zwar dürften wir noch weit entfernt sein von einer "Stiftung Dildotest" oder Werbesprüchen wie "Profis kaufen bei Fun Factory", aber selektives Kaufverhalten ist auch in Form eines Boykotts wirksam.

Und genau deshalb sind überwältigende 0,1% aller Prostituierten bei Hydra organisiert :lach::smile:

alfder
05.10.10, 13:45
Und genau deshalb sind überwältigende 0,1% aller Prostituierten bei Hydra organisiert :lach::smile:

Hydra ist einer der bekanntesten Organisationen aber hauptsächlich regional tätig. Es gibt aber unzählige regionale und überregionale Organisationen aller Arten von P6 und dieselben sind sehr stark quervernetzt und nicht zu unterschätzen...

jakob
05.10.10, 13:48
Und genau deshalb sind überwältigende 0,1% aller Prostituierten bei Hydra organisiert :lach::smile:

Hydra ist eine lokale berliner Institution. An anderen Orten gibt es entsprechende Orgas. Diese haben sich unlängst bundesweit und somit überörtlich organisiert. Außerdem gibt es bundesweit den busd. Also der Organisierungsgrad dürfte schon höher sein. Nur wird leider von verschiedenen Protagonisten in verschiedene Richtungen gezogen, vermutlich aufgrund von Partikularinteressen. Hinzu kommt, dass "traditionelle" männliche Spieler auf dem Feld gerne Sand in das Getriebe streuen.

Bloßeinbesucher
05.10.10, 13:56
Und genau deshalb sind überwältigende 0,1% aller Prostituierten bei Hydra organisiert :lach::smile:

Für selektives Kaufverhalten kommt es schließlich nicht auf die Zahl der Organisatoren an, sondern auf die Käufer.

Dennis
05.10.10, 14:13
Dass du diesen falschen Zusammenhang herstellst bzw. mir unterstellst und nicht einmal ein ? setzt, spricht nicht unbedingt für deine Diskussionskultur.
Und du erweist damit der Sache sicherlich keinen guten Dienst. :nono::smile:

---------- Beiträge zusammengefügt um 11:42 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 11:34 Uhr ----------




was das bemängel eines ? betrifft, der zweite teil des satz "oder wie darf ich das verstehen" steht für ein ? . . .


im übrigen unterstelle ich dir nicht das dieses verhalten stigmatisierend für die huren - prostituirten ist und von doppelmorla zeugt, sonder es ergibt sich für mich aus dieser deiner äußerung


Ich halte die Firmenpolitik von FF für legitim und auch nachvollziehbar; und mit Doppelmoral hat das nun wirklich nichts zu tun.
Es muss doch grundsätzlich möglich sein, eine aktive Unterstützung einer Werbemassnahme (hier durch Auslegen von Werbe-Flyern) abzulehnen mit der Begründung des Wortes "Hure", ohne gleich beschimpft zu werden und in die Ecke Doppelmoral, Tabuisierung, Anrüchigkeit und Stigmatisierung gesteckt zu werden.

Wo bleibt denn da die Toleranz der Sexworker?

Vielleicht nimmt die Firmenleitung ja nur Rücksicht auf die immer noch vorhandenen Befindlichkeiten der sonstigen Kundschaft und vielleicht ist die sonstige Kundschaft ja sogar Hauptumsatzträger?

viele der sexworkerinnen stehen zu ihrem job wie auch zu einer entsprechenden bezeichnung sei es hure, escort oder prostituierte. selbst im prostg wird diese bezeichnung verwendet.

um welche befindlichkeit sollte es sich den handeln? vielleicht wäre der geschäftsleitung eine literarische bezeichnung wie freudenmädchen oder kurtisane angenehmer . . . das würde auch der kundschaft konvenieren . . .

lolo
05.10.10, 14:18
Für selektives Kaufverhalten kommt es schließlich nicht auf die Zahl der Organisatoren an, sondern auf die Käufer.

Genau, von den ca. 1,3% bis12% Marktanteil sind ca. 0,1 % organisierte Käufer. Die "Macht" wächst ins Unendliche. :smile:

jakob
05.10.10, 14:24
um welche befindlichkeit sollte es sich den handeln? vielleicht wäre der geschäftsleitung eine literarische bezeichnung wie freudenmädchen oder kurtisane angenehmer . . . das würde auch der kundschaft konvenieren . . .

Dennis, ich bin mir sicher, dass Surfer mit seinem Statement keine diskriminierende Äußerung gemacht oder auch nur beabsichtigt hat. Und ich halte sie auch keineswegs für abwegig oder nicht legitim, es ist eine sachliche Position, die man teilen mag, oder nicht.

Genau das, was ich oben von Dir zitiert habe, darum geht es. Nicht Du, nicht ich, nicht Vanessa, oder sonstwer hier sind die Zielgruppe solcher Infomaterialien. Sondern eben diejenigen Leute, die zumindest unterbewußt, oft auch offen, Vorbehalte haben. Auf DIESE Leute muss die Sprache solcher Materialien abgestellt sein.

Dass sich "innere Kreise" einer Gruppe selbst auf die Schultern klopfen, wie Resentiment-frei sie seien, mag eine schöne und selbstbestätigende Sache sein. Aber die bereits Überzeugten muss man nicht noch überzeugen. Es sind die "Außenstehenden", die angesprochen und "mitgenommen" (hasse eigentlich diesen Schwafelausdruck, hier passt er aber mal) werden müssen.

Bloßeinbesucher
05.10.10, 14:40
... Hinzu kommt hier, daß dieser Teil der Nachfrage sich organisieren läßt, im Unterschied zum Rest...

Lieber Surfer, ich versuche mal, diesen - offensichtlich kryptischen - Teil meiner Aussage anhand eines Beispiels zu erläutern. Als in Südafrika noch Apartheid herrschte, haben viele Leute keine Apfelsinen aus Südafrika gekauft. Die Zahl der Aktivisten, die zu dem Boykott aufriefen, war demgegenüber verschwindend gering. Umgekehrt wäre es jedoch auch einer größeren Zahl von Aktivisten nicht gelungen, den Effekt durch einen Aufruf zum vermehrten Konsum südafrikanischer Apfelsinen auszugleichen. Einverstanden?

Asfaloth
05.10.10, 14:46
Beobachtet man Diskussionen in weiteren, erotisch geprägten Foren, die insgesamt eine relative freizügige, um nicht zu sagen enthemmte Betrachtungsweise der Erotik und Sexualität gegenüber der Vergangenheit pflegen, wird Paysex aber weiterhin mit teilweisen massiven Ressentiments konfrontiert.

Teilweise ist mein Eindruck , dass speziell weibliche User das Thema deutlich restriktiver und repressiver ansehen als männliche.

Empririsch belegen kann ich das zwar nicht, dennoch denke ich, dass sich eine negative Grundeinstellung nicht durch das Herangehen an einen Erotik-Toy-hersteller ändern lässt.

Denke, die Dame vom Verkauf bzw. die Ansicht der Firma zeigt nur ein Symptom auf, nicht die Ursache ....


(just my 2 Cents) :blume3:

JANA
05.10.10, 15:49
du meinst die firma hat das recht weiterhin sexarbeit - arbeiterinnen zu stigmatisieren nur weil die gesellschaft sexarbeit - arbeiterinnen stigmatsiert? fürwahr ein interessanter gedankengang . . . von der logik mal ganz abgesehen . . .

---------- Beiträge zusammengefügt um 01:28 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 01:27 Uhr ----------



und diese 1,3% kann man ruhig stigmatisieren . . . oder wie darf man dieses posting verstehen . . . .

Stigmatisieren??? Übertreib doch bitte nicht. Wenn sich jeder, der irgendwo einen Flyer hinterlegen wollte und abgelehnt wurde gleich stigmatisiert fühlen würde, dann träfe das aber auf sehr viele zu.

lolo
05.10.10, 15:55
Lieber Surfer, ich versuche mal, diesen - offensichtlich kryptischen - Teil meiner Aussage anhand eines Beispiels zu erläutern. Als in Südafrika noch Apartheid herrschte, haben viele Leute keine Apfelsinen aus Südafrika gekauft. Die Zahl der Aktivisten, die zu dem Boykott aufriefen, war demgegenüber verschwindend gering. Umgekehrt wäre es jedoch auch einer größeren Zahl von Aktivisten nicht gelungen, den Effekt durch einen Aufruf zum vermehrten Konsum südafrikanischer Apfelsinen auszugleichen. Einverstanden?

NEIN - aber mitnichten.

Dein Beispiel zum weltweit geächteten Apartheid Regime hinkt nun so stark, dass ich bereit wäre, einen Rollstuhl zu besorgen. :smile:

JANA
05.10.10, 15:57
viele der sexworkerinnen stehen zu ihrem job wie auch zu einer entsprechenden bezeichnung sei es hure, escort oder prostituierte. selbst im prostg wird diese bezeichnung verwendet.

Tun sie das tatsächlich? Warum treten die Damen dann mit Künstlernamen auf und nicht unter ihrem Realnamen, so wie alle andere Unternehmer? Warum verschleiern viele ihr Gesicht?

Bloßeinbesucher
05.10.10, 16:18
NEIN - aber mitnichten.

Dein Beispiel zum weltweit geächteten Apartheid Regime hinkt nun so stark, dass ich bereit wäre, einen Rollstuhl zu besorgen. :smile:

Wo ist das Argument? - Es geht um den Organisationaufwand, den Marktmacht erfordert. Und auf diesem Bein ist der Vergleich ziemlich standsicher.

Asfaloth
05.10.10, 16:29
Tun sie das tatsächlich? Warum treten die Damen dann mit Künstlernamen auf und nicht unter ihrem Realnamen, so wie alle andere Unternehmer? Warum verschleiern viele ihr Gesicht?


Dies ist m.E. keine Frage der "Emanzipation" , sondern schlicht eine Frage der persönlichen Sicherheit !!

Wie wir in vielen Diskussionen zu "Mindfucking" , "Stalking", psychischer und physischer Gewalt gegen Frauen herausgearbeitet haben, tragen die Damen hier letztendlich ihre Haut zu Markte und nicht jedem der werten Anfrager und Bucher in der weiten Paysexwelt ist das klar bzw. verhält sich integer.

Dass da jemand seinen persönlichen bereich abschirmen will und dies mit Schutzmassnahmen wie Künstlernamen und Gesichtsverschleierung raelisiert, findet mein vollstes Verständnis.

lolo
05.10.10, 16:59
Wo ist das Argument? - Es geht um den Organisationaufwand, den Marktmacht erfordert. Und auf diesem Bein ist der Vergleich ziemlich standsicher.

Sei mir bitte nicht böse, aber so langsam kommst du mir vor wie Juppi Heesters, der angetackert am Flügel meint, noch ein Lied singen zu müssen. :smile:

Bloßeinbesucher
05.10.10, 17:28
Sei mir bitte nicht böse, aber so langsam kommst du mir vor wie Juppi Heesters, der angetackert am Flügel meint, noch ein Lied singen zu müssen. :smile:

Du möchtest gerne provozieren, weil Dir die Argumente ausgegangen sind. Daß es irrig ist, die Zahl der Käufer mit ihrem Marktanteil gleichzusetzen, hast Du ja inzwischen eingesehen. Wenn Du jetzt noch einsiehst, daß es ebenfalls irrig ist, den Organisationsgrad einer Käufergruppe mit ihrer Marktmacht gleichzusetzen, kann ich Dich wieder richtig ernst nehmen. Böse werde ich Dir aber so oder so nicht sein.

Melanie
05.10.10, 21:11
Während ihr euch hier wieder streitet hat die Dame, die den Brief geschrieben hat, in einem anderen Forum bereits das Antwortschreiben von FunFactory veröffentlicht.
Und dort ist SIE übrigens auch mit Gesichtsfoto zu sehen ;)

Thea
05.10.10, 21:22
@ Melanie.... spann uns nicht auf die Folter... Link?!?! :denke:

Escort Coach
05.10.10, 21:30
Quelle: http://courtisane.de/blog/?p=412#more-412

UPDATE, 5. Oktober 2010:

Inzwischen habe ich von “Fun Factory” eine Antwort bekommen. Hier der Brief der “Marketing-Managerin” Ilona Offermann im Wortlaut:

Hallo Sascha,

vielen Dank für den Offenen Brief an uns.

Als FUN FACTORY engagieren wir uns seit 1996 dafür, das das Thema Sexualität und Sextoys enttabuisiert wird.

1996 gab es auf dem Sextoymarkt ausschließlich Sextoys, die Penisse und Vaginen nachbildeten. Es gab viel mehr qualitativ schlechte Toys, fast ausschließlich aus China, die mit viel “Haut” beworben wurden. Sextoys und Sexshops hatten in diesem Zeitraum etwas “Schmuddeliges”, Pornografisches und waren nicht auf die Zielgruppe “Frau” eingestellt, sondern befriedigten die Bedürfnisse und Fantasien der überwiegend männlichen Kundschaft.

Die FUN FACTORY hat dieser Wahrnehmung einen neuen ästhetischen Trend gegenübergestellt: Wir wollten gesundheitsfreundliche Materialien, bunte Farben und vielfältige Formen, eben Toys für Frauen und Paare, mit denen man einfach Spaß haben kann.
Zu diesem Zeitpunkt ist auch unser Slogan “love yourself!” entstanden, der ein positives Verständnis vom Umgang mit der eigenen Sexualität unterstützen soll.

In diesem Zusammenhang haben wir uns schon damals dazu entschlossen, in unserer Werbung und auf den Verpackungen für unsere Toys nicht mit Abbildungen von Körperteilen zu arbeiten. Unsere Texte sollen Spaß auf mehr machen und eine eher fantasievolle Welt eröffnen - in Konsequenz zum oben Gesagten eben “no porn”. Toys sollten Teil von Lifestyle sein. Das war und ist noch immer unsere Vision.

Auch die HYDRA setzt sich (bekanntermaßen schon viel länger) dafür ein, dass das Thema Sexualität und Sexarbeit enttabuisiert wird und stellt vielfältige Informations- und Beratungsleistungen für Sexarbeiterinnen zur Verfügung, leistet wichtige Aufklärungsarbeit.

Was ist überhaupt Teil der Sex-/Erotikbranche? Sextoys, Sexarbeiterinnen, Pornofilm-Business, SM, Bondage, Homosexualität, Lack und Leder …

Sex/Erotik haben unzählige Facetten, die gelebt werden wollen und mit denen Geld verdient wird, weil es eben einen Bedarf dafür gibt. Eine Bewertung dessen steht uns und anderen Menschen nicht zu.

Insgesamt haben wir eine sehr offene Firmenpolitik. Uns ist wichtig, dass jede/r ihre/seine Sexualität so lebt, wie sie/er es will.

In unserem Flagshipstore in Berlin haben wir eine offene Raumgestaltung gewählt, weil wir damit Offenheit signalisieren wollen. Eine Stigmatisierung von Sexualität und/oder Sexarbeit liegt uns fern.

Wir wissen, dass unsere Sextoys von einer vielfältigen Kundschaft gekauft wird - so auch von verantwortungsvollen Sexarbeiterinnen, die Toys aus gesundheitsfreundlichen Materialien nutzen. Dabei hoffen wir, dass die Qualität unserer Toys ihren Preis rechtfertigt und wir zufriedene Kunden haben.

Die persönliche Meinung und die Phantasie eines einzelnen Mitarbeiters und die daraus folgenden “Gedankengänge” und Zusammenhänge zum Thema Sexarbeit können wir nicht mittragen. Da haben wohl viele eigene Vorurteile, Unsicherheit oder eine mißverstandene Interpretation von “no porn” in die Äußerung der Mitarbeiterin mit hineingespielt - so “absurd” sie auch sind, so verletzend sind sie für einen Berufsstand, der bereits seit 3 Jahrzehnten um Anerkennung kämpft.
Ich denke, wir haben hier noch eine Menge Aufklärungsarbeit, auch ggü. unseren MitarbeiterInnen zu leisten und entschuldigen uns für die entstandene Situation.

Mit freundlichen Grüßen aus Bremen

Ilona Offermann
Marketing Manager

Melanie
05.10.10, 21:31
war mir nicht sicher ob man den hier posten darf :schaem:

http://kaeufliche-lust.joyclub.de/forum/t390883-15.ein_offener_brief_an_fun_factory.html

(2. Seite... und ich hoffe der thread ist öffentlich)

büdde schön :blume3:

Asfaloth
05.10.10, 21:32
Alles wird gut !

alfder
05.10.10, 22:39
Kluge Antwort, der Marketingleiterin von FF.

Fazit: Die Aktion von Sascha hat, wenn natürlich nicht voll befriedigend, immerhin etwas bewegt.

Diese kleinen Schritte bewirken in Summe mehr als alles hinzunehmen. Weiter so!

Bloßeinbesucher
05.10.10, 22:48
Kluge Antwort, der Marketingleiterin von FF...

Zu ergänzen vielleicht noch: Und eine kluge Analyse dieser Antwort durch Sascha (vgl. den von Vanessa gesetzten Link).

Escort Coach
06.10.10, 20:32
Es ist mir ein Bedürfnis an dieser Stelle noch hinzuzufügen.

Dieser Thread zeigt so schön, wie selten einer, wie fatal vorschnelle Verurteilung sein kann. Da wird eine Firma bereits in der Überschrift mit dem 'Daumen nach unten' und 'Doppelmoral' in Verbindung gebracht, noch ehe wirklich klar ist, wie die Firma zum Thema Prostitution steht.

Hier taten Sexarbeiterinnen und Angehörige genau das mit der Firma, was sie für sich selbst nie erleben möchten und massivst kritisieren: vorschnelle Verurteilung

Wie ich dazu stehe, Dinge einzufordern, die man selbst nicht bereit ist zu geben, habe ich an anderer Stelle ja schon geschrieben. Toleranz gehört natürlich dazu.

Die Firma hat den öffentlichen Brief äußerst geschickt beantwortet. Was sonst hätte man von Profis erwartet?

Und abgesehen von der fehlenden Toleranz und der unberechtigt, vorschnellen Verurteilung, halte ich es für fragwürdig, den Firmennamen mit dieser negativen Auslegung in der Überschrift stehen zu lassen. Es könnte abmahnfähig sein, da erst auf Seite 9 der Sachverhalt aufgeklärt wird.

Vernatsch
06.10.10, 21:12
Ausgangspunkt war meine Frage an die angestellte Dame, ob ich in der Filiale ein paar Flyer für ein Filmfestival auslegen könne, das die Berliner Hurenorganisation Hydra e.V. (die Ihnen vielleicht ein Begriff ist) anlässlich Ihres 30. Jubiläums veranstaltete.


Hat Sascha denn nun ein paar von ihren Flyern im FF-Flagshipstore in Berlin-Mitte ausgelegt?

Bayernbulle
07.10.10, 00:35
Und abgesehen von der fehlenden Toleranz und der unberechtigt, vorschnellen Verurteilung, halte ich es für fragwürdig, den Firmennamen mit dieser negativen Auslegung in der Überschrift stehen zu lassen. Es könnte abmahnfähig sein, da erst auf Seite 9 der Sachverhalt aufgeklärt wird.

Finde ich echt klasse, dass Du nach dem Abitur auch noch ein Jura-Studium nachgelegt hast..:lach:

jakob
07.10.10, 10:11
Finde ich echt klasse, dass Du nach dem Abitur auch noch ein Jura-Studium nachgelegt hast..:lach:

Babu: :buttkick:
:lach:

Lucy
07.10.10, 10:31
strunz, natürlich nicht.

lg lucy

lolo
07.10.10, 11:39
Finde ich echt klasse, dass Du nach dem Abitur auch noch ein Jura-Studium nachgelegt hast..:lach:

Täusche ich mich, oder ist der Firmenname in der Überschrift jetzt verschwunden?
Da wird MC aber froh sein, dass Escort Coach diesen wichtigen Hinweis gegeben hat.

Gell - Bayernbulle :lach::lach::lach:

RMB
07.10.10, 11:43
Finde ich echt klasse, dass Du nach dem Abitur auch noch ein Jura-Studium nachgelegt hast..:lach:

Vanessa hat völlig recht. Um das zu erkennen, muss man nicht Jura studiert haben.
Prost.

Bayernbulle
07.10.10, 12:19
Da wird MC aber froh sein, dass Escort Coach diesen wichtigen Hinweis gegeben hat.



Hoffentlich vergisst Vanessa dann auch nicht, MC ihr juristisches Beratungshonorar in Rechnung zu stellen. :lach:

---------- Beiträge zusammengefügt um 12:19 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 12:18 Uhr ----------

Vanessa hat völlig recht.

Wer würde DAS zu bestreiten wagen..:beten:

RMB
07.10.10, 12:51
Hoffentlich vergisst Vanessa dann auch nicht, MC ihr juristisches Beratungshonorar in Rechnung zu stellen. :lach:
Wohl eher nicht ... :-)
---------- Beiträge zusammengefügt um 12:19 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 12:18 Uhr ----------



Wer würde DAS zu bestreiten wagen..:beten:

DU ??? :prost:

MC
07.10.10, 12:56
Täusche ich mich, oder ist der Firmenname in der Überschrift jetzt verschwunden?
Da wird MC aber froh sein, dass Escort Coach diesen wichtigen Hinweis gegeben hat.

Gell - Bayernbulle :lach::lach::lach:
Auch vor diesem Hinweis hatte ich diesbezügliche Überlegungen angestellt, es hat mich nur wieder daran erinnert und dann auch umgesetzt.
Danke an alle aber für diese rührend fürsorglichen Kommentare.

Escort Coach
07.10.10, 16:11
Hoffentlich vergisst Vanessa dann auch nicht, MC ihr juristisches Beratungshonorar in Rechnung zu stellen. :lach:

---------- Beiträge zusammengefügt um 12:19 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 12:18 Uhr ----------



Wer würde DAS zu bestreiten wagen..:beten:

Dann würde ich mich vorher aber umbenennen in: MC Escort Coach :lach:
So viel Fairness muss sein.

Kenni
09.10.10, 16:54
Täusche ich mich, oder ist der Firmenname in der Überschrift jetzt verschwunden?
Da wird MC aber froh sein, dass Escort Coach diesen wichtigen Hinweis gegeben hat.

Gell - Bayernbulle :lach::lach::lach:

Da ist er ja . . . was für eine unüberlegte Handlung . . . Lalli, Lolly, Lo . . .

Lucy
09.10.10, 17:06
jo, der a8 is wieder da. *kicher*

Bloßeinbesucher
10.10.10, 02:00
jo, der a8 is wieder da. *kicher*

"a8"? Das verstehe ich nicht. Ein kleines a mit einem Propeller hinten dran? Sagt mir gar nichts. Dann schon lieber Coach potatoe. Sein Klarname lautet übrigens Tullius Destructivus. Nachweislich der einschlägigen Untersuchungen von Uderzo und Goscinny hat er vor längerer Zeit schon einmal in Frankreich für ziemlich viel Ärger gesorgt.

Kenni
10.10.10, 08:48
"a8"? Das verstehe ich nicht. Ein kleines a mit einem Propeller hinten dran? Sagt mir gar nichts. Dann schon lieber Coach potatoe. Sein Klarname lautet übrigens Tullius Destructivus. Nachweislich der einschlägigen Untersuchungen von Uderzo und Goscinny hat er vor längerer Zeit schon einmal in Frankreich für ziemlich viel Ärger gesorgt.

Der gemeinte Protagonist hatte sich vor geraumer Zeit damit hervor getan, dass er einen Audi A8 lenkt. Ob er ihn auch besitzt entzieht sich meiner Kenntnis, aber es gibt ja auch Männer die eine "Gönnerin" haben.

Bloßeinbesucher
10.10.10, 10:19
Der gemeinte Protagonist hatte sich vor geraumer Zeit damit hervor getan, dass er einen Audi A8 lenkt. Ob er ihn auch besitzt entzieht sich meiner Kenntnis, aber es gibt ja auch Männer die eine "Gönnerin" haben.

Danke! - Nachdem ich mit der Suchfunktion hier gescheitert war ("Das eingegebene Wort ist zu kurz oder zu allgemein", oder so ähnlich) habe ich natürlich nach "a8" auch gegoogelt. Durchgängiges Ergebnis: "Audi 8". So einfach können Erklärungen manchmal sein. Bloß habe ich nicht gesehen, daß das die Erklärung war - wahrscheinlich deshalb, weil ich mir Tullius Destructivus nicht gut in einem Auto vorstellen konnte.

lolo
12.10.10, 15:04
Lieber Surfer, ich versuche mal, diesen - offensichtlich kryptischen - Teil meiner Aussage anhand eines Beispiels zu erläutern. Als in Südafrika noch Apartheid herrschte, haben viele Leute keine Apfelsinen aus Südafrika gekauft. Die Zahl der Aktivisten, die zu dem Boykott aufriefen, war demgegenüber verschwindend gering. Umgekehrt wäre es jedoch auch einer größeren Zahl von Aktivisten nicht gelungen, den Effekt durch einen Aufruf zum vermehrten Konsum südafrikanischer Apfelsinen auszugleichen. Einverstanden?

Ich hatte mich über o.a. Post belustigt geäussert mit Post #77 und war von MC deshalb verwarnt worden.
Deshalb möchte ich es nicht versäumen, doch noch ernsthaft auf den Post einzugehen.

Überträgt man das Apfelsinenbeispiel von Blosseinbesucher auf die Problemstellung FunFactory, dann hiesse das:

Die kleine Zahl von organisierten Prostituierten sorgt dafür, dass die sonstige Kundschaft keine Sexspielzeuge mehr bei FunFactory kauft. D.h., die sonstige Kundschaft solidarisiert sich mit den Prostituierten und boykottiert FunFactory.

Fürwahr ein sehr gut passendes Beispiel - voll aus dem Leben.
Ich entschuldige mich für meine Belustigung - aber alles andere wäre sonst beleidigend gewesen. :smile:

Bloßeinbesucher
12.10.10, 15:14
Ich hatte mich über o.a. Post belustigt geäussert mit Post #77 und war von MC deshalb verwarnt worden.
Deshalb möchte ich es nicht versäumen, doch noch ernsthaft auf den Post einzugehen.

Überträgt man das Apfelsinenbeispiel von Blosseinbesucher auf die Problemstellung FunFactory, dann hiesse das:

Die kleine Zahl von organisierten Prostituierten sorgt dafür, dass die sonstige Kundschaft keine Sexspielzeuge mehr bei FunFactory kauft. D.h., die sonstige Kundschaft solidarisiert sich mit den Prostituierten und boykottiert FunFactory.

Fürwahr ein sehr gut passendes Beispiel - voll aus dem Leben.
Ich entschuldige mich für meine Belustigung - aber alles andere wäre sonst beleidigend gewesen. :smile:

Tut mir leid Tullius, die Masche zieht nicht mehr.

Lucy
12.10.10, 15:14
Danke! - Nachdem ich mit der Suchfunktion hier gescheitert war ("Das eingegebene Wort ist zu kurz oder zu allgemein", oder so ähnlich) habe ich natürlich nach "a8" auch gegoogelt. Durchgängiges Ergebnis: "Audi 8". So einfach können Erklärungen manchmal sein. Bloß habe ich nicht gesehen, daß das die Erklärung war - wahrscheinlich deshalb, weil ich mir Tullius Destructivus nicht gut in einem Auto vorstellen konnte.

oder auf einem dreirad. schulligung, bin o.t.

Bloßeinbesucher
16.10.10, 00:25
oder auf einem dreirad...

Nun ja, auf einem Dreirad schon eher. Vor allem mit einem Propeller hinten dran.

Relax
16.10.10, 01:49
Ich lebe in Frankfurt am Main.

Über unsere Stadtregierung hier kann man geteilter Meinung sein. Da werden Molche wegen Straßenprojekten hervor geholt, gleichzeitig aber mit Millionen von Steuergeldern das Stadium für einen zweiten Fußballverein (dem Unkundigen sei FSV genannt) und dessen Tribüne neu aufgebaut für 10000 Zuschauer (es kommen aber immer nur 3000).

Die gleiche Stadtregierung ist riesiger Anteilseigner an der Flughafengesellschaft FAG oder neuerdings Fraport, und protestiert einerseitsgegen neue Landebahnen, und läßt aber im Gegenzug per Staatsmacht alle Proteste per Polizei gewalt im Keim ersticken. Es kam nicht soweit wie bei S21, vermutlich hat sich der Hesse als solcher von einem oder mehreren Escorts wieder aufbauen lassen.

Spaß beiseite: Die gleiche Stadtregierung erlaubt allerdings Werbung an öffenlichen Plätzen per "City Light Poster" und an tausenden von Taxis, die für FKK = Paysex werben.

Gleichzeitig wird ein Riesen bohai veranstaltet, um Drogenprostitution und Straßenprostitution zu vertreiben. Wie passt das alles zusammen. ?

Ist vielleicht in Frankfurt die High Class FKK Club Prostitution ok, der Rest aber nicht ? Ist das ein Zeichen für das Ok der "Gesellschaft" für Paysex?

Oder sollte man froh sein, daß in Frankfurt am Main die Taxis überhaupt solche Werbung tragen dürfen ?

Was meint Ihr alle dazu? Ist Prostituion in Frankfurt nur ab 50 Euro Eintritt + 50 Euro per Nummer legitim?

Und der Rest ist egal ?

Den verschweigen wir besser?