FrankNRW
07.06.11, 19:35
Das Nocti Vagus in Berlin ist kein "normales" Restaurant, sondern eher in der Erlebnisgastronomie angesiedelt. Es ist ein Dunkelrestaurant mit Dunkelbühne, das bedeutet, dass das Restaurant im Keller untergebracht ist und man bei absoluter (kein Restlicht vorhanden) Dunkelheit speist. Hört sich zugegebenermaßen erst einmal - freundlich ausgedrückt - sehr verrückt an, ich war vor meinem ersten Besuch dort auch eher verhalten und nicht wirklich voller Vorfreude, habe meine Meinung allerdings schnell geändert.
Ein Abend im Dunkelrestaurant beginnt zuerst einmal bei einem leckeren Aperitif im Erdgeschoss des Restaurants. Hier ist noch alles schön hell und man bekommt während des Aperitifs zuerst einmal vom Servicepersonal erklärt wie der Abend ablaufen wird, was man beachten sollte und wie man sich in der Dunkelheit verhält. Dann bekommt man seine Menükarte und kann sich in Ruhe eines der vier verschiedenen 3-Gänge Menüs aussuchen. Zur Wahl stehen ein vegetarisches Menü und sowohl je ein Menü mit Fleisch und eines mit Fisch. Menü vier ist ein Überraschungsmenü. Hier hat man keine Ahnung, was auf dem Teller landen wird, jedoch werden Vorlieben, Abneigungen und eventuelle Intoleranten beziehungsweise Allergien abgefragt und berücksichtigt. Dieses Menü kann ich aus Erfahrung sehr empfehlen, da es immer wieder zu lustigen Diskussionen am Tisch kommt, was man denn nun gerade auf dem Teller hat. Wenn man dann hinterher gesagt bekommt, was man tatsächlich gerade gegessen hat, ist die Überraschung unter Umständen sehr groß. Außerdem kann man oben schon einmal das erste Getränk fürs Restaurant unten im Keller bestellen. Flaschenweine machen übrigens deutlich weniger Probleme als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet, das Einschenken geht auch in der Dunkelheit recht einfach von der Hand, vorausgesetzt man hat sich gemerkt, wo man die Flasche abgestellt hat.
Nachdem man sich entschieden hat und der Tisch vorbereitet wurde, wird man vom Servicepersonal in den Keller begleitet. Hier wird man gebeten das Handy komplett auszuschalten und Uhren mit Leuchtzeigern abzunehmen und in die Tasche zu stecken. Dann geht es in eine Art Schleuse. Die Tür fällt hinter einem zu, das Licht geht aus und von der anderen Seite wird die zweite Tür geöffnet und von der Kellnerin im Empfang genommen. Alle Servicekräfte im unteren Teil des Restaurants sind übrigens entweder blind oder schwerst sehbehindert. In einer Polonäse geht es dann zum Tisch wo man sich erst einmal setzen kann und den Tisch vor sich langsam abtasten sollte um Besteck und Gläser zu finden. Wer jetzt noch denkt, das alles doch nicht so schlimm sein kann, die Augen werden sich schon mal an die Dunkelheit gewöhnen, der wird schon bald eines Besseren belehrt. Bei absoluter Dunkelheit ohne Restlicht gibt es leider nichts, an das sich die Augen anpassen könnten, dort unten sieht man absolut gar nichts. Das hat den Vorteil, dass sich andere Sinne schärfen, wie man beim Essen feststellen kann. Die Gerüche des Essens und der Geschmack der Speisen, alles wirkt viel deutlicher und hervorstechender, als man es bisher kannte. Es ist wirklich ein neues und sehr interessantes Geschmackserlebnis. Außerdem merkt man hier erst einmal, wie schwer es unsere Mitmenschen haben die nichts sehen können. Man sieht nicht, was man auf dem Teller hat. Wo liegt was auf dem Teller, wo ist überhaupt erst mal das Besteck und wohin bitte schön, hab ich mein Glas wieder hingestellt? Irgendwann erfühlt man dann den Brotkorb und ehe man sich versieht ist man schon im Dip gelandet, wenn man nicht aufpasst. Das hört sich jetzt alles zwar etwas abenteuerlich an, ist aber wirklich den Versuch wert, da der Besuch des Dunkelrestaurants wirklich ein Erlebnis der besonderen Art ist, wenn man sich darauf einlassen möchte. Die Speisen schmecken hervorragend. Wie gesagt, man gleicht die fehlenden Sinneseindrücke der Augen durch einen deutlich ausgeprägteren Geschmacks- und Geruchssinn wieder aus. Ich kann auch jeden beruhigen, der Angst hat das Restaurant mit der Hälfte der Speisen auf der eigenen Hose zu verlassen. Bisher habe ich mich dort noch nie bekleckert. Ich habe mir nur einmal etwas Wasser auf die Hose geschüttet, als ich versuchte ein leeres Glas Wasser zu füllen und dabei wohl leider etwas zu überschwänglich war. Allerdings würde ich empfehlen, die Krawatte vorsichtshalber zu Hause zu lassen.
Im Laufe des Abends gibt es in der Regel noch ein Show- oder Gesangsprogramm von ca. 45 Minuten Länge. Bei meinem Besuch vor ein paar Wochen war ich leider etwas enttäuscht, da statt dem eigentlich vorgesehenen "Erotischen-Musik-Dinner" ein Alternativprogramm geboten wurde, aber in der Regel ist auch das Showprogramm wirklich hörenswert.
Wenn man dann noch in der entsprechenden Begleitung vor Ort ist, kann man die Zeit dort wirklich sehr genießen und vielleicht auch zu Aktionen hingerissen werden, die man in normalen Restaurants wohl unterlassen würde.
Zusammenfassend kann ich den Besuch im Nocti Vagus wirklich jedem empfehlen. Bisher war ich dort drei Mal und jedes Mal ausgesprochen glücklich. Das Essen ist sehr gut und das Rahmenprogramm in der Regel ansprechend und stimmungsvoll, allerdings muss man auch in der Lage sein, sich auf Neues einzulassen.
Das Personal ist übrigens sehr freundlich und schafft es ausgesprochen gut, die Gäste möglichst stimmungsvoll auf die neuen Erfahrungen vorzubereiten.
Den Tisch, oder eines der Separees sollte man allerdings recht frühzeitig buchen, da die Abende mit den ansprechendsten Showprogrammen aus Erfahrung recht schnell ausgebucht sind.
Ein Abend im Dunkelrestaurant beginnt zuerst einmal bei einem leckeren Aperitif im Erdgeschoss des Restaurants. Hier ist noch alles schön hell und man bekommt während des Aperitifs zuerst einmal vom Servicepersonal erklärt wie der Abend ablaufen wird, was man beachten sollte und wie man sich in der Dunkelheit verhält. Dann bekommt man seine Menükarte und kann sich in Ruhe eines der vier verschiedenen 3-Gänge Menüs aussuchen. Zur Wahl stehen ein vegetarisches Menü und sowohl je ein Menü mit Fleisch und eines mit Fisch. Menü vier ist ein Überraschungsmenü. Hier hat man keine Ahnung, was auf dem Teller landen wird, jedoch werden Vorlieben, Abneigungen und eventuelle Intoleranten beziehungsweise Allergien abgefragt und berücksichtigt. Dieses Menü kann ich aus Erfahrung sehr empfehlen, da es immer wieder zu lustigen Diskussionen am Tisch kommt, was man denn nun gerade auf dem Teller hat. Wenn man dann hinterher gesagt bekommt, was man tatsächlich gerade gegessen hat, ist die Überraschung unter Umständen sehr groß. Außerdem kann man oben schon einmal das erste Getränk fürs Restaurant unten im Keller bestellen. Flaschenweine machen übrigens deutlich weniger Probleme als man vielleicht auf den ersten Blick vermutet, das Einschenken geht auch in der Dunkelheit recht einfach von der Hand, vorausgesetzt man hat sich gemerkt, wo man die Flasche abgestellt hat.
Nachdem man sich entschieden hat und der Tisch vorbereitet wurde, wird man vom Servicepersonal in den Keller begleitet. Hier wird man gebeten das Handy komplett auszuschalten und Uhren mit Leuchtzeigern abzunehmen und in die Tasche zu stecken. Dann geht es in eine Art Schleuse. Die Tür fällt hinter einem zu, das Licht geht aus und von der anderen Seite wird die zweite Tür geöffnet und von der Kellnerin im Empfang genommen. Alle Servicekräfte im unteren Teil des Restaurants sind übrigens entweder blind oder schwerst sehbehindert. In einer Polonäse geht es dann zum Tisch wo man sich erst einmal setzen kann und den Tisch vor sich langsam abtasten sollte um Besteck und Gläser zu finden. Wer jetzt noch denkt, das alles doch nicht so schlimm sein kann, die Augen werden sich schon mal an die Dunkelheit gewöhnen, der wird schon bald eines Besseren belehrt. Bei absoluter Dunkelheit ohne Restlicht gibt es leider nichts, an das sich die Augen anpassen könnten, dort unten sieht man absolut gar nichts. Das hat den Vorteil, dass sich andere Sinne schärfen, wie man beim Essen feststellen kann. Die Gerüche des Essens und der Geschmack der Speisen, alles wirkt viel deutlicher und hervorstechender, als man es bisher kannte. Es ist wirklich ein neues und sehr interessantes Geschmackserlebnis. Außerdem merkt man hier erst einmal, wie schwer es unsere Mitmenschen haben die nichts sehen können. Man sieht nicht, was man auf dem Teller hat. Wo liegt was auf dem Teller, wo ist überhaupt erst mal das Besteck und wohin bitte schön, hab ich mein Glas wieder hingestellt? Irgendwann erfühlt man dann den Brotkorb und ehe man sich versieht ist man schon im Dip gelandet, wenn man nicht aufpasst. Das hört sich jetzt alles zwar etwas abenteuerlich an, ist aber wirklich den Versuch wert, da der Besuch des Dunkelrestaurants wirklich ein Erlebnis der besonderen Art ist, wenn man sich darauf einlassen möchte. Die Speisen schmecken hervorragend. Wie gesagt, man gleicht die fehlenden Sinneseindrücke der Augen durch einen deutlich ausgeprägteren Geschmacks- und Geruchssinn wieder aus. Ich kann auch jeden beruhigen, der Angst hat das Restaurant mit der Hälfte der Speisen auf der eigenen Hose zu verlassen. Bisher habe ich mich dort noch nie bekleckert. Ich habe mir nur einmal etwas Wasser auf die Hose geschüttet, als ich versuchte ein leeres Glas Wasser zu füllen und dabei wohl leider etwas zu überschwänglich war. Allerdings würde ich empfehlen, die Krawatte vorsichtshalber zu Hause zu lassen.
Im Laufe des Abends gibt es in der Regel noch ein Show- oder Gesangsprogramm von ca. 45 Minuten Länge. Bei meinem Besuch vor ein paar Wochen war ich leider etwas enttäuscht, da statt dem eigentlich vorgesehenen "Erotischen-Musik-Dinner" ein Alternativprogramm geboten wurde, aber in der Regel ist auch das Showprogramm wirklich hörenswert.
Wenn man dann noch in der entsprechenden Begleitung vor Ort ist, kann man die Zeit dort wirklich sehr genießen und vielleicht auch zu Aktionen hingerissen werden, die man in normalen Restaurants wohl unterlassen würde.
Zusammenfassend kann ich den Besuch im Nocti Vagus wirklich jedem empfehlen. Bisher war ich dort drei Mal und jedes Mal ausgesprochen glücklich. Das Essen ist sehr gut und das Rahmenprogramm in der Regel ansprechend und stimmungsvoll, allerdings muss man auch in der Lage sein, sich auf Neues einzulassen.
Das Personal ist übrigens sehr freundlich und schafft es ausgesprochen gut, die Gäste möglichst stimmungsvoll auf die neuen Erfahrungen vorzubereiten.
Den Tisch, oder eines der Separees sollte man allerdings recht frühzeitig buchen, da die Abende mit den ansprechendsten Showprogrammen aus Erfahrung recht schnell ausgebucht sind.