est
29.04.07, 08:13
SPIEGEL v. 30.04.07
Wie bereits in Schweden will auch die rot-grüne Regierung in Norwegen käuflichen Sex unter Strafe stellen - dabei sind die Erfahrungen in dem Nachbarland durchaus zwiespältig: In Göteborg begann vorige Woche ein ungewöhnlicher Mammutprozess gegen 20 Freier und vier Zuhälter. Zum ersten Mal werden so Sexkunden durch ein offizielles Verfahren gesellschaftlich bloßgestellt. Seitdem Stockholm 1999 den "Kauf sexueller Dienstleistungen" mit Geldbußen und "im Höchstfall sechs Monaten" Gefängnis bedroht, wurden zwar der Straßenstrich und offener Bordellbetrieb weitgehend unterbunden. Dafür kobert das Rotlichtgewerbe im Internet Kunden - eine größere Chance denn je für Zuhälter, die Wohnungen und Kontakte organisieren und dabei kräftig abkassieren. Andererseits hat es sich als äußerst schwierig erwiesen, Beweise gegen Hunderte ertappter Freier zu finden. Wer geständig war, kam in der Regel mit einer Geldbuße davon - und konnte im Gegenzug auf Anonymität hoffen. Eine Gefängnisstrafe gab es bisher in keinem einzigen Fall. Das soll sich ändern. Das Justizministerium will härter gegen heimliche Prostitution vorgehen. So werden die Anklagen gegen die Freier in Göteborg durch abgehörte Telefonate gestützt. Die Behörden verstehen jeden Kauf sexueller Dienstleistungen "als Teil des organisierten Menschenhandels", sagt die Stockholmer Staatsanwältin Ingela Hessius. Prostitution dürfe deshalb nicht "wie Ladendiebstahl" behandelt werden. "Wir wollen, dass die Strafskala verändert wird", sagt Hessius - mit Höchststrafen bis zu einem Jahr.
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p.s.: vor diesem hintergrund sollte man auch den von unserer regierung geforderten zugang zu den computerfestplatten im auge behalten.
Wie bereits in Schweden will auch die rot-grüne Regierung in Norwegen käuflichen Sex unter Strafe stellen - dabei sind die Erfahrungen in dem Nachbarland durchaus zwiespältig: In Göteborg begann vorige Woche ein ungewöhnlicher Mammutprozess gegen 20 Freier und vier Zuhälter. Zum ersten Mal werden so Sexkunden durch ein offizielles Verfahren gesellschaftlich bloßgestellt. Seitdem Stockholm 1999 den "Kauf sexueller Dienstleistungen" mit Geldbußen und "im Höchstfall sechs Monaten" Gefängnis bedroht, wurden zwar der Straßenstrich und offener Bordellbetrieb weitgehend unterbunden. Dafür kobert das Rotlichtgewerbe im Internet Kunden - eine größere Chance denn je für Zuhälter, die Wohnungen und Kontakte organisieren und dabei kräftig abkassieren. Andererseits hat es sich als äußerst schwierig erwiesen, Beweise gegen Hunderte ertappter Freier zu finden. Wer geständig war, kam in der Regel mit einer Geldbuße davon - und konnte im Gegenzug auf Anonymität hoffen. Eine Gefängnisstrafe gab es bisher in keinem einzigen Fall. Das soll sich ändern. Das Justizministerium will härter gegen heimliche Prostitution vorgehen. So werden die Anklagen gegen die Freier in Göteborg durch abgehörte Telefonate gestützt. Die Behörden verstehen jeden Kauf sexueller Dienstleistungen "als Teil des organisierten Menschenhandels", sagt die Stockholmer Staatsanwältin Ingela Hessius. Prostitution dürfe deshalb nicht "wie Ladendiebstahl" behandelt werden. "Wir wollen, dass die Strafskala verändert wird", sagt Hessius - mit Höchststrafen bis zu einem Jahr.
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p.s.: vor diesem hintergrund sollte man auch den von unserer regierung geforderten zugang zu den computerfestplatten im auge behalten.