MC
17.04.06, 17:13
Boomender Markt für die "Ware Mensch"
Für die Hintermänner im internationalen Frauenhandel herrscht meist nur geringes Risiko.
Die genauen Zahlen kennt niemand. Schätzungen gehen davon aus, dass in Österreich jährlich bis zu 7000 Frauen als illegale Prostituierte vermittelt werden. Und der internationale Frauenhandel zieht immer weitere Kreise.
Eingeflogen und vermietet
"Junge Frauen aus Litauen werden für zwei Tage eingeflogen, danach nach Spanien ,vermietet'. Der ,Markt' ist riesig, die ,Nachfrage' auch. Menschenhändler schicken ihre ,Ware' durch ganz Europa." Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt (BK) hasst es, wie ein Ökonom zu reden, wenn es um Frauenhandel geht. Aber das ist kein Zufall. Kein anderer Zweig der internationalen Kriminalität hat einen derart hohen Organisationsgrad und ist so lukrativ.
Menschenhändler nützen immer Notsituationen aus
Das Risiko für die Hinterleute, wegen Menschenhandels oder Zuhälterei belangt zu werden, ist gering. "Betroffene Frauen sind den Menschenhändlern ausgeliefert - egal, ob es um die Abarbeitung von Schlepperkosten geht oder um den erhofften Sprung aus ärmlichen Verhältnissen. Menschenhändler nützen immer Notsituationen ihrer Opfer aus", erklärt Zwettler im STANDARD-Gespräch.
Keine´Nächstenliebe
Auch bekannte Namen verstricken sich immer wieder in dem Milieu. Zuletzt etwa der ehemalige Eislaufstar Wolfgang Schwarz (58), der derzeit eine Freiheitsstrafe verbüßt, weil er junge Frauen aus dem Baltikum zum Zwecke der Prostitution nach Österreich gelotst hat. Schwarz gab immer an, das gleichsam aus Nächstenliebe gemacht zu haben, doch für die Justiz war es eindeutig Menschenhandel.
Prominente Kunden
Prominente sind auch in der "Escort-Affäre" unter Verdacht. Kunden, darunter Anwälte und PR-Betreuer, sollen laut der Protokolle einer polizeilichen Telefonüberwachung minderjährige Prostituierte bei einer "Begleitagentur" geordert haben. Ob gegen die Betroffenen ein Verfahren eröffnet wird, ist noch immer offen.
Wie auf dem legalen Markt beherrscht auch im Rotlichtbereich die Nachfrage das Angebot. "Im Winter haben wir einen starken Anstieg der illegalen Prostitution in Skisportorten. Kurz vor großen Kongressen in Wien nehmen immer die Einreisen von Osteuropäerinnen sprunghaft zu", so Zwettler.
40.000 zusätzliche Prostituierte für WM erwartet
Das ist wohl auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 zu erwarten. Bis zu 40.000 zusätzliche Prostituierte sollen in wenigen Monaten zur WM nach Deutschland kommen, wird mancherorts geschätzt, was Schwedens staatlichen Ombudsmann für Gleichberechtigung, Claes Borgström, für einen - heftig diskutierten - Boykottaufruf nutzte: Die Nationalmannschaft solle sich nicht an dem Weltturnier beteiligen, um die Ablehnung von Menschenhandel zu unterstreichen. In Schweden ist seit 1999 käuflicher Sex verboten, bestraft werden erwischte Freier, nicht die Frauen.
Quelle (http://derstandard.at/?url=/?id=2412418)
Für die Hintermänner im internationalen Frauenhandel herrscht meist nur geringes Risiko.
Die genauen Zahlen kennt niemand. Schätzungen gehen davon aus, dass in Österreich jährlich bis zu 7000 Frauen als illegale Prostituierte vermittelt werden. Und der internationale Frauenhandel zieht immer weitere Kreise.
Eingeflogen und vermietet
"Junge Frauen aus Litauen werden für zwei Tage eingeflogen, danach nach Spanien ,vermietet'. Der ,Markt' ist riesig, die ,Nachfrage' auch. Menschenhändler schicken ihre ,Ware' durch ganz Europa." Erich Zwettler vom Bundeskriminalamt (BK) hasst es, wie ein Ökonom zu reden, wenn es um Frauenhandel geht. Aber das ist kein Zufall. Kein anderer Zweig der internationalen Kriminalität hat einen derart hohen Organisationsgrad und ist so lukrativ.
Menschenhändler nützen immer Notsituationen aus
Das Risiko für die Hinterleute, wegen Menschenhandels oder Zuhälterei belangt zu werden, ist gering. "Betroffene Frauen sind den Menschenhändlern ausgeliefert - egal, ob es um die Abarbeitung von Schlepperkosten geht oder um den erhofften Sprung aus ärmlichen Verhältnissen. Menschenhändler nützen immer Notsituationen ihrer Opfer aus", erklärt Zwettler im STANDARD-Gespräch.
Keine´Nächstenliebe
Auch bekannte Namen verstricken sich immer wieder in dem Milieu. Zuletzt etwa der ehemalige Eislaufstar Wolfgang Schwarz (58), der derzeit eine Freiheitsstrafe verbüßt, weil er junge Frauen aus dem Baltikum zum Zwecke der Prostitution nach Österreich gelotst hat. Schwarz gab immer an, das gleichsam aus Nächstenliebe gemacht zu haben, doch für die Justiz war es eindeutig Menschenhandel.
Prominente Kunden
Prominente sind auch in der "Escort-Affäre" unter Verdacht. Kunden, darunter Anwälte und PR-Betreuer, sollen laut der Protokolle einer polizeilichen Telefonüberwachung minderjährige Prostituierte bei einer "Begleitagentur" geordert haben. Ob gegen die Betroffenen ein Verfahren eröffnet wird, ist noch immer offen.
Wie auf dem legalen Markt beherrscht auch im Rotlichtbereich die Nachfrage das Angebot. "Im Winter haben wir einen starken Anstieg der illegalen Prostitution in Skisportorten. Kurz vor großen Kongressen in Wien nehmen immer die Einreisen von Osteuropäerinnen sprunghaft zu", so Zwettler.
40.000 zusätzliche Prostituierte für WM erwartet
Das ist wohl auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 zu erwarten. Bis zu 40.000 zusätzliche Prostituierte sollen in wenigen Monaten zur WM nach Deutschland kommen, wird mancherorts geschätzt, was Schwedens staatlichen Ombudsmann für Gleichberechtigung, Claes Borgström, für einen - heftig diskutierten - Boykottaufruf nutzte: Die Nationalmannschaft solle sich nicht an dem Weltturnier beteiligen, um die Ablehnung von Menschenhandel zu unterstreichen. In Schweden ist seit 1999 käuflicher Sex verboten, bestraft werden erwischte Freier, nicht die Frauen.
Quelle (http://derstandard.at/?url=/?id=2412418)