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Vollständige Version anzeigen : 5 Agenturen in Wien geschlossen


MC
12.05.06, 16:44
Schlag gegen Menschenhandel
Ein Menschenhändlerring soll Hunderte Frauen aus Polen und Rumänien nach Wien verschleppt und zur Prostitution gezwungen haben. 16 Mitglieder wurden verhaftet. Auch fünf Wiener Begleitservice-Agenturen sollen verwickelt sein.

Zeitungsinserat mit Konsequenzen
Die Operation "Schmetterling" war für das Bundeskriminalamt (BK) ein großer Erfolg. Gemeinsam mit der polnischen und rumänischen Polizei wurden fünf Menschenhändlerbanden aufgedeckt.

16 Österreicher, Rumänen und Polen konnten festgenommen werden. Unter den Festgenommenen befinden sich auch zwei polnische Polizisten, die bei den Schleppungen geholfen haben.

Fünf Wiener Begleitservice-Agenturen sind laut BK in den Fall verwickelt.

Den entscheidenden Hinweis brachte ein Zeitungsinserat einer als Modellagentur getarnten Schlepperorganisation.

Bordell statt Laufsteg
Insgesamt wurden an die 440 Frauen aus Polen und Rumänien als Prostituierte nach Österreich gebracht. Ursprünglich hatten sich diese Frauen als Model beworben. Tatsächlich landeten sie in Niederöstererreich, Wien und Kärnten in Bordellen.

Den Beamten gelang es, 60 Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren aus den Fängen der Menschenhändler zu befreien.

Preisliste online
Über mehrere - mittlerweile gesperrte - Homepages konnte die einschlägige Kundschaft Mädchen nach den jeweiligen sexuellen Vorlieben und Körpermaßen auswählen. Die Preisliste gab es ebenfalls online: 50 Euro für 15 Minuten, 100 Euro für eine Stunde, Zusatzleistungen wurden separat abgerechnet. Die "Arbeitszeit" der Prostituierten dauerte von 9.00 bis 3.00 Uhr.

Enorme Provisionen
Die Vermittler sollen laut BK für die Schleppung Provisionen von insgesamt elf Millionen Euro eingestreift haben.

Für die Vermittlung nach Österreich erhielten sie pro Person 1.000 bis 1.500 Euro plus 1.500 Euro von den Wiener Agenturbetreibern - und rund 25 Prozent des Geldbetrages, der für eine "Dienstleistung" bezahlt wurde.

Quelle (http://wien.orf.at/stories/108464/)