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Ariane

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  1. Danke für euer wohltuendes Feedback. Und ja, deshalb schreibe ich. Damit der Kampf über mehr als 20 Jahre nicht vergeblich war. Meine letzten Attacken hab ich auch in meinem Substack veröffentlicht, z.B. dass der Claim Sexwork is Work eine Luxusüberzeugung ist und jene nicht adressiert, also die Mehrheit, die etwas zu verlieren haben. Mir geht es nicht darum den Begriff Sexarbeit zu entwerten, er hat in seiner Gründungsphase in den 1970ern seine Berechtigung gehabt und arbeitsrechtliche Ziele sind auch heute virulent. Nur ich frage mich, wie privilegierte Leute, die nur Handentspannung, Tantra oder als Domina Kunden auf Distanz halten die Sprecherstimme und Interessenvertretung für die Mehrheit werden konnten, die diese Erfahrung überhaupt nicht teilen. Egal hier noch was wichtiges, was alle angeht, auch wenns weit weg zu sein scheint. https://futurevibes.substack.com/p/die-maschine-wei-was-du-bist Ich musste mir ständig vorwerfen lassen, dass ich eine internationale Perspektive einbringe, die in Deutschland niemanden interessiert. Aber tatsächlich ist es ja so, dass man aus den Erfahrungen im Ausland und den Gesetzsprechungen eine ganze Menge lernen kann, um eine deutsche adäquate Rechtsprechung auf den Weg zu bringen. So wie das jetzt läuft, dass Kapital und Verbote den Markt regulieren sollen und Prostitution in die Verdamnis schicken, das bleibt ein rein zwielichter, doppelmoralischer und verzweifelter Akt, Probleme zu verschieben und nicht zu lösen.
  2. Wenn Escorts im Netz unsichtbar werden, wird es ihre Gründe haben. Manchmal technologische.
  3. Eine kurze Note für jene, die mich noch kennen. Macht euch keine Sorgen, ich bin zufrieden, obwohl ich Berlin hasse und hier weg will. Hab aber nicht die Mittel und Möglichkeiten wegzuziehen. Spiele schon Lotto aus Verzweiflung. Ich möchte euch nur mitteilen, dass ich bleibe und ab und zu hier was poste: der neueste Fortschritt - zwei Wochen Zahnschmerzen überlebt, eine anstehende Bücherlesung in Berlin und ich schreibe exklusiv als Journalistin und freie Autorin für die Berliner Zeitung, meiner Lieblings-Tageszeitung. Besser gehts nicht. Auch gibts was Neues auf die Ohren. Textwelten https://www.berliner-zeitung.de/autoren/martyra-peng-10032646 https://futurevibes.substack.com/ Klangwelten zur Entspannung gibts hier https://suno.com/@martyrapeng Ich wünsche euch einen schönen Sommer! Ariane, die mit dem Vibe https://martyrapeng.com/
  4. https://futurevibes.substack.com/p/die-frau-aus-dem-katalog herzlichst Ariane (mit polnischen Wurzeln mütterlicherseits)
  5. Ich bin seit letztem Jahr im (Un-) Ruhestand und kann auf ein Werk zurückblicken. Nein, Schwänze lutschen gehörte nicht dazu - trotz mehrfacher Auszeichnung in Freierkreisen, aber meine liebenswürdigen wenigen Stammkunden haben geholfen, ein unabhängiger Geist zu bleiben. Danke. Ich mach jetzt auch in Musik: dies ist mein neuer Song in Referenz an das Rotlicht 2001-2011, das mich besessen hat. https://suno.com/s/QLZPEGRqK0uX9HXh
  6. Hier noch meine Abrechnung und dann ist Schluss. Der Text wird nicht hinter der Paywall verschwinden. https://open.substack.com/pub/futurevibes/p/moralischer-luxus-reale-opfer?r=241iog&utm_medium=ios&shareImageVariant=overlay
  7. Hier noch mein letzter öffentlicher Auftritt beim Chaos Computer Club Hamburg 2022 CCC
  8. Ihr seid lieb, danke dafür. Solange ich lebe, werde ich mich nicht unterkriegen lassen. Ansonsten macht euch keine Sorgen, mir gehts gut dank bunter Pillen und viel Ruhe. Ich hab den Beitrag nochmal für 2 Tage aufgeschaltet. Um Kontext zu liefern.
  9. Liebe Leute, ich wünsche euch ein gesundes und hoffentlich schönes neues Jahr. Passt auf euch auf. Ich hab nicht auf mich aufgepasst. Herausgekommen ist eine Frührente mit 57, da ich aufgrund folgender Erfahrungen dissoziiert habe, Schizophrenie. Das tolle daran ist, dass ich viel Zeit habe und endlich meiner wahren Berufung folgen kann, nämlich Bücher und Essays schreiben, wenn ich stabil bin, was die meiste Zeit der Fall ist. Ich möchte mal kurz darstellen, wie sich 20 Jahre Kampf für die Rechte von Sexarbeiter:innen (ja böses Wort) auf meine Seele ausgewirkt haben und warum ich dieses Engagement unter den jetzigen Bedingungen keiner Sexarbeiterin empfehlen möchte. Ich möchte euch aber folgenden Blog Beitrag empfehlen, der nur kurze Zeit online steht, aus Selbstschutz. Ich möchte, dass ihr versteht, dass ich ein sehr differenziertes Weltbild habe, dass ich persönlich meine Zeit in der Sexarbeit als eine der besten Lebensphasen wahrgenommen habe, dass ich Betreiber:innen in der Sexindustrie nicht pauschal verurteile, da ich die wahren Täter kennengelernt habe, dass ich meine Kunden nie verachtet habe, denen ich mit Zartheit begegnet bin. Ich möchte nur loswerden, welchen langen Kampf ich in einem entsetzlich toxischen Umfeld geführt habe und letztendlich dafür einen hohen Preis, meine Gesundheit, zahlen musste. Lange Rede kurzer Sinn. Hier ist der verlinkte Beitrag, den ich euch ans Herz lege, um zu verstehen, warum die Interessenpolitik zugunsten marginalisierter Menschen in den letzten Jahrzehnten erfolglos geblieben ist. Ich sehe auch keinerlei Bemühungen, auf rechtlichem Wege z.B. die Registrierungspflicht und die Sperrbezirksverordnungen zu kippen. Ich sehe nur Leute, die sich mit sich selbst beschäftigen. A. https://futurevibes.substack.com/p/zwischen-szene-und-schweigen
  10. Julia Klöckner hat mir gestern geantwortet, ich soll die Zeitung „Das Parlament“ abonnieren. Frechheit. Ich hab die als Studentin der Politikwissenschaft Anfang der 1990er Jahre gelesen. Hier noch was Lustiges für euch: mein meist gelesener Blog in 2025 😅 https://open.substack.com/pub/futurevibes/p/die-kasepimmel-mit-pilze-theorie?r=241iog&utm_medium=ios
  11. Hier meine Antwort an Frau Warken, Frau Klöckner und alle anderen schlecht Beratenen zur Einführung eines Sexkaufverbots in Deutschland: https://futurevibes.substack.com/p/ich-klage-an-nach-25-jahren-kampf
  12. Hier ist die 3. Folge meiner Reihe mit Kunden Geschichten, ein Herr in London, der mich hier bei MC entdeckte. Eine Begegnung, die noch heute nachhallt. https://open.substack.com/pub/susannewilp/p/londoner-nachte?r=241iog&utm_medium=ios
  13. Wie manche nach meinem letzten Beitrag wissen, schreibe ich wieder einen Blog bei Substack, oft über Politisches, aber jetzt auch Gedichte, Kurz-Krimis und Kurzgeschichten über Kunden. Bislang sind zwei Kurzgeschichten über Kunden erschienen. Eine traurige Geschichte und eine Geschichte mit Happy End. Folgt meinem Blog (its free, in deutsch und englisch) und ihr werdet erstaunt sein, welche Gedankengänge ein ehemaliges Fetisch Escort so hat, um euch zu belustigen, zum nachdenken oder träumen zu bringen. Weitere Geschichten über meine ehemaligen Kunden werden folgen. Ich wünsche euch einen schönen Lesesommer. https://susannewilp.substack.com/p/der-untergang-des-karl-v https://susannewilp.substack.com/p/die-liebe-zu-clara Gruß Ariane
  14. Ja ich kann dir nur zustimmen. Leider gibt es aber auch im Escort Bereich Probleme, die aber nicht unlösbar sind. Aber das ist ein anderes Thema. Ich schreib hier auch nur, weil ich wirklich respektvolle Männer nur im höherpreisigen Bereich kennengelernt habe, wobei ich kein High Class Segment bedient habe, sondern middle class, die Schicht aus der ich komme. Jedenfalls sind die Probleme der Mehrheit ein Problem für die gesamte Branche und deshalb geht es auch die High Class Szene an, Kunden wie Escorts, welche Gesetze gemacht werden und welche Auswirkungen das hat. Auch auf Menschen, die sehr darauf achten, keine ausgebeuteten und kaputten Frauen zu daten. Das Stigma betrifft wie gesagt alle Personen in diesem Sex-Gewerbe, auch respektvolle Männer in allen Paysex Segmenten. Jedenfalls muss sich was ändern, bevor Politik und bekloppte Aktivisten etc. die Lebenssituation von uns allen weiter verschlimmbessern, weil sie wenig Ahnung haben. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich hier schreibe, weil es evtl sog Entscheidungsträger unter den Kunden lesen, die die Macht haben, etwas zum Besseren zu wenden. Der Status Quo ist keine Lösung.
  15. generell fehlenden Freiwilligkeit? Wo liest du das? Sorry, aber mir gehts nicht darum, Freier als Kriminelle darzustellen, sondern letztlich - über 20 Jahre - zu einer Kultur der Erotik und des gegenseitigen Respekts beizutragen, dass vulnerable Menschen nicht in eine Falle tappen lässt. Wie ich in meinem Buch schrieb: es gibt kaum Möglichkeiten ohne Bildung soviel Geld zu verdienen, wie ein Wirtschaftsprüfer außer Sexarbeit. Mir gehts auch nur um den Zusammenhang, die Gier nach Geld im Kontext der Verluste, Verletzungen und gesellschaftliche Folgekosten zu sehen und für Rahmenbedingungen zu kämpfen, die allen Seiten weiterhelfen: Sexarbeitern, ausgebeuteten Frauen, Kunden und Betreibern von Plattformen, Bordellen oder Agenturen, Studios. Wer mein Buch nicht kennt, kann diesen Artikel kostenfrei lesen, den ich vor 2 Jahren veröffentlicht habe, der manche Augen öffnen wird. https://www.novo-argumente.com/artikel/prostitution_in_schwierigem_fahrwasser Der Prozess der Registrierung hat mir erst später Kopfzerbrechen gemacht. Wärst du an meiner Stelle, würdest du es nachvollziehen können, dass die Auswirkungen einer Registrierung in einer zukünftig wahrscheinlich durch eine AFD mitregierte Gesellschaft bedeuten. Nämlich Verfolgung und Tod. ich kanns dir gerne als PDF per mail schicken. Ich möchte, das Prostitution sich selber abschafft, so wie wir es kennen mit all den negativen Begleiterscheinungen. Ich möchte, dass die Freier nicht kriminalisiert werden und die Frauen autonom handeln, sicher sind und Risiken erkennen und vermeiden. Es braucht eine Kultur der Erotik, nicht des De-Respekts oder Verbots. https://susannewilp.substack.com/p/sex-gewalt-und-die-versteckte-rechnung Da ich diesem Forum seit langem freundschaftlich verbunden bin und darüber wunderbare Kunden, Menschen kennengelernt habe, stelle ich diesen Text, hinter der Paywall versteckt, einfach mal hier rein: Text: Sex, Gewalt und die versteckte Rechnung: warum das Prostituiertenschutzgesetz Deutschland in eine Kostenfalle treibt Einleitung: Eine Debatte jenseits der Moral Prostitution polarisiert: Für die einen ist sie ein Ausdruck persönlicher Freiheit, für die anderen eine moralische Schande. Doch während Moral die Diskussion oft dominiert, bleibt eine pragmatischere Frage im Schatten: Welche Kosten verursacht Prostitution für die Gesellschaft? In Deutschland, einem Land mit legalisierter Sexarbeit seit 2002, sollte das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) von 2017 Schutz und Ordnung bringen. Stattdessen hat es eine Kette von Folgekosten ausgelöst – finanziell, gesundheitlich, sozial und kriminell –, die weit über die Bordellwände hinausreichen. Basierend auf meiner Untersuchung in Sexwork 3.0, die 2019 etwa 50.000 Sexarbeiter*innen durch Werbeanzeigen zählte – eine Zahl, die den offiziellen Registrierungen nahekommt –, zeigt dieser Essay, wie das Gesetz Menschen in die Illegalität treibt, Gewalt fördert und die Gesellschaft mit einer versteckten Rechnung belastet. Von Steuerverlusten über Gesundheitskrisen bis hin zu Menschenhandel: Prostitution ist kein Moralproblem, sondern eine Kostenfrage – und Deutschland zahlt einen hohen Preis. 1. Gesellschaftliche Folgekosten: Eine teure Bilanz Die gesellschaftlichen Folgekosten der Prostitution sind vielschichtig und betreffen mehrere Bereiche: Steuer- und Sozialsysteme, Gesundheit, Strafverfolgung und soziale Strukturen. Eine nüchterne Analyse zeigt, dass diese Kosten nicht nur finanziell messbar sind, sondern auch langfristige Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. 1.1 Steuerverluste und Sozialsysteme Meine Untersuchung in Sexwork 3.0 ergab 2019 etwa 40.400 Sexarbeiterinnen durch eine Zählung von Online Werbeanzeigen in bundesweiten Portalen, während offizielle Statistiken (z. B. Nordrhein-Westfalen, 2020) etwa 32.800 Registrierte nennen. Die Diskrepanz deutet auf einen großen informellen Sektor hin, in dem Einkünfte nicht versteuert werden. Laut Schätzungen des Bundesrechnungshofs könnten jährlich Millionen Euro an Steuern verloren gehen, die für Bildung, Infrastruktur oder Renten fehlen. Viele Sexarbeiterinnen zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge, doch im Alter oder bei Krankheit greifen sie auf staatliche Unterstützung zurück – eine doppelte Belastung für das System. Schwarzarbeit und Sozialhilfebetrug verschärfen das Problem. In einem großzügigen Sozialstaat wie Deutschland beziehen einige Sexarbeiter*innen Leistungen, während sie undeklariertes Einkommen erzielen. Die Verwaltungskosten zur Aufdeckung solcher Fälle binden Ressourcen, die anderswo effizienter genutzt werden könnten. Das ProstSchG, das Registrierung und Transparenz fördern sollte, hat diesen Trend nicht gestoppt – im Gegenteil, es hat den informellen Sektor gestärkt. 1.2 Gesundheitskosten Gesundheit ist ein zentraler Kostenfaktor. Sexarbeiter*innen im informellen Sektor sind überdurchschnittlich oft mit sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs) wie HIV (10-15 % der Neuinfektionen, RKI) oder Hepatitis konfrontiert, da Schutzmaßnahmen fehlen. Eine HIV-Therapie kostet etwa 20.000 Euro jährlich, Hepatitis-Behandlungen bis zu 50.000 Euro – oft vom öffentlichen Gesundheitssystem getragen, da Versicherungsschutz selten ist. Gewaltverletzungen (z. B. Frakturen) kosten 1.000-5.000 Euro pro Krankenhaustag, während psychische Erkrankungen wie PTBS Therapien (80-120 Euro pro Sitzung) oder Klinikaufenthalte (Tausende Euro) erfordern. Eine Studie der Universität Hamburg (2019) schätzt die gesundheitlichen Folgekosten auf Hunderte Millionen Euro jährlich. 1.3 Strafverfolgung und Kriminalität Die Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution bindet erhebliche Ressourcen. Europol stuft die Sexindustrie als profitablen Bereich für organisierte Kriminalität ein, und das BKA meldet jährlich Hunderte Fälle – 406 Opfer im Jahr 2022 allein. Polizei, Gerichte und Haftkosten verschlingen Millionen, doch die Aufklärungsquote bleibt niedrig. Das ProstSchG hat die Kriminalität nicht reduziert, sondern verlagert, da der informelle Sektor schwerer kontrollierbar ist. 1.4 Soziale Kosten Sozialarbeit ist ein weiterer Kostenpunkt. In Deutschland gibt es Dutzende Beratungsstellen wie Hydra (Berlin) oder Kassandra (Nürnberg), die Sexarbeiter*innen unterstützen. Berlin gab zwischen 2017 und 2020 über 5 Millionen Euro für solche Einrichtungen aus – etwa 90 Euro pro Beratung bei 56.000 Fällen. Bundesweit könnten die Kosten im zweistelligen Millionenbereich liegen. Stigmatisierung führt zudem zu Ausgrenzung, Armut und Abhängigkeit, was langfristig Sozialhilfe- und Jugendhilfekosten erhöht. 2. Das Prostituiertenschutzgesetz: Ein Fehlschlag mit Konsequenzen Das ProstSchG sollte Sexarbeiterinnen schützen, doch es hat paradoxe Effekte. Die Registrierungspflicht, Gesundheitschecks und strengere Betriebsauflagen haben viele – insbesondere Migrantinnen – in den informellen Sektor gedrängt. Ban Ying (2020) schätzt, dass 30-40 % der Sexarbeiter*innen illegal arbeiten, eine Entwicklung, die mit meiner Untersuchung (40.400 vs. 32.800 Registrierte) übereinstimmt. Warum ist das Gesetz gescheitert? Bürokratie und Stigma: Die Registrierung wird als stigmatisierend empfunden, und die Offenlegung persönlicher Daten schreckt ab – insbesondere Migrant*innen ohne Aufenthaltsstatus. Kosten: Gesundheitsberatungen (20-50 Euro) sind für viele unerschwinglich, und Bordellauflagen reduzieren legale Arbeitsplätze. Mangelnde Umsetzung: Behörden sind oft schlecht geschult, und Unterstützungsangebote (z. B. Sprachkurse) fehlen. Das Ergebnis ist ein größerer informeller Sektor – ein Nährboden für Gewalt, Gesundheitsrisiken und Menschenhandel. 3. Gewalt im informellen Sektor: Eine brutale Realität Der informelle Sektor ist geprägt von Unsichtbarkeit und Schutzlosigkeit, was Gewalt eskaliert. Studien zeigen, dass bis zu 75 % der Sexarbeiter*innen hier Gewalt erleben, gegenüber 20-30 % im regulierten Bereich. 3.1 Formen und Ursachen Physische Gewalt (Schläge, Vergewaltigungen), sexuelle Übergriffe, psychische Belastungen (Drohungen, Erpressung) und ökonomische Ausbeutung (Schuldenknechtschaft) sind alltäglich. Ursachen sind fehlender Rechtsschutz, Machtgefälle und wirtschaftlicher Druck. TAMPEP (2019) meldet, dass über 60 % der Sexarbeiter*innen im informellen Sektor jährlich Gewalt erleben. 3.2 Häufigkeit Bei 8.000-12.000 Sexarbeiter*innen im informellen Sektor (20-30 % von 40.400) könnten Tausende betroffen sein. Beratungsstellen wie Hydra melden steigende Zahlen seit 2017, mit 12.000 Beratungen 2019, viele gewaltbezogen. 4. Migrant*innen: Die vulnerabelste Gruppe Migrant*innen (24.000-28.000, 60-70 % von 40.400) sind überproportional betroffen: Rechtliche Unsicherheit: Angst vor Abschiebung verhindert Registrierung. Sprachbarrieren: Mangelnde Deutschkenntnisse erschweren Hilfe. Menschenhandel: Viele sind Opfer, angelockt durch falsche Versprechen. KOK (2021) zeigt, dass migrantische Opfer bis zu 80 % häufiger Gewalt ausgesetzt sind. Gewaltformen umfassen physische Angriffe, sexuelle Übergriffe und psychische Traumata, oft verstärkt durch Drohungen gegen Familien im Herkunftsland. 5. Gesundheitliche Auswirkungen: Eine tickende Zeitbombe Die Gewalt im informellen Sektor hat gravierende gesundheitliche Folgen: 5.1 Physische Schäden Verletzungen (Frakturen, Prellungen) kosten 1.000-5.000 Euro pro Krankenhaustag, STDs wie HIV (20.000 Euro/Jahr) oder Hepatitis (bis 50.000 Euro) sind häufiger ohne Schutzmaßnahmen. Gynäkologische Schäden oder chronische Schmerzen verschlimmern die Lage. 5.2 Psychische Belastungen PTBS (60 % Betroffene), Depressionen (über 50 %) und Sucht (5.000-15.000 Euro pro Entzug) sind weit verbreitet. Migrant*innen verzögern oft Behandlungen, was Kosten steigert. 5.3 Langfristige Folgen Arbeitsunfähigkeit, verkürzte Lebenserwartung (10-15 Jahre) und transgenerationelles Trauma belasten das System über Jahrzehnte. Gesamtkosten könnten Hunderte Millionen Euro jährlich betragen. 6. Menschenhandel: Das dunkle Herz der Prostitution Menschenhandel bleibt ein Kernproblem: Daten: 406 Opfer 2022 (BKA), meist Migrant*innen, mit hoher Dunkelziffer. ProstSchG-Effekt: Der informelle Sektor erleichtert Ausbeutung, da Kontrolle fehlt. Niedrige Verurteilungen: Weniger als 20 pro Jahr (2018-2021), trotz Hunderter Fälle. Menschenhandel ist mit globaler Armut und restriktiver Migrationspolitik verknüpft, die das ProstSchG nicht adressiert. 7. Lösungsansätze: Ein pragmatischer Weg Das ProstSchG braucht Reformen: Anonyme Registrierung: Weniger Stigma und Angst. Kostenfreie Dienste: Gesundheitschecks und Beratung ohne Gebühren. Sprachunterstützung: Mehrsprachige Angebote für Migrant*innen. Fokus auf Menschenhandel: Mehr Ressourcen für Ermittlungen statt Bürokratie. Schlussfolgerung: Die Rechnung begleichen Prostitution ist kein moralisches Rätsel, sondern eine gesellschaftliche Kostenfrage. Das ProstSchG hat versagt, Schutz zu bieten – stattdessen treibt es Menschen in die Illegalität, fördert Gewalt und belastet Gesundheit, Sozialsysteme und Strafverfolgung. Bei 40.400 Sexarbeiter*innen und einem informellen Sektor von 20-30 % zahlt Deutschland einen hohen Preis – in Euro, Leben und sozialer Stabilität. Es ist Zeit für eine pragmatische Neubewertung, die Kosten minimiert und Schutz maximiert. Denn am Ende ist es die Gesellschaft, die die Rechnung begleicht – und sie verdient eine, die sich lohnt.

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