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Ariane

Escort Model
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About Ariane

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    diskrete kunst

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  • Wohnort
    Berlin
  • Interessen
    Reisen
  • Beruf
    Meine Kunst ist sehr intim: ich stelle nur in einem kleinen Kreis aus.
  • Geschlecht
    weiblich
  • Berichte
    Berichte hier und da; check meinen Blog mit weiterführenden Informationen!
  • Blog

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    Nein

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  1. @Achim ich hatte zunächst die gleichen Bedenken. Spiele ich Prostitutionsgegnern in die Hände? Nein, die kennen die Zahlen und versuchen sie hochzudrehen. zb 90% Zwangsprostitution weil 90% Migrantinnen. Ich hab den Text nochmal angepasst. Die Zahlen beruhen auf einer Stichprobe von ca 100 Sexarbeitenden, die über Fachberatungsstellen als Interviewpartner gewonnen würden. Die Zahlen mögen vielleicht klein sein, aber sie sind der Stachel im Fleisch, den progressive Prostitutionspolitik nicht leugnen kann, sondern konstruktive, innovative Wege einschlagen muss.
  2. Da das Thema Gewalt, Übergriffigkeit und einvernehmlicher Sex in einem Nachbarthread aufkam, wollte ich fragen, ob ich mal einen unveröffentlichten Text hier einstellen darf, an dem ich arbeite. Und zwar ist das ein sog. Schattenbericht zum Thema "Sexarbeit und Gewalt", der zeitgleich mit der Regierungserklärung im Juni 2020 zur Istanbul Konvention erscheinen soll. Interessiert Euch das Thema? Falls ja, dann stelle ich den Text hier ein und hoffe auf Euer Feedback. https://www.kok-gegen-menschenhandel.de/kok-informiert/detail/buendnis-istanbul-konvention-fordert-gesamtkonzept-zur-bekaempfung-von-gewalt-gegen-frauen/ https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/frauenrechte/istanbul-konvention/ Ziel: Schutz vor Gewalt gegen Frauen Die Maßnahmen zur Umsetzung durch die Bundesregierung werden dann im Juni vorgestellt. Vorsicht, ein Bericht ist keine einfache Kost: In unserer Strategiegruppe am 10. November 2019 wurde entschieden, daß ich einen Schattenbericht zur Istanbul Konvention schreiben werde. Der 1. Entwurf wird voraussichtlich am Jahresende in diesem Pad stehen und Feedback eingearbeitet werden. Wenn der Bericht abgesegnet wurde, soll er von BesD u.a. Organisationen unterschrieben und dann zeitlich mit dem Bericht der Bundesregierung zur Istanbul Konvention im Juni 2020 veröffentlicht werden. Istanbul Konvention: Schattenbericht über Gewalt an Sexarbeitenden Prostitutionsgesetze, Verordnungen in Deutschland: Auswirkungen 90% aller Sexarbeiter*innen sind Frauen. Sexarbeiter*innen sind weltweit von Gewalt betroffen. Ob in Ländern mit Prostitutionsverboten oder in Ländern mit einer legalisierten Prostitutionspolitik. Allerdings ist die Gewalt- und Mordrate an Sexarbeitenden in Ländern mit Prostitutionsverboten wesentlich höher (z.B. USA, Afrika). Gewalt betrifft Sexarbeiter*innen aller Geschlechtsidentitäten, wobei Migrant*innen und Trans*personen zusätzlich mehrfach stigmatisiert und gefährdet sind. Marginalisierte Menschen sind stärker von Gewalt betroffen als die durchschnittliche Gesamtbevölkerung. Studien über Gewalt und Sexarbeit sind in Deutschland rar. Meist handelt es sich um Stichprobenerhebungen, da die Zielgruppen kaum erreichbar und zugänglich sind und eine Kooperation mit Wissenschaftlern ablehnen (informelle Arbeit). Alle Zahlen über Gewalt gegen Sexarbeitende, die hier im folgenden zugrunde gelegt werden, sind nicht nach nationaler Herkunft und Geschlechtsidentitäten aufgeschlüsselt, weshalb hier nur Aussagen bezüglich weiblicher Sexarbeiterinnen getroffen werden können, wobei hier Migrantinnen inkludiert, aber nicht extra aufgeschlüsselt sind. In einer Untersuchung über Gewalt gegen Frauen in Deutschland 2004 im Auftrag der Bundesregierung wird die Teilpopulation der Prostituierten systematisch untersucht. Quelle: https://www.bmfsfj.de/blob/84328/0c83aab6e685eeddc01712109bcb02b0/langfassung-studie-frauen-teil-eins-data.pdf Auch der Abschlußbericht zum Bundesmodellprojekt "Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution" beinhaltet einige Kennzahlen und Aussagen. https://www.bmfsfj.de/blob/95446/b1f0b6af91ed2ddf0545d1cf0e68bd5e/unterstuetzung-des-ausstiegs-aus-der-prostitution-langfassung-data.pdf Die Evaluation über Auswirkungen des Prostitutionsgesetzes von 2002 enthält keine nennenswerten Aussagen über Auswirkungen des Gesetzes auf das Gewaltaufkommen gegenüber Sexarbeitenden. https://www.bmfsfj.de/blob/93344/372c03e643f7d775b8953c773dcec8b5/bericht-der-br-zum-prostg-broschuere-deutsch-data.pdf Man kann also nicht behaupten, daß die Abkehr von der Sittenwidrigkeit zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen, gar zur Eindämmung von Gewalt gegen Sexarbeitende geführt hätte. Die Stigmatisierung scheint also gleichermaßen hoch zu sein (sowohl vor als auch nach Einführung des Prostitutionsgesetzes), die eine der Grundlagen von Übergriffen und Gewalt gegen Sexarbeitende ist. Man hat also keine Datengrundlage, um zu behaupten, dass das Prostitutionsgesetz von 2002 eine Verbesserung gebracht hat. Die Evaluation des 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetzes steht noch aus, weshalb dazu keine Aussagen getroffen werden können. Auch die sonstige wissenschaftliche Fachliteratur im deutschsprachigen Raum enthält kaum Fallzahlen über Gewalt gegen Sexarbeitenden, was sich dem erwähnten Umstand verdankt, daß diese Zielgruppe außerordentlich schwierig erreichbar ist, da es sich weitgehend um informelle Arbeit handelt und Informationen zum Gewaltproblem schwer zu ermitteln sind. Eine Stichprobe wie in der Studie von 2004 kann jedoch durchaus repräsentiv sein, wenn sie methodisch gut durchdacht wurde. Auch wenn diese Erhebung somit keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt, so bietet der Umfang der Stichprobe doch einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie auch die Gewaltprävalenzen und besonderen Gewalterfahrungen unserer Untersuchungsgruppe. Durch die Kooperation der jeweiligen Hilfseinrichtungen konnten insgesamt 110 Prostituierte zur Mitarbeit an dieser Untersuchung gewonnen werden. Die zunächst angestrebte Anzahl von 250 Untersuchungsteilnehmerinnen wurde nicht erreicht. Das bedeutet, daß andere Sexworker außerhalb dieser Stichprobe nicht berücksichtigt wurden. Wenn wir von Gewalt in der Sexarbeit bzw. Prostitution sprechen, bedeutet dies mehrere Gewaltformen. Zugrunde gelegt wurde die obige Quelle von 2004: https://www.bmfsfj.de/blob/84328/0c83aab6e685eeddc01712109bcb02b0/langfassung-studie-frauen-teil-eins-data.pdf Dazu zählen: 1. psychische Gewalt: Abwertung, Demütigung, Beschimpfung, Ausgrenzung, Unterdrückung und Verleumdung, Gewaltdrohung und Einschüchterung, Psychoterror (z.B. mißbrauchende Anrufe, Stalking durch Kunden) 2. körperliche Gewalt 3. sexuelle Gewalt 4. geschlechtsspezifische Gewalt -> homophobe und transfeindliche Angriffe Gewalterfahrungen vor dem Einstieg in die Prostitution 84 % hatten seit dem 16. Lebensjahr körperliche Gewalt erlebt 59 % hatten seit dem 16. Lebensjahr sexuelle Gewalt erlebt 52 % wurden als Kind Opfer körperlicher Gewalt 43 % wurden als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs Gewalterfahrungen in der Prostitution 92 % wurden sexuell belästigt 82 % wurden Opfer physischer Gewalt 78 % hatten Angst vor Gewalt durch Freier Fast jede fünfte prostituierte Frau erlitt bei der Ausübung der Prostitution schwere Verletzungen wie Knochenbrüche, Verstauchungen, Muskelrisse, Gesichtsverletzungen, Brandwunden und ausgekugelte Gelenke Hier ist allerdings nicht die Gewalt beinhaltet, die nicht von Kunden oder Zuhältern ausgeht, sondern von Anwohnern und aggressiven Männergruppen am Straßenstrich sowie die strukturelle Gewalt durch Stigma, Polizei und Anmeldepflicht, die ein Outingrisiko beinhaltet. Die Situation der nicht-migrantischen Sexarbeitenden Laut den jüngsten Zahlen des statistischen Bundesamtes zur Registrierung nach der Anmeldepflicht von Sexarbeitenden in Deutschland (Ende 2018), beträgt der Anteil deutscher Sexarbeiter*innen etwa 19% an der Gesamtpopulation der Prostituierten, der Anteil migrantischer Sexarbeitender liegt also bei 80%. Allerdings ist hier nur die Gesamtzahl von bislang etwa 33.000 registrierter Sexarbeiter*innen in Deutschland zugrunde gelegt, bei einer Gesamtzahl von geschätzten 200.000. Zu dieser Einschätzung kommt auch folgender Gesetzentwurf zum ProstSchG, die sich auf eine Medienrecherche stützt https://www.bmfsfj.de/blob/119060/d1c54ba07845c6af4bb2f19791fcc71b/prostituiertenschutzgesetz-data.pdf?fbclid=IwAR2F0IUXCvgCOh7zEFgLttTosLpOso00VvDDf6m-ccQf78AOHOY-LNKB0as Die Gruppe der Sexarbeitenden besteht zu 90% aus Frauen, 7% Männern und 3% trans-, intersex- und nicht-binären Personen. Siehe Tampep Bericht European Network for HIV/STI Prevention and Health Promotion among Migrant Sex Workers TAMPEP VIII Annex 4 National Reports Germany 2008:109. Die Arbeitsumfelder bzw. Kontaktanbahnungsorte sind Gaststätten/Bars, Kinos, Straßenstrich, Wohnungsprostitution, Bordelle, Hotels und Online Plattformen mit einem breiten Preis Spektrum. Die Gewalt gegenüber Sexarbeiter*innen an unregulierten Straßenstrichen ist unweit höher als z.B. an einem regulierten Strichplatz, der unter Aufsicht von Beratungsstellen steht und etwas bessere Arbeitsbedingungen bietet. Es gibt keine konkreten Zahlen, ob die angeblich so geschützte Arbeit im "Indoor Bereich" tatsächlich ein sicherer Ort der Prostitutionsausübung ist als auf der Straße. Es gibt nur Hinweise, welche Arten der Prostitutionsausübung besonders gefährdet sind. Und das ist ganz klar der Straßenstrich und Privatwohnungen, wo Sexarbeitende alleine Gäste empfangen und so besonders verletzlich sind. Laut Aussagen einer Ärztin der Gewaltschutzambulanz der Charité kommen jede Woche etwa 2 Prostituierte vom Straßenstrich Kurfürstenstraße in Berlin, der sich mehrheitlich aus Migrantinnen, Trans*Personen und Drogenkonsumentinnen zusammensetzt, mit teils schweren Verletzungen in die Gewaltschutzambulanz. Verantwortlich sind hauptsächlich Zuhälter und Freier. https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article227333097/Strassenstrich-an-der-Kurfuerstenstrasse-Berlin-Es-ist-ein-grandioses-Politikversagen.html Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Arbeitsumfeld und Gewaltaufkommen: "Aus der Literatur ist bekannt, dass die Form der ausgeübten Prostitution häufig an den Bildungsstand der Prostituierten gebunden ist und durch eine „Rangordnung“ bestimmt wird. Tiede (zit. n. Zumbeck 2001) beschreibt als unteren Bereich der Rangfolge obdachlose und bedürftige Frauen, die unter äußerst schlechten Bedingungen in sogenannten „Türken-Puffs“ arbeiten („bis zu 40 Freier pro Tag“) , gefolgt von Frauen des Straßenstrichs ; die nächst höhere Gruppe bildeten Frauen, die im Bordell arbeiteten, und schließlich jene in den Appartements und Clubs. In den beiden letzten Kategorien, die ein höheres Preisniveau aufweisen, sei auch der Bildungsstand entsprechend höher. Diese Rangkategorie beinhalte nicht nur ein höheres Einkommen und eine geringere Frequenz an Freiern, sondern gleichsam einen besseren, durch das Umfeld bedingten Schutz der Prostituierten (zit. nach Zumbeck 2001: 29). So wird allgemein die isolierte Arbeit von Frauen in eigenen Wohnungen oder Appartements, aber auch auf der Straße von allen Orten als die gefährlichsten eingestuft; dagegen hätten Bordell-Prostituierte noch einen relativen Schutz vor der Gewalt durch Freier. Kinnell (2001) dokumentiert in einer eigenen Studie aus Birmingham, dass Gewalt häufiger von Straßenprostituierten benannt wurde, weniger dagegen von Prostituierten, die in Saunen arbeiteten. Es werde eindeutig erkennbar, dass die Art der Prostitutionstätigkeit, d.h. das Arbeitsumfeld, und nicht das Alter und die Dauer der Prostitutionstätigkeit im Zusammenhang mit dem hohen Gewaltrisiko stünden." Seite 58 https://www.bmfsfj.de/blob/84328/0c83aab6e685eeddc01712109bcb02b0/langfassung-studie-frauen-teil-eins-data.pdf Kurz: isoliertes Arbeiten in einer Privatwohnung oder am Straßenstrich ist am gefährlichsten. Das Prostituiertenschutzgesetz treibt einen Großteil der Sexarbeitenden allerdings in die Isolation, weil sie sich einer Registrierung verweigern. Entsprechend steigt das Gewaltrisiko! Prozentual verteilt sich der Anteil der Sexworker auf unterschiedliche Arbeitssettings wie folgt: "Laut statistischen Bundesamt zählt man 89.500 Sexarbeiterinnen in Bordellen incl. FKK Clubs und Massage Salons. 71.600 SexarbeiterInnen werden auf dem Straßenstrich vermutet und ca. 60.000 im Escort-Bereich, inklusive Selbständige, die im Internet und in Zeitungen werben. Experten rechnen 179.000 Personen zum Bereich „sonstige Prostitution“, womit Sexualassistenz, Tantra Massagen, SM Studios und Tänzer in Striptease Bars gemeint sind. Quelle: https://www.kaufmich.com/magazin/prostitution-in-deutschland-zahlen-und-fakten/ Die Situation migrantischer Sexarbeitender Aufgrund von Armut und Bildungsferne sind viele migrantische Sexarbeiter*innen einem noch höheren Gewaltrisiko ausgesetzt als nicht-migrantische Sexarbeiter*innen. Sie arbeiten häufig an isolierten Orten und Arbeitsstätten, die das Gewaltrisiko erhöhen (Straßenstrich, Wohnungsprostitution). Hinzu kommen Mehrfachstigmatisierungen. Gewalt gegenüber Sexarbeitenden ist generell hoch, aber bei Trans*Personen kommt noch Transfeindlchkeit hinzu. Dies läßt sich auch am Straßenstrich Frobenstrasse/Kurfürstenstrasse in Berlin beobachten, wo trans* Sexarbeiter*innen wiederholt Übergriffen ausgesetzt waren. Da migrantische Sexarbeitende überproportional in der Sexarbeit in Deutschland mit ca. 80% repräsentiert sind - die letzten Fallzahlen zur Registrierung hat das Bundesamt für Statistik kürzlich veröffentlicht -, trifft Gewalt die Migrant*innen entsprechend überproportional. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/11/PD19_451_228.html EU/Non-EU Bürger ohne Papiere Sexarbeitende aus Nicht-EU-Ländern, die üblicherweise undokumentiert mit einem Touristenvisum einreisen und dann der Prostitution illegal nachgehen, da sie keine Arbeitserlaubnis besitzen, sind besonders gefährdet. Dies zeigen auch Informationen von Sexworker Organisationen aus Frankreich und ganz Westeuropa. Wer keine Papiere und damit keine Rechte hat, kann sich im Notfall auch keine Hilfe suchen, da eine Abschiebung in die Herkunftländer droht. Sexarbeitende aus EU-Ländern, die im Zuge der EU-Osterweiterung die Mehrheit in Deutschland stellen, sind in sehr vielen Fällen nicht krankenversichert, weshalb sie keine medizinische Unterstützung erhalten können. Gesundheitsämter, die anonym und kostenlos Hilfe bereitstellen, sind in Deutschland nicht flächendeckend vorhanden. Unbehandelte STIs (sexuell übertragbare Infektionen) stellen unbehandelt ein hohes Gesundheitsrisiko dar. Wer ohne gültige Papiere und damit illegal arbeitet, hat auch keine Rechte. Diese Menschen sind in der Prostitution nicht leicht auffindbar und deshalb für Hilfsangebote deutlich schwieriger erreichbar. Anti-Menschenhandelspolitik: Razzien und Polizei Die Kontrolldichte und Razzien sind in Deutschland sehr hoch, wobei hier im Regelfall bereits angemeldete und erlaubte Betriebe kontrolliert werden. Ein Großteil der nicht-angemeldeten und damit illegalen Betriebe, wird durch Kontrollen kaum erreicht, auch weil die Adressen häufig wechseln. Dies gilt auch für Escort Agenturen, die ihren Firmensitz ins Ausland verlegen. Ältere UN-Schattenberichte 2010-2013 legen nah, daß es auch bei Razzien vereinzelt Übergriffe durch die Polizei gibt. https://www.sexworker.at/phpBB2/portal Grundsätzlich ist das Verhältnis zwischen Sexarbeitenden und Sicherheitsbehörden von einem tiefen Mißtrauen geprägt. Die Prostitutionstätigkeit in Deutschland ist in den Familien der Sexarbeitenden in den Herkunftsländern vielfach nicht bekannt. Auch ist Prostitution dort meist verboten und extrem tabuisiert. Hier haben Sexarbeiter*innen auch Angst vor der Weitergabe ihrer Daten und Lebensumstände an Behörden in den Herkunftsländern, wo bei Bekanntwerden repressive Massnahmen drohen. Kranke Rückkehrerinnen können medizinisch oft nicht ausreichend behandelt werden, da zb keine HIV Therapie zugänglich ist, insbesondere in armen und kaum entwickelten, ländlichen Regionen, aus denen viele Rückkehrerinnen stammen. Die Beziehung zwischen Polizei und Sexarbeitenden ist kaum von einem Vertrauensverhältnis geprägt, was die Strafverfolgung erschwert, da viele Opfer keine Aussagen gegen die Täter machen, die sie zuvor eingeschüchtert und bedroht haben. Auch haben Sexarbeiter*innen in ihren Herkunftsländern Erfahrungen mit korrupten und gewalttätigen Polizeien gemacht. Die Aussagebereitschaft kann nur wachsen, wenn migrantischen Sexarbeitenden, die Opfer von Gewalt oder Ausbeutung werden, ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland garantiert wird. Auch ein Zeugenschutzprogramm ist hier zielführend, um die Sicherheit aussagebereiter Opfer zu erhöhen und eine sichere Lebensperspektive zu bieten. Diskriminierung und Stigma Prostitution ist von Diskriminierung und Stigma geprägt und führt dazu, daß Sexarbeitende üblicherweise an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Dies macht sie vulnerabel, auch verletztlich gegenüber Übergriffen und Gewalt. Straftäter wiesen in Interviews immer wieder darauf hin, daß sie sich gezielt Opfer in der Prostitution gesucht haben, da Prostituierte in den Augen der Täter aber auch der Mehrheitsgesellschaft als Menschen 2. Klasse betrachtet werden und als "wertlos" erscheinen. Das gesellschaftliche Stigma wird also von Tätern internalisiert und Übergriffe dadurch ermutigt. Unterdrückung von Menschenhandel Opfer von Gewalt, aber auch Zwangsprostitution und Menschenhandel, wurden bislang in allen Arbeitssettings der Prostitution aufgefunden. Ob legale oder illegale Bordelle oder bordellähnliche Einrichtungen (Cafés/Gaststätten), Straßenstrich oder Escortservice. Daher hilft die viel zitierte Forderung "Sexwork is not trafficking" nicht weiter, wenn tatsächlich Opfer in der Sexarbeit = Prostitutionsbranche aufgefunden werden. Menschenhandel und Zwangsprostitution findet weltweit statt, in Ländern mit und ohne Prostitutionsverbote. Anti-Menschenhandels Politik trifft im Regelfall auch die Vielzahl selbstbestimmter Sexarbeiter*innen, durch Razzien, Prostitutionsverbote, Verbote von Werbung (siehe SESTA/FOSTA USA). Frankreich plant derzeit ein ähnliches Gesetz wie in den USA, um Menschenhandelsopfern zu helfen. Dies zerstört jedoch nur die Infrastruktur von Sexarbeiter*innen, die völlig selbstbestimmt und freiwillig ihrer Tätigkeit nachgehen. Gleichzeitig findet Menschenhandel wie in Schweden weiterhin statt. Es gibt keine seriösen Zahlen, die belegen, daß das Sexkaufverbot in Schweden seit 1999 zu einer Beendigung von Zwangsprostitution und Menschenhandel geführt hat. Auch ist Prostitution nicht verschwunden, wie ein Blick in einschlägige Online Werbeportale eindeutig zeigt. Ähnlich sieht es in Irland aus. Eine Studie der Queens Universität Belfast kommt zu dem Schluß, dass seit Einführung des Sexkaufverbots in Schweden die Verbreitung von Online Werbung für Prostitution gestiegen ist, proportional dazu leider auch die Gewalt gegen Sexarbeitende. https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3456633 Fazit: Mit Prostitutions- und Sexkaufverboten verschwindet weder die Prostitution insgesamt, noch ist damit ein Schlag gegen die (internationale) organisierte Kriminalität erfolgreich. Menschenhandel und Zwangsprostitution, aber auch Sexarbeit/Prostution und Gewalt findet weiterhin statt. Ein Ende der Gewalt bzw. ein Rückgang wäre nur durch eine gesellschaftliche Entstigmatisierung von Prostitution und eine erfolgreiche Entkiminalisierungspolitik wie in Neuseeland möglich, wo sich u.a. auch als ein Effekt das Verhältnis zwischen Polizei und Sexarbeitenden deutlich verbessert hat. Gleichzeitig müssen länderübergreifende Anstrengungen unternommen werden, um die transnationale organisierte Kriminalität zu stoppen. Sowohl auf Seiten der Strafverfolgungsbehörden bedarf es einen Ausbau der Zusammenarbeit in die Herkunftsländer vieler migrantischer Sexarbeitender. Auch müssen durch Informationspolitik und Beratung vor Ort an Schulen für diese Thematik sensibilisiert werden, um die Methoden der Menschenhändler, Zuhälter/Loverboys in der Bevölkerung bekannt zu machen. Bekämpfung von Ausbeutung Armut in der Herkunftsländern ist der Motor von Migration weltweit. Besonders Flüchtlinge und Menschen ohne gültige Papiere sind vulnerabel und Ausbeutung jedweder Form ausgesetzt. Der Hebel muß also bei den sozialen Ungleichheiten und Einkommensunterschieden in einer kapitalistischen Weltordnung angesetzt werden, um in den Herkunftsländern von Migrant*innen existenzsichernde Rahmenbedingungen schaffen. Gleichzeitig kann der Ausbeutung in der Prostitution nur entgegen getreten werden, wenn gefährliche Arbeitsstätten, die Gewalt Vorschub leisten, aufgelöst und Arbeit in Form von Kooperativen und Genossenschaften möglich sind, um die Sicherheit von Sexarbeitenden zu erhöhen. Fähigkeit, Sexarbeit zu beenden, wenn man es will Sexarbeiter*innen wenden sich meist an Fachberatungsstellen, wenn sie bereits tief in einer Krise stecken und eine Vielzahl von Problemen sich angehäuft haben. z.B. Schulden, Gewalterfahrungen, partnerschaftliche Gewalt, Wohnungslosigkeit etc. Ein sofortiger Ausstieg muß jederzeit möglich sein und einer Sexarbeiter*in offenstehen, wenn sie dies wünscht. Deshalb müssen Ausstiegsprojekte bundesweit vorhanden und in der Fläche verbreitert werden. Die Transitionsphase von Ausstieg zu beruflicher Neuorientierung beträgt meist über zwei Jahre; so die Auskunft von Sozialarbeiterinnen, die Sexarbeitende beim Ausstieg begleiten. In dieser Zeit, müssen existenzsicherende Maßnahmen getroffen werden und z.B. Strategien gegen die Wohnungslosigkeit oder beim Schuldenabbau getroffen werden. Das Insolvenzrecht ist vielen nicht bekannt, weshalb viele Sexarbeitende sich mit Schulden gezwungen sehen, weiter der Sexarbeit nachzugehen. Die bedeutet natürlich eine extreme körperliche und seelische Belastung, gegen den eigenen Willen zu handeln und macht die Sexarbeitenden besonders vulnerabel gegenüber Gewalt. Zugang zu Gesundheit - Sexuelle und Reproduktionsgesundheitsvorsorge Sexarbeitende haben häufig aufgrund hoher Kosten und wenig Einnahmen keine Krankenversicherung. Krankenversicherungen verweigern die Aufnahme, wenn eine Sexarbeitende für zurück liegende Jahre keine Beitragszahlungen nachweisen kann. Auch können bei einer Anmeldung rückwirkend Zahlungen über viele Jahre wirksam werden. Aber auch hier wurden schon mit Unterstützung von Fachberatungsstellen Vergleiche zwischen Krankenversicherern und Sexarbeitenden geschlossen. Sexarbeiter*innen ohne gültige Anmeldung, Papiere und Arbeitserlaubnis kommen erst garnicht in den Genuß und damit das Recht, krankenversichert zu sein. Aufgrund bürokratischer Hürden ist die Anmeldung bei einer Krankenversicherung äußerst hoch. Das Resultat ist, daß die Gesundheitskosten einer Vielzahl von Sexarbeiter*innen (z.B. ungewollte Schwangerschaften) auf die Sozialämter umgelegt werden und damit von der Allgemeinheit finanziert werden müssen. Dies ist keine nachhaltige Perspektive, weshalb eine medizinische Grundversorgung für Sexarbeitende garantiert sein muß. Durch Ausbau kostenloser Angebote der Gesundheitsämter und einem niedrigschwelligen Zugang zu Krankenversicherern, die keine rückwirkende Beiträge für Jahre erheben. Da Sexarbeiter*innen ja überdurchschnittlich von den verschiedensten Formen von Gewalt betroffen sind, gibt es hier einen hohen Handlungsbedarf, um medizinisch Hilfe zu leisten und die Folgekosten dieser Gewalt zu finanzieren. Gleichheit vor dem Gesetz: Integration von Sexarbeitenden in die Gesellschaft Obwohl Sexarbeitende vor dem Steuerrecht gleich sind, sind sie trotzdem eine stigmatisierte Randgruppe. Entstigmatisierung von Sexarbeit/Prostitution ist die grundlegende Voraussetzung, als Bürger*innen in der Mitte der Gesellschaft anzukommen. Zusammen mit einer Entkriminalisierungspolitik von Prostitution muß es nachhaltig wirksam sein, dem Stigma zu begegnen und damit auch die Vulnerabilität und Gewalt in diesem Arbeitsbereich zu senken. Viele Sexarbeitende leben in prekären Verhältnissen, weshalb sie auch die Unterstützung durch Fachberatungsstellen bedürfen, die wie Bufas.net akzeptierende Sozialarbeit machen. Die Stabilisierung der Lebensverhältnisse trägt dazu bei, sich als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft mit allen Rechten zu fühlen und Akzeptanz zu erfahren. Recht auf Arbeit, Recht auf wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben, Freizügigkeit Wir leben in einer globalisierten Weltgesellschaft, in der Europäischen Union ist Freizügigkeit selbstverständlich. Das ist ein großer Fortschritt. Damit jedoch auch Sexarbeiter*innen in den Genuß der Freizügigkeit gelangen, bedürfen sie geschützte und sichere Aufenthalts- und Arbeitsbedingungen, ein Arbeitsvisum für Prostitution bei Nicht-EU Bürger*innen ist ebenfalls notwendig. Die Rechte für deutsche Sexarbeitende müssen für die marginalisierten Sexarbeitenden, Migrant*innen gleichermaßen gelten. Recht auf Bildung/Ausbildung und Gleichheit vor dem Gesetz Alle Sexarbeitenden sollten in den Genuß von Bildung und Ausbildung kommen, wenn sie es wünschen. Sexarbeit sollte nicht nur als prekäre Beschäftigung betrachtet, sondern auch professionalisiert werden. Damit könnte nachhaltig Stigma und Gewalt bekämpft werden, eine berufliche Neuorientierung sollte jederzeit möglich sein, genauso wie Sprachkurse und Wohnungsangebote. Empfehlungen Keine Gesetze, die Sexarbeiter*innen stigmatisieren, illegalisieren, wie es das ProstSchG bereits tut, damit keine Sexworker in den Untergrund abtauchen, wo sie unter schwierigen Rahmenbedingungen arbeiten müssen, isoliert sind und das Gewaltrisiko dadurch höher ist.
  3. Morgen Abend steige ich in den Ring. Zusammen mit Sexarbeiterin Kristina Marlen werden wir in Berlin gleich 3 Prostitutionsgegnern in einer Podiumsdiskussion einheizen. Ich freu mich drauf! Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenlos. Ihr seid herzlich eingeladen. lg Ariane/Susi
  4. Ich ziehe mich jetzt doch nicht aus der politischen Arbeit zurück.
  5. Ich wollte Euch beim Thema Nordisches Modell und Sexkaufverbot auf folgende Spendenkampagne des Berufsverbandes BesD aufmerksam machen, der aktiv Lobbyarbeit macht und Eure Unterstützung benötigt. https://www.leetchi.com/de/c/rbg9MxEl Danke im voraus. Jeder Cent zählt!
  6. Vielleicht habt Ihr ja eine kleine Spende übrig für Sexworker in Rumänien, von denen viele in Westeuropa gearbeitet haben. Manche von ihnen haben HIV und können in ihrer Heimat medizinisch nicht gut behandelt werden. Was das bedeutet, kann sich jeder vorstellen. Manche Rückkehrerinnen kommen mit Krankheiten zurück, die ohne Krankenversicherung in Deutschland unbehandelt blieben. Ich wünsche mir für das neue Jahr Solidarität insbesondere mit marginalisierten Sexarbeiter*innen, Migrant*innen, Menschen, die am Straßenstrich und anderswo arbeiten, wo sie isoliert sind und einem erhöhten Gewaltrisiko ausgesetzt sind. Außerdem ziehe ich mich nun zum Jahresende aus meiner politischen Arbeit zurück. Neue Aufgaben warten. https://gogetfunding.com/emergency-fund-for-sex-workers-collective-in-romania/?fbclid=IwAR0uoc062P6CnXqQDRUWkplSqM1y8tCAYOxr875hcChmR9rC8X4LgGvo-FU
  7. Mein erstes Youtube Interview über SEO/Online Werbung, Big Sister und online Aktivismus. Ich spreche auch kurz über Kunden und Freier Foren.
  8. Die haben ja einiges rausgeschnitten, also fast alles, was ich gesagt habe. Verstehe deine Erregung nicht. Die Zahl 400.000 ist einfach falsch, da völlig veraltet und eine Schätzung einer besoffenen Sozialarbeiterin. Wir haben etwa 200.000 Sexarbeitende in Deutschland, wobei eine große Fluktuation herrscht. Ich sehe darin keinen Fortschritt, wenn sich Sexarbeitende in einer eigenen Datenbank als "Prostituierte" registrieren müssen und einen Hurenpass ständig mit sich rumtragen müssen. Ich kenne nur Nachteile. Und die Sexarbeitenden haben zurecht Angst vor rückwirkenden Steuerschätzungen und Krankenversicherungsbeiträgen über die letzten 10 Jahre. Hier würde eine Amnestie vielleicht weiter helfen.
  9. Sexkaufverbot ist auch hier Thema https://www.welt.de/videos/video203841282/Knapp-33-000-registrierte-Prostituierte-und-die-Dunkelziffer-Video.html
  10. https://www.welt.de/videos/video203841282/Knapp-33-000-registrierte-Prostituierte-und-die-Dunkelziffer-Video.html mein erster Auftritt als BesD Pressesprecherin (wurde viel weg geschnitten), Sexkaufverbot ist auch Thema. 2020 werde ich etwas an meiner Optik arbeiten. So sieht eben ein Ex-Escort mit über 50 Jahren in ihrem Tageslook aus. gg
  11. Big Sister erhält 2020 eine englische Version. Neue Infos kommen laufend dazu, demnächst wird auch das Thema Online Sicherheit und Cyber Security für Sexworker ergänzt.
  12. Ich bin zum Jahresende etwas erschöpft. Ich arbeite gerade parallel an 1000 Sachen, u.a. Kampf gegen das Sexkaufverbot. Daher möchte ich hier noch einmal die Herren im Forum ansprechen. Wer hat evtl. Interesse, online/offline in Berlin an einer Strategiegruppe Politik ehrenamtlich mitzuarbeiten. Falls Interesse besteht, bitte bei mir melden. Ich bin ja jetzt Vorstand, Pressesprecherin und verantwortlich für Internationales beim BesD.
  13. Mein aktueller Bericht über den gestrigen Fachtag in Berlin https://www.kaufmich.com/magazin/fachtag-ueber-sexarbeit-sexkaufverbot-und-menschenhandel-in-berlin/

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