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Der ganz normale Rolli-Alltag...


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... oder weswegen Behinderte und öffentliche Hand in Deutschland fast nie zusammen kommen:

 

 

 

Die alltäglichen Probleme eines Rollstuhlfahrers

 

Von Thomas Vogel | 25.10.2012, 17:42

 

 

Merzenich. Mit dem Rollstuhl unterwegs zu sein kann anstrengend, nervig

und manchmal auch gefährlich sein. Die Hürden vor allem im

Straßenverkehr sind mitunter heftig.

 

 

Um alten und behinderten Menschen den Weg ins und die Bewegung im

Ortszentrum so barrierefrei wie möglich zu gestalten, nimmt die Gemeinde

Merzenich an einem Projekt des Netzwerks «Verkehrssichere Städte und

Gemeinden» teil. «Im Rahmen der Begehung zum Projekt 'Fußgängercheck'

sind Anregungen gegeben worden, die jetzt auf ihren Sinn und ihre

Finanzierbarkeit überprüft werden», erklärt Bürgermeister Peter Harzheim.

 

Und das ist dringend nötig - dieser Ansicht ist Uwe Manneck. Der

Rollstuhlfahrer aus Merzenich hat nach eigener Aussage bei der Bewegung

im Ort mit vielen Hürden zu kämpfen. Während er über den Lindenplatz

führt, zeigt er Beispiele. Vor der Volksbank gab es in der Vergangenheit

einen Behindertenparkplatz, den Manneck gut fand - höchstens ein

bisschen zu schmal. Der wurde aber verlegt. «Eine fundierte Begründung

für diese Maßnahme kam nicht», sagt er.

 

Bürgermeister Harzheim kennt den Grund: Der Parkplatz sei tatsächlich

zu schmal gewesen und mehr als ein Fahrdienst für Menschen mit

Behinderung habe insistiert, ihn zu verlegen. Die Kritik aus Sicht von

Rollstuhlfahrer Manneck am neuen Behindertenparkplatz, der Luftlinie

circa 30 Meter entfernt liegt: Der Bürgersteig direkt dahinter ist

abschüssig, somit bleibt nach dem Ausfahren der Laderampe für den

Rollstuhl eine Kante, die nicht alle behinderten Parker überwinden

können. Noch dazu ist der Gehsteig schmal und zum ein- und ausladen muss

der Rollstuhlfahrer auf die Straße.

 

«Ich glaube, es ist in Merzenich heute immer noch so, dass viele

Rollstuhlfahrer das Haus nicht verlassen, weil sie wissen, dass sie auf

zu viele Hindernisse stoßen», überlegt Uwe Manneck. Dazu gehört auch der

Mangel an Bordsteinabsenkungen. Ein Punkt, in dem er und der

Bürgermeister wieder nicht zusammenkommen.

 

Manneck ärgert es, an signifikanten Querungen in Merzenich Umwege

fahren zu müssen oder gezwungen zu werden, ein Stück auf der Straße

zurückzulegen. «Ich habe die Wahl zwischen gefährlichen Turnübungen oder

weiten Wegen - und das vor allem im fließenden Verkehr.» Dabei wurde

investiert.

 

«In den vergangenen Jahren haben wir zwischen 10.000 und 15.000 Euro

für Bordsteinabsenkungen ausgegeben», stellt Harzheim klar. Was eine

Nullabsenkung auf Straßenniveau kostet, hängt von der Geometrie, der

Länge und dem verwendeten Material ab. Für eine übliche Nullabsenkung

werden im Schnitt rund 1500 Euro fällig.

 

Im Zusammenspiel mit den Bordsteinkanten machen, so Manneck, gerade

die tiefen Regenrinnen an den Rändern der Straße Rollstuhl- und

Rollatorfahrern zu schaffen. Mutig vom Bordstein hinunter auf die

Straße, schon knirschen die Fußrasten auf dem Asphalt und es geht nicht

mehr vorwärts. «Herr Manneck hat sicherlich recht, wenn er verschiedene

Örtlichkeiten als nicht rollstuhlgerecht bezeichnet, aber wir können

nicht an sämtlichen Örtlichkeiten Veränderungen vornehmen», gibt der

Bürgermeister zu bedenken.

 

Ladenbesitzer gefordert

 

Das muss die Gemeinde auch nicht. Schließlich liegen nicht alle Hürden

in Zuständigkeit der Verwaltung. Oft steht Uwe Manneck mit seinem

Rollstuhl vor Läden, die einen hohen Absatz, eine Stufe vor der

Eingangstüre haben, die ein Rollstuhlfahrer alleine nicht überwinden

kann. Wenige tun etwas wie die Post und direkt nebenan die Apotheke,

aber die Mehrheit denkt bei der Gestaltung des Eingangs offenbar nicht

an die Belange von alten und kranken Menschen.

 

Manneck kennt das aus dem Ausland anders und zeigt Fotos von Reisen

nach Skandinavien. Dort beschafften viele Ladenbetreiber Rampen in

Eigenregie, die Behinderten eine ganz andere Mobilität böten, wie

hierzulande. Aber so weit brauche niemand zu fahren, um Vorbilder zu

finden. Schon in den Niederlanden sei die Mentalität in Sachen

behindertengerechter Straßenverkehr eine andere.

  • Thanks 3

Ich bin nicht behindert - ich werde behindert! :zwinker::zwinker:

 

Mein Sturschädel ist mir heilig!!!:heilig::heilig::heilig:

 

Mein Blog: http://www.rollimans-erfahrungen.de/

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