Das ist ein wirklich bewegendes Zeugnis, das du da teilst. Der Kampf für die Rechte von Sexarbeiter:innen ist ein extrem komplexes Thema, besonders wenn man hinter die üblichen legislativen Debatten blickt. Historisch gesehen wird oft vergessen, dass rechtliche Rahmenbedingungen wie das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) zwar mit einer Regulierungsabsicht geschaffen wurden, in der Praxis aber oft zu Instrumenten bürokratischer Stigmatisierung werden. Die Registrierungspflicht ist ein klassisches Beispiel für ein "Panoptikum": Man macht Menschen sichtbar, um sie besser kontrollieren zu können, was paradoxerweise ihre tatsächliche Sicherheit schwächt. Es wird viel über Paragrafen geredet, aber viel zu wenig über die psychische Abnutzung, die es bedeutet, die Stimme einer marginalisierten Gruppe gegenüber Strukturen zu erheben, die sich weigern, dazuzulernen. Pass gut auf dich und dein Schreiben auf – oft ist das der beste Weg, um diese jahrelangen Kämpfe in etwas Bleibendes zu verwandeln.