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Zeitungsartikel zum Thema Pheromone...


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Für euch exklusiv der Vorabdruck meines Artikels über Sexuallockstoffe. Es handelt sich um die Wissenschaftsrubrik einer Mainzer Studierendenzeitung. Erfahrungsgemäß wird er redigiert und gekürzt werden, doch hier die "Urschrift":

 

 

„Ich kann Dich nicht riechen!“

 

Im Roman „das Parfum“ macht der Duft von Frauen die Menschen willenlos. Gibt es das wirklich? Die Doktorarbeit eines Mainzer Anatomen gibt „nebenbei“ Antworten.

 

Voller Vorfreude stürzt sich die Sau Frieda auf den Waldboden. Doch was da unter modrigen Blättern und einer feuchten Humusschicht auf sie wartet, ist nicht etwa ihr „Traum-Eber“, sondern ein hässlicher schwarzer Trüffel - und als wäre das noch nicht enttäuschend genug, bekommt sie den auch noch weggenommen…

Was Frieda so wild werden lässt, sind die Ausdünstungen des Pilzes: Androstenon und dessen Derivat Androstenol. Die sündhaft teure, unscheinbare Delikatesse riecht damit genauso wie ein Eber. „Beim Menschen gibt es diese Pheromone auch, obgleich die Wirkung eher subtil und rudimentär ist, denn das Farbensehen und damit der optische Eindruck sind wohl heute für die Partnerwahl wichtiger als der Geruch“, so der Gau-Odernheimer Anatom Dr. Holger Jastrow, der an der Universität Mainz den „Workshop Anatomie fürs Internet“ leitet. Jastrow beschäftigte sich in seiner Dissertation mit dem „nullten Hirnnerv“, dem Nervus Terminalis, und eben dieser Nerv innerviert mit einem Seitenast auch das „Vomeronasalorgan (VNO)“ des Menschen. „Das führte dazu, dass ich diese Struktur nebenbei mit untersuchte. Dieses kaum bekannte Sinnesorgan in Inneren der Nase ist für die unterschwellige Wahrnehmung von Sexuallockstoffen zuständig.“

Die Hauptquellen des menschlichen Geruches sind die sogenannten „apokrinen“ Drüsen, die in den Achseln, an der Brust, Wange, Augenlid, im Ohrkanal, auf der Kopfhaut und natürlich im Genitalbereich sitzen. Doch die für die Sexuallockstoffe wirksamen sind nicht immer gleich aktiv. Nur zwischen Pubertät und Wechseljahren werden sie produziert: Androstenon, Androstenol und Copuline. Letztere sind die Lockstoffe der Frauen, eine Mischung von verschiedenen Säuren, die in der Vagina produziert werden. Welche Auswirkungen haben diese Stoffe auf das menschliche Verhalten?

In starker Konzentration wirken männliche Sexualhormone eher abstoßend, da der Geruch als „Urin- oder Schweißgeruch“ wahrgenommen. wird. Doch mit wenigen Femtogramm (ein „Femtogramm“ ist ein Milliardstel von einem Millionstel Gramm), also molekülweise verteilt, lassen sich erstaunliche Experimente durchführen. Wissenschaftler versprühten männliche Pheromone auf Kinositzen. Diese wurden prompt von Männern gemieden, doch Frauen ließen sich darauf nieder.

Umgekehrt führten Copuline auf Bildern von Frauen dazu, dass diese von Männern attraktiver bewertet wurden als die gleichen Bilder ohne diese „Parfümierung“. Bei den meisten Säugern, wie auch beim Menschen, gibt es eine Verbindung zwischen Mund und Nasenraum. Da über diesen Weg beim oral-vaginalen Sexualverkehr (oft im Rahmen des Vorspiels) Copulin-Moleküle mit dem männlichen VNO in Berührung kommen, verwundert es nicht, dass diese Form des Sex auf die meisten Männer anheizend wirkt.

Laut Dr. Regina Buschmann-Maiworm vom Institut für allgemeine und angewandte Psychologie an der Universität Münster geht man seit den siebziger Jahren davon aus, dass das VNO nicht mit der Riechschleimhaut verwechselt werden dürfe, sondern eine eigene Struktur darstelle. „Die Rezeptorzellen des VNO sind anders gebaut als die Riechzellen, und deswegen ist fraglich, ob man überhaupt von Duftstoffen reden kann“, so die Wissenschaftlerin. „Bei Säugetieren werden die Signale über eine weitere Struktur, den „akzessorischen Bulbus“, in die Bereiche des Gehirns geleitet, die für Sexualverhalten zuständig sind. Menschen verfügen nicht über diese Struktur.“

Und hier wird die Arbeit von Dr. Holger Jastrow interessant. Denn auch, wenn dieser „akzessorische Bulbus“ beim Menschen nicht existiert, so existiert sehr wohl eine direkte Verbindung ins Gehirn: Der „nullte Hirnnerv“! „Die Winzigkeit des VNO führt dazu, dass es oft ignoriert wird, manchmal ist es nur einseitig ausgeprägt“, so Jastrow. Dass einige US-Wissenschaftler an der wirklichen Existenz dieser Struktur zweifeln, lässt er nicht gelten: „Ich glaube nicht an ihre Existenz, ich habe sie schon mehrere Male gesehen! Sie existiert also definitiv, wenn auch nicht immer direkt erkennbar!“

Dennoch: Patrick Süßkinds Vision vom perfekten Parfum wird wohl nie wahr werden. Wild und geil durch chemische Manipulation? Dafür ist unser Intellekt zu groß. Doch die Versuche mit den pheromonbehandelten Bildern führten schon zu werbetechnischen Anwendungen: In den USA wurden mit Pheromonen behandelte Waren vermehrt gekauft. Und so gesehen sind wir vielleicht doch nicht so viel anders als Frieda, das Trüffelschwein.

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"Eine Gesellschaft, die ihre Freiheit zugunsten der Sicherheit opfert, hat beides nicht verdient." (B. Franklin)

"Documentation is like sex: when it is good, it´s very, very good! - And when it is bad, it´s better than nothing..." (Dick Brandon)

"I reject your reality and substitute my own" (Adam Savage, Mythbuster)

"Wenn ich Recht hab, hab ich Recht! Hab ich Recht?" (...)

Unser wichtigstes Kapital ist klein, grau und wiegt ca. 1,3 kg (Karl Marx)

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Devote Wünsche, erlauscht in der weihnachtlichen Küche des Schrecksenmeisters:

"Schlag mich", rief die Sahne.

"Reduziere mich", keuchte die Soße.

"Gib mir Saures", stöhnte der Salat.

(aus: W. Moers: Der Schrecksenmeister)

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