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Interview mit einem Callgirl


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Für das Interview nennt die 25-Jährige sich "Pearl". Doch das ist weder ihr richtiger Name noch der, unter dem sie arbeitet. Die BWL-Studentin jobbt als "Escort-Lady": Gegen Bezahlung trifft sie sich mit Männern - für ein paar Stunden im Restaurant, eine Nacht im Hotel oder auch für mehrere Tage als Reisebegleitung. Ein Job, von dem ihre Eltern nichts wissen.

 

Der Verdienst ist für einen Studentenjob traumhaft. 350 Euro zahlen die Kunden für ein Treffen von zwei Stunden, 950 Euro für eine Nacht. Drei Viertel des Geldes behält Pearl, der Rest geht an ihre Agentur "Glamour Escort". Bezahlen muss der Kunde zu Beginn des Treffens, bar in einem unverschlossenen Umschlag.

 

Seit gut einem Jahr arbeitet Pearl beim Begleitservice, zwei bis drei Mal im Monat. Angefangen habe sie damals wegen eines "finanziellen Engpasses". Zwar zahlen die Eltern für Wohnung und Lebensunterhalt. "Zum Überleben hat das Geld schon ausgereicht", bekennt Pearl. "Aber man ist ja auch Mensch und Frau." Mit dem Verdienten kann sie sich Dinge leisten, die das Studentenleben versüßen. Etwa "eine schöne Reise mit einer Freundin, und zwar nicht nur All-Inclusive für 300 Euro", sagt Pearl. Oder den frischen Parma-Schinken aus der Theke statt abgepackter Wurst aus dem Kühlregal.

 

Für dieses bisschen Luxus ist die Studentin auch bereit, die fremden Männer ins Bett zu begleiten. Denn auch wenn die Dates als Restaurant- oder Theaterbesuch beginnen - letztlich wollen die meisten Kunden Sex. Was für den Single Pearl kein Problem darstellt: "Man geht zuerst zusammen essen, nimmt einen Drink, unterhält sich nett", erzählt sie. Wenn man sich sympathisch sei, ergebe sich das Übrige dann "wie von selbst". Falls die Chemie nicht stimmen sollte, könne sie ein Date auch jederzeit abbrechen, betont die Studentin.

 

Das freilich sei ihr bei bislang etwa 30 Treffen noch nie passiert. "Die Kunden sind unglaublich nett und zuvorkommend", sagt Pearl. Die meisten sind zwischen Mitte 30 und Mitte 50 und arbeiten in gehobenen Positionen. "Ein hochwertiges Klientel, kultiviert und gebildet", sagt die Studentin. "Charaktere, die man sonst als 25-jähriges Mädel nicht treffen würde."

 

Ihren Kommilitonen erzählt Pearl nichts von ihrem Job. Dass da manch einer die Nase rümpfen würde, ist ihr bewusst. "Das ist aber auch deshalb so, weil sich viele einfach noch nie mit dem Thema beschäftigt haben", meint sie. Für sie selbst sei der Job eine "Bereicherung".

In einem halben Jahr will Pearl ihr Studium abschließen. Auch danach könnte sie sich vorstellen, weiter als Escort-Lady zu arbeiten. "Das ist eine schöne Abwechslung."

Quelle

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