Jump to content
Liebe Mitglieder, wir haben derzeit leider technische Probleme mit dem Kalender welche wohl leider noch einige Zeit anhalten werden . Danke für die Geduld. ×

Frau Sibylle im Spiegel..


Recommended Posts

Ich habe dazu gerade einen Kommentar von Marc of Frankfurt (im sexworker.at) gelesen, den ich mir zu zitieren erlaube:

 

Autorin Sibylle Berg:

"Wie soll ein Mann unterscheiden können, welche Frau er kaufen kann und welche nicht?"

 

Marc:

„Meist steht doch Bordell drüber *LOL* Meine Antwort: er muß halt lernen zu fragen und über Sex und seine Wünsche und was es ihm Wert ist in noch vielfältiger Weise reden zu könnnen und sie muß halt lernen bereit zu sein mit ihm offen über das Tabuthema Käuflichkeit oder Seitensprung oder Promiskuität oder Polyamorie zu sprechen.“ (Link)

 

Ich finde die Antwort großartig – inhaltlich und strategisch. Es ist eine der wenigen Stellen im Text, an denen Berg eine Frage stellt. Eine pädagogische Frage. Diese Frage kann man systemimmanent „pädagogisch“ beantworten, die Fragestellerin damit quasi an ihre eigene Intention erinnern. So dass die Antwort gleichzeitig die gemeinsame Utopie von Selbstbestimmung, Freiheit und Kommunikation aufgreift.

 

Wieder nur ein Krümel vom Berg der nicht-gelingenden Diskurse...

 

Berg nimmt übrigens in weiser Voraussicht viele Entgegnungen/Kommentare vorweg: Die Rede von einer Normalität durch den Fakt des „ältesten Gewerbes“. Das finde ich klug und richtig. Man muss mit Berg schon auf der Höhe von reflektierter und gewählter Moralität reden. Ich glaube aber, dass sie solche Statements oder Manifeste, wie das von Ariane, nicht kennt.

 

Männliches Reden über Paysex hat – in der Masse – schon eine Affinität zum Gedanken einer „gekauften Verfügungsgewalt“. Weibliches Reden dazu wird nicht gehört – oder ist zu leise.

  • Thanks 2
Link to comment

Scheisse, ich werde bald ein Krimineller sein:blinken:.

 

Scherz beiseite.Mich würde mal interessiern, ob es eine evidenzbasierte Studie darüber gibt, was sich in Schweden seit dem in-Kraft-treten der neuen Gesetze geändert.

 

Was die allgegenwärtigen sich immer ins Rampenlicht drückenden Pressedeppen gut könnnen ist einfach mal irgendetwas rauszufurzen. Belege oder Beweise für ihre Theorien bleiben sie immer schuldig. Aber erst wenn ich so etwas lesen kann bin ich bereit, über dieses Thema zu dikutieren.

Ansonsten:popo:

Link to comment

Ich finde es unglaublich, wie jemand, der keine Ahnung hat, mal wieder den Mund aufreisst: Geht es bei der Emanzipation nicht um Selbstbestimmung der Frauen?

Ich persönlich fühle mich durch das, was ich mache erst wirklich unabhängig und emanzipiert - ich kann entscheiden, was ich mit mir und meinem Körper mache und habe es getan - und es ist gut! Wenn man dann Prostitution verbietet - nimmt man nicht den Frauen Teile ihres Selbstbestimmungsrechts? Grundlos - nur weil man es für moralisch verwerflich hält?

Nun ja - vielleicht muss man den Straßenstrich vom Härtegrad her differenzieren, zumal diese Art der Prostitution eine ganz andere ist als Escort und es hier auch nach wie vor auf die ein oder andere Art Zwangsprostitution gibt (über die hier nicht geschrieben wird!). Trotzdem werden wieder mal alle über einen Kamm geschoren.

Außerdem sollte Frau S. - genau wie viele andere - meiner Meinung nach mal über den Tellerrand hinausblicken und sehen, welche wirklich schlimmen Dinge überall auf der Welt passieren, worüber sie schreiben könnte. Was für ein Horizont...

*Wut rausgelassen* :smile:

  • Thanks 2
Link to comment

Sibylle Berg hat m. E. weniger nachgelegt, sondern stark zurückgerudert: „Wir müssen eine Lösung finden, damit nur diejenigen als Prostituierte arbeiten, die das wirklich wollen.“ Das klingt nun doch deutlich anders als ihre erste Kolumne. Entscheidend dürfte der Widerspruch einer nicht näher genannten Sexarbeiterorganisation gewesen sein, die sie beeindruckte. Es wird die Antwort von Marc auf Sexworker.at gewesen sein. Link

 

Ich hänge nun einen weiteren aktuellen Artikel an, der zum Thema passt, der aber weniger reißerisch, dafür theoretischer und feministischer ist:

 

Hilal Sezgin:

Noch immer heißt nein nicht nein. Über die vielen Facetten sexueller Gewalt

taz, 31.10.12

 

 

Nur in Stichwörtern die Punkte, denen ich gerne zustimme:

 

  • Die Generation der alten Männer mit ihrem spezifischen Herrenwitz tritt langsam ab.
  • Die Semantische Verbiegung von „Missbrauch“ als Ableitung von „Gebrauch“ ist fatal.
  • Das deutsche Strafrecht ist in Bezug auf Vergewaltigung unzureichend.
  • Die Unfähigkeit vieler Männer, die „Lebenswelten“ von Realität und Pornographie zu unterscheiden, ist problematisch und dürfte noch zunehmen.

 

Was ich hier gern zur Diskussion stellen möchte:

 

1. Der weibliche Blick auf Prostitution

 

„Die Frauenbewegung wurde für ihre Kritik der Prostitution oft kritisiert, und doch ist eines ja wohl unstrittig: Bei solchem Sex muss die Frau nicht von sich aus wollen, nicht empfinden, nicht genießen. Ein Mann zahlt, und eine Frau stellt sich zur Verfügung. Es reicht, wenn sie geschehen lässt. Diese Form von unilateraler Sexualität wird nicht nur, aber auch in der Prostitution institutionalisiert, normalisiert und eingeübt.“ (Sezgin)

 

Es ist eine typische weibliche Beschreibung. Hier sind es Frauen. die keine Vorstellung davon haben, dass Prostitution etwas anderes sein kann als „geschehen lassen“, nämlich ein offensiver Schritt hin zu einem sexuellen „Angebot“. Das, was das Prostitutionsgesetz eigentlich formalisieren wollte.

 

Sexarbeit ist von weiblicher Seite aus nicht primär sexuell-triebhaft motiviert. Aber die Alternative dazu ist nicht die berühmte Motivation aus einer „Notlage“ heraus.

 

Warum ist es so unendlich schwierig, aus diesem Schwarz-Weiß herauszukommen?

Warum sind die weiblichen alternativen Selbstdarstellungen so wenig präsent?

Unsichtbar sind sie ja nun nicht. Beliebiges Surfen auf Webseiten von Escorts lässt einen in eine Welt purer Sinnlichkeit, intelligent und lustvoll, eintauchen. Oder ist das alles gemeinhin aus weiblicher Perspektive total unglaubwürdig?

Braucht es mehr sachlicher Darstellungen selbstbewusster Sexworker?

 

Ein Beispiel dafür – wieder von Marc (Quelle):

"we love to entertain you ... yes, sex work is the timeless high art of sensual, emotional & sexual entertainment ... our job gives us good money, high flexibility and independence ... we can pursue a sex work career for some years as side job e.g. with education or manage it professionally until higher ages or even up to retirement when good working conditions are available ... what is unacceptable are the missing human rights and workers rights for sex professionals and migrants due to taboo, stigma, exclusion, alienation, marginalisation up to criminalisation and victimization ... we demand equal rights and support from the institutions as other professions ... we want sex worker academy and our own research centre, unions like in UK, Germany and US, self-regulatory boards like in India, sex worker saving banks and mutual credit unions like in India ... we want sex worker social security, pension plan and elderly homes like in Mexico ... united we dance with the beats and fight for tolerance and acceptance ... we are not the problem but part of the solution ... we give our clients price-worthy pleasure time, sexual release and realize their most secret dreams and needs ... we give society satisfied men and make it for a more relaxed human world!"

 

 

2. Der männliche Wunsch nach symmetrischer Lust

 

„Männer, die Frauen als Personen mit eigener Sexualität wahrnehmen und begehren, wollen, dass diese Frauen auch sie beim Sex begehren. Die anderen betreiben Vergewaltigung, "Missbrauch" oder im mildesten Fall halt bezahlte oder unbezahlte Masturbation am lebenden Objekt.“ (Sezgin)

 

Wir Kunden lavieren an diesem Punkt ziemlich herum. Viele von uns haben ganz klar diesen Wunsch nach Symmetrie, fühlen sich vom Bild des am lebenden Objekt masturbierenden Mannes überhaupt nicht verstanden, sondern eher beleidigt. Gleichzeitig trauen wir uns oft nur ironisch darüber zu reden. Wir warnen uns gegenseitig vor Illusionen und Träumereien. Wir suchen nach „realistischen“ Beschreibungen dessen, was wir suchen und erleben. Und wenn es auch „nur“ die eigene Lust ist, können wir unseren Partnerinnen auf Augenhöhe begegnen und ihnen in die Augen schauen.In die gesellschaftliche Öffentlichkeit hinein schaffen es aber nur die Bilder von egoistischen „Triebgesteuerten“ oder von emotional vereinsamten „Liebeskasper“.

Warum kriegen wir das nicht besser hin?

  • Thanks 2
Link to comment

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

Guest
Reply to this topic...

×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

  Only 75 emoji are allowed.

×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

Unser Support Team

Neue Galerie Einträge

Neue Escort Links

Über uns

Seit über 10 Jahren ist MC-Escort die grösste deutschsprachige Escort Community. Wir bieten Kunden und Anbietern eine Plattform um sich gegenseitig auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

mc-banner-klein.png

Kontakt

  Raingärten 1, 79780 Stühlingen, Deutschland

  info@mc-escort.de

  +49(7744)929832 KEINE AGENTUR - WIR VERMITTELN KEINE DAMEN!

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.