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Mein Buch ist da!


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Am 4.5.2021 um 14:26 schrieb Ariane:

Bestseller :blinken:

Gratulation... und das OHNE Illustrationen von einem gewissen User!  :klatsch:

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"Sex ist sehr unkompliziert, wenn man von keinem Komplex, sondern von einem Bedürfnis geleitet wird."

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Am 1.5.2021 um 11:43 schrieb Ariane:

Liebe MC Community!

ich darf mich freuen, mein Buch vorzustellen, das unter meinem Künstlernamen Martyra Peng heute erschienen ist.

https://www.bod.de/buchshop/sexwork-3-0-martyra-peng-9783753480305

Einen schönen 1. Mai wünscht

Ariane

Ich kann die Lektüre des Buches nur wärmstens empfehlen. Es ist ein sauber recherchiertes Werk, das nicht nur auf die Probleme in der Prostitution eingeht sondern auch Lösungsvorschläge anbietet. Beleuchtet werden alle Sparten der Prostitution und auch international von Schweden über Neuseeland Frankreich und viele andere Länder.
Also kauft das Buch und ein Vorschlag - schickt es nach Lektüre an Politiker eures Wahlbezirks. Vielleicht fällt es ja dort auf fruchtbaren Boden.

Edited by Spring
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Alf & G Früher links-grün versifft | Heute "woke" was immer das auch ist ...

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 „Sexwork 3.0“ - mit Spannung erwartet, mit Interesse gelesen und sehr überzeugend gefunden: Eine geordnete, konzentrierte denkerische Kraft. Nach vorne gerichtet, anpackend, lösungsorientiert. Klarheit darüber, worum es geht und worum es nicht geht.

Wer die Autorin über die Jahre schon als eine der spannendsten Stimmen auf dem Radar hatte, ist nicht überrascht. Sie knüpft mit ihrem Buch an ihre umfangreichen Texte an, die 2012 im Vorfeld des deutschen Gesetzgebungsverfahrens für das Prostituiertenschutzgesetz auf ihrem Blog („nuttenrepublik.com“) entstanden sind. Verändert hat sich vielleicht der atemberaubende Furor von damals („Ich klage an“), nicht aber der Blickwinkel und die Überzeugung.

Geblieben ist der analytische, evaluative Zugang. Was tut not in der Sexarbeit? Was hilft? Was hilft nicht? Und warum? Das Verstehen der Abhängigkeiten und Zusammenhänge. Der internationale Vergleich unterschiedlichster gesellschaftlicher Situationen und politischer Settings. Und darin die Betrachtung der universalen Erfahrungen der Menschen in der Sexarbeit. Immer geht es um Solidarität und Hilfe im Sinne einer Selbstermächtigung, um Vernetzung und ein Lernen voneinander.

Evaluativ mag man das Buch auch auf einer persönlichen Ebene der Autorin bezeichnen. Was hat Bestand? Sie macht vieles transparent, was sie zu der gemacht hat, die sie ist. Ihren Durchgang durch Initiativen und Organisationen, ihr Alleinsein und ihre Heimat im Internationalen. Und vielleicht ist dieses Wiederanknüpfen an das öffentliche Schreiben auch eine Folge von der Erfahrung, dass sich andere IT-Projekte wie „Candytech“ mit seinem Peer-2-Peer-Ansatz nicht verwirklichen ließen.

Längst sind wir alle der unüberbrückbaren gesellschaftlichen Grabenkämpfe müde. Wer gespannt darauf war, wie die Verfasserin sich mit Alice Schwarzer oder Leni Breymaier schlägt, wird im Buch nicht viel dazu finden. Darf ich die Autorin in einem intersektionalen, Sex-positiven Ansatz ohne Verklärungen verorten? Vielleicht genügt das schon.

Innerhalb der Sexwork-Community sind die jeweiligen Positionierungen wahrscheinlich empfindlicher. Man fragt sich bei der Autorin schon, wie sie es schafft, derart offensiv und empathisch von den Risiken, den Gefahren und dem Leiden in der Sexarbeit zu reden ohne jeden Impuls zu haben, wie ihn Emma, Sisters etc. haben. Die Empathie ist mit großer Nüchternheit verbunden. Dazu verzichtet die Autorin weitgehend auf psychologisierende Deutungen. Sie bleibt bei der Soziologie. Sexarbeit ist ein Geschäft zum Lebensunterhalt, keine Romantik. Es geht nicht um die Frage nach dem richtigen oder guten Leben, sondern um die akzeptierte implizite Vernünftigkeit der Lebenslinien und um die Selbstermächtigung und Handlungsfreiheit der diversen Individuen in der Sexarbeit.

Deshalb spielen die Kund:innen („Freier“) in dem Buch auch kaum eine Rolle. Sie sind einfach die Geschäftspartner:innen, von denen aber auch psychisch und physisch Gefahren ausgehen. Zum Thema werden die Freier, wenn es strukturelle Zusammenhänge gibt zwischen den Bedingungen für Sexarbeit und den Verhaltensweisen der meist männlichen Kunden. Viel Aufmerksamkeit widmet die Autorin hier der Unterschiedlichkeit der Sparten Bordell, Wohnung, Club, Straße, Escort, ohne diese je zu werten oder gegenseitig auszuspielen. (Ein Bonmot zum Schmunzeln: Einmal werden die Clubs ohne weiteren Kommentar als „Paradies für Männer“ bezeichnet. Kann man da etwas Ironie der Autorin heraushören?)

Das Buch macht etliche Vorschläge, was strukturell und pragmatisch getan werden muss, wobei die Stichworte „Entkriminalisierung“, „Legalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ sehr klar sind. Interessant ist der übergreifende Blick, der im Buchtitel anklingt – Sexwork muss noch viel intensiver als bisher unter den Bedingungen von Internet und Digitalisierung verstanden werden. Exemplarisch seien dafür die Überlegungen der Autorin zum Problemfeld „Anonymität-Diskretion-Sicherheit“ für beide Seiten, Anbieter:innen und Kund:innen, genannt. Es würde nicht verwundern, wenn gerade hierzu sich Diskussionen in den Foren entwickelten. Andere Themen scheinen auf der utopischen Ebene zu verharren. Der „Puff der Zukunft“ als genossenschaftliches Modell fand bislang weltweit nur in Ausnahmen eine Verwirklichung. Bis dahin bleibt viel niederschwellig-pragmatische Arbeit wie die Installierung von Sexboxen beim Straßenstrich, was an den Arbeits- und Sicherheitsbedingungen aber schon viel ändern würde.

Das Buch ist ein Angebot, das politische Terrain der Sexarbeit zu begehen, ohne sich in ideologischen Kämpfen zu verlieren. Es ist wissenschaftlich nicht überfrachtet, aber gedanklich fundiert und erfahrungsgesättigt. Man wünscht ihm, dass es in die Handbibliothek aufgenommen wird für alle Referent:innen, Politiker:innen und Vertreter:innen von Runden Tischen, Initiativen und Organisationen, die mit Sexwork lösungsorientiert befasst sind.

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Am 23.5.2021 um 13:16 schrieb lust4fun:

 „Sexwork 3.0“ - mit Spannung erwartet, mit Interesse gelesen und sehr überzeugend gefunden: Eine geordnete, konzentrierte denkerische Kraft. Nach vorne gerichtet, anpackend, lösungsorientiert. Klarheit darüber, worum es geht und worum es nicht geht.

 

Wer die Autorin über die Jahre schon als eine der spannendsten Stimmen auf dem Radar hatte, ist nicht überrascht. Sie knüpft mit ihrem Buch an ihre umfangreichen Texte an, die 2012 im Vorfeld des deutschen Gesetzgebungsverfahrens für das Prostituiertenschutzgesetz auf ihrem Blog („nuttenrepublik.com“) entstanden sind. Verändert hat sich vielleicht der atemberaubende Furor von damals („Ich klage an“), nicht aber der Blickwinkel und die Überzeugung.

 

Geblieben ist der analytische, evaluative Zugang. Was tut not in der Sexarbeit? Was hilft? Was hilft nicht? Und warum? Das Verstehen der Abhängigkeiten und Zusammenhänge. Der internationale Vergleich unterschiedlichster gesellschaftlicher Situationen und politischer Settings. Und darin die Betrachtung der universalen Erfahrungen der Menschen in der Sexarbeit. Immer geht es um Solidarität und Hilfe im Sinne einer Selbstermächtigung, um Vernetzung und ein Lernen voneinander.

 

Evaluativ mag man das Buch auch auf einer persönlichen Ebene der Autorin bezeichnen. Was hat Bestand? Sie macht vieles transparent, was sie zu der gemacht hat, die sie ist. Ihren Durchgang durch Initiativen und Organisationen, ihr Alleinsein und ihre Heimat im Internationalen. Und vielleicht ist dieses Wiederanknüpfen an das öffentliche Schreiben auch eine Folge von der Erfahrung, dass sich andere IT-Projekte wie „Candytech“ mit seinem Peer-2-Peer-Ansatz nicht verwirklichen ließen.

 

Längst sind wir alle der unüberbrückbaren gesellschaftlichen Grabenkämpfe müde. Wer gespannt darauf war, wie die Verfasserin sich mit Alice Schwarzer oder Leni Breymaier schlägt, wird im Buch nicht viel dazu finden. Darf ich die Autorin in einem intersektionalen, Sex-positiven Ansatz ohne Verklärungen verorten? Vielleicht genügt das schon.

Innerhalb der Sexwork-Community sind die jeweiligen Positionierungen wahrscheinlich empfindlicher. Man fragt sich bei der Autorin schon, wie sie es schafft, derart offensiv und empathisch von den Risiken, den Gefahren und dem Leiden in der Sexarbeit zu reden ohne jeden Impuls zu haben, wie ihn Emma, Sisters etc. haben. Die Empathie ist mit großer Nüchternheit verbunden. Dazu verzichtet die Autorin weitgehend auf psychologisierende Deutungen. Sie bleibt bei der Soziologie. Sexarbeit ist ein Geschäft zum Lebensunterhalt, keine Romantik. Es geht nicht um die Frage nach dem richtigen oder guten Leben, sondern um die akzeptierte implizite Vernünftigkeit der Lebenslinien und um die Selbstermächtigung und Handlungsfreiheit der diversen Individuen in der Sexarbeit.

Deshalb spielen die Kund:innen („Freier“) in dem Buch auch kaum eine Rolle. Sie sind einfach die Geschäftspartner:innen, von denen aber auch psychisch und physisch Gefahren ausgehen. Zum Thema werden die Freier, wenn es strukturelle Zusammenhänge gibt zwischen den Bedingungen für Sexarbeit und den Verhaltensweisen der meist männlichen Kunden. Viel Aufmerksamkeit widmet die Autorin hier der Unterschiedlichkeit der Sparten Bordell, Wohnung, Club, Straße, Escort, ohne diese je zu werten oder gegenseitig auszuspielen. (Ein Bonmot zum Schmunzeln: Einmal werden die Clubs ohne weiteren Kommentar als „Paradies für Männer“ bezeichnet. Kann man da etwas Ironie der Autorin heraushören?)

 

Das Buch macht etliche Vorschläge, was strukturell und pragmatisch getan werden muss, wobei die Stichworte „Entkriminalisierung“, „Legalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ sehr klar sind. Interessant ist der übergreifende Blick, der im Buchtitel anklingt – Sexwork muss noch viel intensiver als bisher unter den Bedingungen von Internet und Digitalisierung verstanden werden. Exemplarisch seien dafür die Überlegungen der Autorin zum Problemfeld „Anonymität-Diskretion-Sicherheit“ für beide Seiten, Anbieter:innen und Kund:innen, genannt. Es würde nicht verwundern, wenn gerade hierzu sich Diskussionen in den Foren entwickelten. Andere Themen scheinen auf der utopischen Ebene zu verharren. Der „Puff der Zukunft“ als genossenschaftliches Modell fand bislang weltweit nur in Ausnahmen eine Verwirklichung. Bis dahin bleibt viel niederschwellig-pragmatische Arbeit wie die Installierung von Sexboxen beim Straßenstrich, was an den Arbeits- und Sicherheitsbedingungen aber schon viel ändern würde.

 

Das Buch ist ein Angebot, das politische Terrain der Sexarbeit zu begehen, ohne sich in ideologischen Kämpfen zu verlieren. Es ist wissenschaftlich nicht überfrachtet, aber gedanklich fundiert und erfahrungsgesättigt. Man wünscht ihm, dass es in die Handbibliothek aufgenommen wird für alle Referent:innen, Politiker:innen und Vertreter:innen von Runden Tischen, Initiativen und Organisationen, die mit Sexwork lösungsorientiert befasst sind.

 

Wow, was für ein toller Beitrag, Rezension! Kannste den bei BOD oder Amazon reinhauen?

Ja ich hab versucht nüchtern sachlich zu bleiben. Das Paradies war auch ein kleiner ironischer Seitenhieb auf das Paradise in Stuttgart, was sich schlussendlich nicht als Paradies für Sexworker entpuppt hat.

 

Gestern abend gab es ein Zoom Gespräch mit zwei CDU Bundestagsabgeordneten zum Thema Sexkaufverbot. Da war ich dabei. Ab Minute 59:45


https://www.facebook.com/MBiadacz/videos/540382517124222

 

Am 24.5.2021 um 19:59 schrieb Wulf:

Ich sehe das ein wenig anders. Das Buch enthält ganz sicher einige gute Denkansätze für eine Prostitution 3.0. So wie z.B. die Verbesserung des Opferschutzes. Und da rennt die Autorin bei der Politik offene Türen ein; jedenfalls bei der CDU/CSU Fraktion. In deren Positionspapier ist aufgeführt:

„Aussteigerinnen aus der Zwangsprostitution sollen ggf. in Zeuginnenschutzprogramme inklusive der Prüfung eines Aufenthaltstitels aufgenommen werden. Aussagen gegen kriminelle Bandenstrukturen im Rotlichtmilieu dürfen nicht aus Angst unterbleiben.“

Aus meiner Sicht ist es allerdings realitäts- und politikfremd, wenn die Autorin nach wie vor fordert: „ProstSchG abschaffen“! Das ist meiner Meinung nach sogar kontraproduktiv im Hinblick auf eine Verbesserung der Situation von Sexarbeiterinnen und den zukünftigen Umgang mit der Prostitution hier in D. Wer diese Forderung erhebt, bereitet den Prostitutionsgegnern den Weg zum Nordischen Modell. Die werden argumentieren, dass sich Prostitution augenscheinlich nicht regeln lässt.

Ich kann die Forderung „ProstSchG abschaffen“ erst recht nicht nachvollziehen, kommt doch die Autorin gemäss eigener Berechnungen indirekt zum Ergebnis, dass rund 80% aller Sexarbeiterinnen das ProstSchG angenommen und sich angemeldet haben!

Das ProstSchG ist ganz sicher nicht der Weisheit letzter Schluss und es ist ja auch eine Evaluierung im Gesetz vorgesehen. Die CDU/CSU Fraktion hat bereits jetzt nach Vorlage des Zwischenberichtes ein Positionspapier mit Verbesserungen im ProstSchG vorgelegt; von anderen Parteien hört man da leider (noch) nichts….Ich habe hier im Forum bereits vor 2 Jahren einen Thread mit dem Titel „Verbesserungen zum ProstSchG“ gestartet: https://www.mc-escort.de/topic/29534-verbesserungen-im-prostschg/?tab=comments#comment-464676 . Leider kam da ausser meinen eigenen Vorschlägen so gar nichts von den Protagonisten…  

Ich hab das hier im Forum mal vor Jahren ausbuchstabiert, weshalb das Prostituiertenschutzgesetz für mich wenig Sinn macht, und möchte das nicht erneut wiederholen.

Was die Zahlen betrifft: ich hab ja Werbeanzeigen in verschiedenen Werbeportalen durchgezählt, u.a. bei Kaufmich alle inaktiven Profile, Doppelprofile (Escort/Domina u.ä.) und Mehrfachprofile weitgehend berücksichtigt, auch Doppelwerbung, da die meisten Damen auf mehreren Plattformen gleichzeitig werben. 
 

Was die Bordelle betrifft: hier hab ich die Belegschaft in knapp 2.200 Betrieben gezählt und komme auf etwa 20.000 Sexworker, nicht 40.000, die vor Corona auch registriert waren. 
 

Ich hab mal in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaftgearbeitet und bin, was Zählungen betrifft, sehr akribisch. Aufgrund meiner Quellenlage, die ich mehrfach geprüft habe, komme ich auf 50.000 Sexarbeitende in Deutschland zu einem gemessenen Zeitpunkt X. Diese Zahl ist gewissermaßen nur ein Orientierungsrahmen. Aufgrund der extrem hohen Fluktuation in der Szene ist es alles ein sehr dynamischer Prozess.

 

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