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Berufsethik spielt in unterschiedlichen Branchen eine Rolle. Im Escortservice auch? Angeregt durch Sentas Thema Escort im Ehebett möchte ich hier die dort schon angerissene Diskussion gerne weiterführen.

 

Braucht es eine Berufsethik für Escortdamen, die ihnen gewisse Richtlinien / Vorschläge / Hilfestellungen bzgl. ethischer Grundsatzfragen mit an die Hand gibt? Falls ja, was könnten weitere Themen sein, die benannt würden? Woran würden sich diverse Richtlinien orientieren und wie weit dürfen diese gehen (s. Petra Dirkes)?

 

Vorschläge von meiner Seite aus wären eben das von Senta erstellte Thema (Sex im Ehebett des Kunden) oder auch: Sex mit Kondom, Ausübung der Tätigkeit ausschließlich bei körperlicher Gesundheit (keine ansteckenden Krankheiten), Diskretion, ... ?

 

Hier die bisherigen Beiträge aus dem anderen Thread:

 

Die Frage von Senta ist berechtigt und beschäftigte auch mich zu meiner aktiven Zeit. Ich handhabte es ähnlich, wie von vielen hier beschrieben. Zu Beginn der Tätigkeit steuerte ich noch naiv dahin, wohin mich der Kunde haben wollte - man will ja kundenfreundlich sein. Erst ein wenig später, als ich mich traute erste Ansprüche zu stellen, legte ich auch Dinge dieser Art fest und besuchte verheiratete / gebundene Kunden nicht in den gemeinsam mit der Partnerin bewohnten Räumlichkeiten.

 

Der Berufsstand der Prostituierten wird ja besonders oft mit negativen Eigenschaften belegt, u.a. mit schweren Vorwürfen gegen die allgemeinen Moralvorstellungen, deren sich die gewerblichen Damen oft erwehren müssen.

 

Doch auch hier geht es um eine mehr oder weniger moralische, ethische Angelegenheit, so dass ich mir die Frage stelle,

 

  1. ob es gerade für den Bereich Escortservice nicht eine neue Berufsethik braucht, die Themen dieser Art anspricht.
     
  2. wie weit evtl. diese neue Berufsethik gehen sollte. (s. auch Petra Dirkes)

 

Ich kann nicht mehr. Werde gerade bewusstlos vor Lachen: Escort und Berufsethik

 

Wenn Berufsethik in einem Beruf wichtig ist dann da, ganz ohne Flachs

 

Wir beide sind ja selten einer Meinung, aber sorry: mir geht das zu weit. Ein Escort sollte sicher eigene persönliche Regeln haben, aber der Vorschlag von Escortcoach hier in Gruppenarbeit einen Leitfaden zu erarbeiten (und jetzt bitte nicht tausend Einträge, das war ja alles nicht so gemeint) ist doch wohl der unendliche Schwachsinn.

 

Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis..das ist doch überall so..:lach: aber im Ernst: bei jedem Beruf der sich nah am Menschen befindet ist berufliches Ethos überaus wichtig

 

Ethik ist auch unabhängig von einem Beruf eine durchaus feine Sache. Und warum "Escorts" keine Ethik haben sollten, sowohl beruflich als auch privat, das erschließt sich mir nur dann, wenn man annähme, Anbieter von P6 wären generell eine "ethikfreie Zone" (Nutzer dann konsequenterweise auch???).

 

Und das stimmt definitiv nicht! Für beide Seiten.

 

P.S.: Hilfe, Alf, bleib mir jetzt bloss mit "Moral" weg :lach:, einer der am meisten als Machtinstrument missbrauchten Begriffe.

 

---------- Beiträge zusammengefügt um 17:15 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 17:06 Uhr ----------

 

Dann möchte ich direkt mal auf Jakob antworten.

 

Ethik ist sehr eng mit dem Begriff der Moral verknüpft. Wie gelingt es, hier zu trennen und trotzdem einer gewissen Ethik gerecht zu werden?

Edited by Vanessa

Warum Männer 2000 € für eine Nacht bezahlen. Der Escort Coach von Vanessa Eden. Egoistin Verlag, 352 Seiten, 14,99 €

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Schwieriges Unterfangen :lach:

 

1) "Ethik" muss man/frau sich leisten können, in Strenge ist es ein Luxusgut, wenn auch ein feines. In unserer Wohlstandsgesellschaft kann sich zum Glück nahezu jeder dies leisten.

 

2) Wer sich Ethik leisten kann, wird einer eigenen persönlichen Ethik auch in aller Regel im Beruflichen folgen. Erfahrungsgemäß variiert dies von Person zu Person ganz erheblich.

 

3) Starre "Regeln" können einfach nicht sinnvollerweise aufgestellt werden (außer vielleicht "Du sollst nicht klauen" etc., aber über solche ethischen "Essentials" redest Du ja wohl nicht).

 

Last but not least:

 

Wer darf wem und aus welchen Gründen "Vorschriften" dazu machen, was ethisch oder unethisch ist?

  • Thanks 3
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Ich finde die Idee generell gut. Nur muss ich anmerken, dass bei allem was schief gehen kann (klar es gibt immer Spezialfälle, Ausnahmen, etc) gehören bei diesem Geschäft immer zwei Personen dazu: Käufer und Verkäufer.

Klar sollten die Damen gewissen Regeln befolgen, sprich: Safer-Sex, Diskretion, auf ihre Gesundheit achten... Aber das bringt auch nur etwas wenn die Käuferseite sich genauso moralisch korrekt verhält - was leider oft genug nicht der Fall ist.

Deshalb prophezeie ich einfach mal, dass die beste Berufsethik nichts hilft, wenn die Käufer sich unethisch verhalten.

  • Thanks 4
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Die Begriffe Moral und Ethik werden auch in der philosophischen Diskussion in vielerlei Bedeutung gebraucht. Worum es hier wohl geht, ist eine angewandte Ethik der Prostitution, deren Ziel es sein müsste, bestimmte Normen und Werte für das Handeln in diesem Bereich aufzustellen. Und dies sollte selbstverständlich nicht nur die Anbieterinnen, sondern auch die Nachfrager von Paysex umfassen.

 

@jakob: Was willst Du mit der Aussage "Ethik muss man sich leisten können / Ethik ist ein Luxusgut" sagen? Dass ökonomische Probleme es rechtfertigen, z.B. Kunden zu betrügen, trotz STDs ungeschützen GV zu haben etc.? Das kann es doch wohl nicht sein. Mit dem gleichen Argument könnte der Vorstand eines Unternehmens sagen, Wirtschaftsethik sei ja gut und schön, müsse in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aber dispensiert werden.

Edited by Philebos
  • Thanks 4

Oversexed and underfucked.

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OK Ethik/Moral

 

Mit dem Begriff "Moral" habe ich das Problem, dass dabei eine sich für besser haltende Personengruppe Anderen Vorschriften macht, wie sie zu leben hätten (z.B. christliche Morallehre). Das ist schlichtweg ein Unterdrückungsinstrument.

 

Oder wohlklingender: Moral ist normativ, also bewertend. Eine Person mit einem "Moralkorsett" bewertet eine andere Person negativ, wenn diese andere Person nicht diesem Korsett genügt.

 

Ethik in dem von mir verstandenen Sinne ist dagegen descriptiv, und folglich das, was jeder von uns tatsächlich tut und wie er sich tatsächlich verhält.

 

Da kommt dann auch gleich der wesentliche Unterschied heraus, Moral ist nicht selten sehr scheinheilig, weil die mit der (descriptiven) Ethik derselben Person sehr oft nicht kongruent ist. Zu deutsch "geschwollen reden, aber sich wie ein ********* verhalten". Das ist jemand mit Moral aber ohne Ethik :zwinker:

 

P.S.: Mal gucken, ob die Forensoftware "Riesen*********" auch zensiert :lach:

Edited by nolensvolens
  • Thanks 2
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OK, ich habs vielleicht falsch ausgedrückt, klingt so, als ob Du Dich in diesem Bereich wissenschaftlich besser auskennst (was kein Kunststück ist, ich habe mich mit Philosophie eher wenig beschäftigt), aber Du zitierst ja "Was soll ICH tun". Im Gegensatz zu "Was sollen Andere tun". Das ist m.E. nicht dasselbe.

 

In welchen verschiedenen Begrifflichkeiten finde ich diesen wesentlichen Unterschied wieder?

  • Thanks 2
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OK, ich habs vielleicht falsch ausgedrückt, klingt so, als ob Du Dich in diesem Bereich wissenschaftlich besser auskennst (was kein Kunststück ist, ich habe mich mit Philosophie eher wenig beschäftigt), aber Du zitierst ja "Was soll ICH tun". Im Gegensatz zu "Was sollen Andere tun". Das ist m.E. nicht dasselbe.

 

In welchen verschiedenen Begrifflichkeiten finde ich diesen wesentlichen Unterschied wieder?

 

Der Anspruch der Ethik ist natürlich, für alle Menschen gültige Normen aufzustellen und nicht nur für je ein Individuum gültige. Die Frage "Was soll ich tun?" ist also im Sinne von "Was soll ein (jedes) vernunftbegabtes Lebewesen tun?" zu verstehen.

 

Im konkreten Anwendungsfall: Es geht nicht darum, was Du, Jakob, bei der Buchung eines Escorts tun oder lassen sollst, sondern was jeder Bucher tun und lassen soll. Z.B. die Dame nicht um ihr Honorar betrügen, sie nicht unter Druck setzen, AO zu machen usw.

 

P.S. Es gibt allerdings auch philosophische Positionen, die die Möglichkeit allgemeingültiger Normen abstreiten. Man könnte z.B. einen extremen Egoismus vertreten, nach dem ich allein mir meine Normen setze.

Edited by Philebos
  • Thanks 2

Oversexed and underfucked.

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Und warum darf mir das jemand sagen? Womöglich vorschreiben? Warum darf ich nicht etwas Abweichendes tun, wenn ich persönlich das für ethisch halte?

 

(Schmierfett unter den Fingernägeln im Date wäre m.E. nicht "unethisch", es schadet niemandem, könnte von Anderen aber als "unethisch" gesehen werden, nicht pikobello und strahlend wie ein geputzter Dreckeimer an Weihnachten in einem Date aufzuschlagen :zwinker::lach:)

  • Thanks 1
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Und warum darf mir das jemand sagen? Womöglich vorschreiben? Warum darf ich nicht etwas Abweichendes tun, wenn ich persönlich das für ethisch halte?

 

Da bist nun mitten in einer höchst philosophischen Frage, deren Diskussion selbst die Grenzen des MC-Forums sprengen würde :lach:

  • Thanks 1

Oversexed and underfucked.

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Ich muss gestehen, auch ich habe mich mit "Ethik" und "Moral" noch nicht wirklich wissenschaftlich auseinandergesetzt.

 

Aus meinem Laienverständnis heraus ist für mich der Begriff Moral stark wertend und dadurch auch negativ besetzt. Wie Jakob bereits schrieb, sehr aus religiösen / machtorientierten Interessen geleitet.

 

Unter Ethik verstehe ich Verhalten, das in erster Linie dem Gemeinwohl dient und der Begriff selbst ist für mich auch positiver (warum, weiss ich nicht).

 

Moral ist (für mich) diktierend - Ethik ist (für mich) aus Überzeugung, dadurch freiwillig.

  • Thanks 1

Warum Männer 2000 € für eine Nacht bezahlen. Der Escort Coach von Vanessa Eden. Egoistin Verlag, 352 Seiten, 14,99 €

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Ziel dieses Threads soll wahrscheinlich keine philosophische Diskussion über die Begründbarkeit ethischer Normen sein, sondern die Frage, ob es für den Bereich des Paysex sinnvoll wäre, bestimmte Handlungsnormen oder meinetwegen auch -empfehlungen für die daran Beteiligten auszuarbeiten. In anderen Bereichen der angewandten Ethik wie Wirtschaftsethik, Bioethik oder Medizinethik geschieht dies in der Regel durch einen breiten Diskurs, in den man alle Beteiligten einbezieht, um zu einem gesellschaftlichen Konsens über diese Normen zu gelangen.

  • Thanks 3

Oversexed and underfucked.

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Haltet euch bei den Definitionen lieber an das, was Philebos geschrieben hat. Der Mann, weiß was er schreibt. Wenn jeder seine persönlichen Definitionen von Ethik oder Moral verwendet, redet jeder am anderen vorbei

  • Thanks 5

Aber vielleicht ist dies der stärkste Zauber des Lebens: es liegt ein golddurchwirkter Schleier von schönen Möglichkeiten über ihm, verheißend, widerstrebend, schamhaft, spöttisch, mitleidig, verführerisch. Ja, das Leben ist ein Weib! - F. N.

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Und warum darf mir das jemand sagen? Womöglich vorschreiben? Warum darf ich nicht etwas Abweichendes tun, wenn ich persönlich das für ethisch halte?

 

(Schmierfett unter den Fingernägeln im Date wäre m.E. nicht "unethisch", es schadet niemandem, könnte von Anderen aber als "unethisch" gesehen werden, nicht pikobello und strahlend wie ein geputzter Dreckeimer an Weihnachten in einem Date aufzuschlagen :zwinker::lach:)

 

Was nicht gegen ein geschriebenes Gesetz verstößt, schreibt dir auch niemand anderes vor, oder? Also nicht in der Ethik, in der Moral vielleicht.

 

Die Berufsethik ist (für mich) eben die freiwillige Überzeugung anderen Menschen mit der Ausübung dieses Berufes nicht (bewusst) zu schaden und sich gewissen Dingen einfach im Klaren zu sein.

 

Ein weiterer ethischer Grundsatz im Escortservice wäre für mich der, dass die Anbieterin, aber auch der Kunde Gefühle des jeweils anderen nicht für seinen Vorteil missbraucht.

 

 

Hier mal die Genfer Deklaration des Weltärztebundes (Genfer Gelöbnis), ursprünglich aus dem [ame=http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates]Eid des Hippokrates[/ame]. "In Deutschland werden weder der Eid noch das Genfer Gelöbnis nach der Approbation verpflichtend abgeleistet, werden jedoch in insbesondere medizinethischen Diskussionen als ethische Richtlinie beziehungsweise Ehrenkodex argumentativ angeführt." [ame=http://de.wikipedia.org/wiki/Eid_des_Hippokrates]Quelle: Wikipedia [/ame]

 

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich:

mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.

Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen.

Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

Ich werde alle mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren.

Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten.

Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein.

Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.

Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.

Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre.

 

---------- Beiträge zusammengefügt um 18:39 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 18:36 Uhr ----------

 

Der Unterschied zur Moral ist hier eher der, dass Moral auf eine bestimmte bestehende Sammlung von Normen rekurriert, während die philosophische Ethik die Frage stellt, welche dieser Normen die richtigen sind. Oder, in der Metaethik, die Frage nach der Grundlage moralischer Urteile stellt.

 

Das heißt, konkret müsste man nun herausfinden, welche der Normen die Richtigen sind? Und wer bestimmt nun, welche die Richtigen sind?

Warum Männer 2000 € für eine Nacht bezahlen. Der Escort Coach von Vanessa Eden. Egoistin Verlag, 352 Seiten, 14,99 €

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Haltet euch bei den Definitionen lieber an das, was Philebos geschrieben hat. Der Mann, weiß was er schreibt. Wenn jeder seine persönlichen Definitionen von Ethik oder Moral verwendet, redet jeder am anderen vorbei

 

Kommen wir also zur Praxis: Vor noch nicht all zu langer Zeit gehörte es zum Berufsethos einer Hure, dass ein Kunde nicht auf den Mund geküsst wird. Ein Beispiel für den Wandel.

  • Thanks 2
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Das heißt, konkret müsste man nun herausfinden, welche der Normen die Richtigen sind? Und wer bestimmt nun, welche die Richtigen sind?

 

 

Sehr vereinfacht gesagt gibt es grundsätzlich Richtungen, die ethische Normen als Ausfluss einer göttlichen Kraft sehen, andere sehen es so, dass die Normen in einem Diskurs entstehen.

 

Dann kann man noch Gesinnungsethik von Verantwortungsethik trennen. Die Gesinnungsethik rückt die ethische Haltung in den Vordergrund und trennt sie von den Folgen. Die Verantwortungsethik stellt die Folgen der Handlung in den Vordergrund.

 

Ein hartes Beispiel von Gesinnungsethik wird in der Erzählung "Mateo Falcone" von Mérimée thematisiert

 

[ame]http://de.wikipedia.org/wiki/Mateo_Falcone[/ame]

 

---------- Beiträge zusammengefügt um 18:55 Uhr ---------- Vorheriger Beitrag war um 18:53 Uhr ----------

 

Kommen wir also zur Praxis: Vor noch nicht all zu langer Zeit gehörte es zum Berufsethos einer Hure, dass ein Kunde nicht auf den Mund geküsst wird. Ein Beispiel für den Wandel.

 

und nun?........

  • Thanks 5

Aber vielleicht ist dies der stärkste Zauber des Lebens: es liegt ein golddurchwirkter Schleier von schönen Möglichkeiten über ihm, verheißend, widerstrebend, schamhaft, spöttisch, mitleidig, verführerisch. Ja, das Leben ist ein Weib! - F. N.

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Hab keine Lust so viel zu schreiben und fasse mich kurz:

 

 

Die Doppelmoral ist das beste Indiz dafür, daß schon die Moral überflüssig ist.

© Erhard Blanck

 

 

:fingers:

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Unter Ethik verstehe ich Verhalten, das in erster Linie dem Gemeinwohl dient und der Begriff selbst ist für mich auch positiver (warum, weiss ich nicht).

 

Um ein Beispiel für eine sehr einflußreiche ethische Position zu nennen, das auch für Nicht-Philosophen gut nachvollziehbar ist: der Utilitarismus bewertet diejenigen Handlungen (oder Handlungsregeln) als richtig, deren Folgen den größtmöglichen Nutzen für die größtmögliche Zahl von Menschen bewirken. (Wobei man natürlich noch näher definieren muss, was man unter Nutzen verstehen will, z.B. Glück, Lust, Reichtum, Gesundheit usw.) In einer klassischen Formulierung von Bentham: „It is the greatest happiness of the greatest number that is the measure of right and wrong." Auch hier gibt es dann wieder weitere Differenzierungen, z.B. nach Handlungsutiltarismus und Regelutilitarismus. Aber das Prinzip dürfte klar sein.

 

Dann meinte ich mit meinem Gemeinwohl dient, wohl das, was in der Fachsprache Utilitarismus heißt. Vielen Dank Philebos, für deine anschaulichen Beispiele. Und das trifft in etwa das, was ich mir unter einer Berufsethik für Escorts vorstelle. Da ich der tiefen Überzeugung bin, dass die Prostitution einen sehr hohen Nutzen für die Gesellschaft hat, wenn gewisse Ethiken eingehalten werden, könnte man diese auch (vorsichtig) formulieren.

 

Abgesehen davon, dass das Eindringen in fremde Räumlichkeiten juristisch einem Hausfriedensbruch (der Ehefrau) gleich kommt, wie von Babu bereits erwähnt, verletzt es zudem auch noch Gefühle (mehr als eh schon) und ist der Sache an sich ja nicht dienlich, bzw. es spräche (außer Geld zu sparen) eigentlich nichts dagegen, in ein Hotel zu gehen.

 

Im Sinne des Gemeinwohls handeln ist anschaulich und für jeden soweit verständlich, wenn man sich dem Begriff der Berufsethik so nähern möchte, oder?

 

So schließt sich auch unter diesem Punkt Sex ohne Kondom aus oder das Spielen mit Gefühlen von Kunden / Anbieterinnen zum eigenen Nutzen. Ebenso Indiskretionen (von beiden Seiten) oder unwahre Angaben zu Service, Aussehen, etc, fielen unter diesen Aspekt.

Warum Männer 2000 € für eine Nacht bezahlen. Der Escort Coach von Vanessa Eden. Egoistin Verlag, 352 Seiten, 14,99 €

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Anderes Beispiel: Wenn ein Mann seine Frau anlügt, indem er seine Paysex-Abenteuer leugnet, könnte er trotzdem richtig handeln, weil durch die Lüge weniger Schaden (Unglück) bewirkt wird als durch die Wahrheit (was man bestreiten könnte, aber zumindest steht diese Argumentationslinie offen).

 

Ich habe gerade in einem anderen Thread die Frage gestellt, ob das Buchen von Teeny-Escorts (also Sex mit Escorts von 18-20 J.) ethisch korrekt ist. Vordergründig tut man dem jungen Ding einen Gefallen, da man ihm Geld gibt (Glück).

 

Aber besteht nicht die Verantwortung, so ein junges Ding vor sich selbst zu bewahren und es nicht zu buchen, da man bei einem ungefestigtem Charakter und einer Verobjektivierung der Frau zum Objekt großen psychischen Schaden anrichten kann (Unglück)? Vor allem werden sehr junge Frauen meines Erachtens dazu verleitet, ihre Berufsausbildung nicht abzuschließen, da man dann sehr jung schon sehr viel verdient und das Lernen eventuell nicht mehr für erforderlich hält.

 

Leider fühlt sich zur Beantwortung dieser Frage keiner berufen, wobei ich auch eine gewisse Zivilcourage und das Eintreten für Andere (die evtl. nicht wissen, was sie tun) für ethisch erforderlich halte.

Edited by Vera
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Ich habe gerade in einem anderen Thread die Frage gestellt, ob das Buchen von Teeny-Escorts (also Sex mit Escorts von 18-20 J.) ethisch korrekt ist. Vordergründig tut man dem jungen Ding einen Gefallen, da man ihm Geld gibt (Glück).

 

Aber besteht nicht die Verantwortung, so ein junges Ding vor sich selbst zu bewahren und es nicht zu buchen, da man bei einem ungefestigtem Charakter und einer Verobjektivierung der Frau zum Objekt großen psychischen Schaden anrichten kann (Unglück)? Vor allem werden sehr junge Frauen meines Erachtens dazu verleitet, ihre Berufsausbildung nicht abzuschließen, da man dann sehr jung schon sehr viel verdient und das Lernen eventuell nicht mehr für erforderlich hält.

 

Leider fühlt sich zur Beantwortung dieser Frage keiner berufen, wobei ich auch eine gewisse Zivilcourage und das Eintreten für Andere (die evtl. nicht wissen, was sie tun) für ethisch erforderlich halte.

 

 

Ich denke, so pauschal kann man es nicht sagen. Ich bin der Überzeugung, dass es auch Escortdamen in jüngerem Alter gibt, die sehr genau wissen, was sie tun und ihr Honorar sinnvoll zu verwenden wissen - gerade für ihre Berufsausbildung.

  • Thanks 3

Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche, wie eine Frau von einem Mann: Respekt.

 

Clint Eastwood

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Ich habe gerade in einem anderen Thread die Frage gestellt, ob das Buchen von Teeny-Escorts (also Sex mit Escorts von 18-20 J.) ethisch korrekt ist. Vordergründig tut man dem jungen Ding einen Gefallen, da man ihm Geld gibt.

 

Aber besteht nicht die Verantwortung, so ein junges Ding vor sich selbst zu bewahren und es nicht zu buchen, da man bei einem ungefestigtem Charakter und einer Verobjektivierung der Frau zum Objekt großen psychischen Schaden anrichten kann? Vor allem werden sehr junge Frauen meines Erachtens dazu verleitet, ihre Berufsausbildung nicht abzuschließen, da man dann sehr jung schon sehr viel verdient und das Lernen eventuell nicht mehr für erforderlich hält.

 

Leider fühlt sich zur Beantwortung dieser Frage keiner berufen, wobei ich auch eine gewisse Zivilcourage und das Eintreten für Andere (die evtl. nicht wissen, was sie tun) für ethisch erforderlich halte.

 

Ich kenne das Problem und die daraus resultierende Verantwortung aus Agentursicht. Die meisten Agenturen vermitteln keine Frauen unter 21Jhr. nicht nur aus der unklaren gesetzlichen Sicht heraus. (Zuführung Heranwachsender im Schutzalter U21 zur Prostitution).

Sicher kann man die nötige Reife nicht nur am Geburtsdatum festmachen, denn es gibt durchaus jüngere Frauen, die darin selbst viel älteren Frauen überlegen sind. Ohne intensive Gespräche über alle Für und Wider sollte man überhaupt keine Frau vermitteln.(Meine Sicht) Immer eine Einzelfallentscheidung.

Die Frau muss nicht nur klar erkennen, dass Escort eine Profession ist und man auch seine Seele durch gewisse Distanz schützen muss um keinen Schaden zu erleiden. Ohne eine gewisse freie genussvolle Einstellung zur Sexualität, nur um Geld, viel Geld schnell zu verdienen ist der Frau, egal welchen Alters abzuraten.

 

Im Bereich der Bucher gibt es sicher eine grosse Gruppe von Männern die Mitverantwortung tragen, aber die Mehrheit vögelt alles was für Geld zu kriegen ist, Hauptsache jung und gerade noch im legalen Bereich.

  • Thanks 6
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Ich denke, so pauschal kann man es nicht sagen. Ich bin der Überzeugung, dass es auch Escortdamen in jüngerem Alter gibt, die sehr genau wissen, was sie tun und ihr Honorar sinnvoll zu verwenden wissen - gerade für ihre Berufsausbildung.

 

Ich glaube, dass Du Dir da was einredest. Mit 19 kann man das nicht so leicht händeln... viele wohnen noch bei den Eltern oder sind gerade mit der Schule fertig und eigentlich noch Kind und suchen sich in den seltensten Fällen freiwillig 30 Jahre ältere Männer aus (ich rede nicht von den Fällen, in denen wahre Sympathie herrscht und kein Geld fließt, das gibt es natürlich, ich finde ältere Männern auch anziehend - aber such sie mir dann auch aus). Die Reife kommt erst im Alter und auch erst dann kann man Intimitäten meines Erachtens aufgrund der größeren Erfahrung mit völlig Fremden auch richtig genießen.

 

@Alf und Newcomer: ich freu mich, dass Ihr auf meine Frage antwortet. Ich dachte schon, dass ist den Männern hier egal. Aber so ist mein Weltbild wieder etwas mehr zurecht gerückt :streicheln:

Edited by Vera
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Schwieriges Unterfangen :lach:

 

1) "Ethik" muss man/frau sich leisten können, in Strenge ist es ein Luxusgut, wenn auch ein feines. In unserer Wohlstandsgesellschaft kann sich zum Glück nahezu jeder dies leisten.

 

Leisten kann oder auch leisten will. Wenn ich daran denke, wie viele Diagnosen ich gerade von Zahnärzten als Privatpatientin erhalten habe, dann hat das mit dem Genfer Gelöbnis

Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

recht wenig zu tun. Da ging es nicht um meine Gesundheit, sondern ums knallharte Abrechnen oder Ausprobieren diverser neuer Technologien. (Laser, etc.)

 

Im Bereich Escortservice sehe ich es ähnlich. Wenn man also das Buchen im Ehebett ethisch anzweifeln würde (da es die Privatsphäre / Unverletzlichkeit der Wohnung eines dritten Dritten betrifft), könnten sich das wohl auch nur die Escorts "leisten", die gerade nicht auf das Geld angewiesen sind und aus eigener Überzeugung Treffen dieser Art lieber ablehnen. Insofern besteht in der Tat ein Zusammenhang zwischen Ethik und diese sich leisten zu können.

 

Aber gerade deshalb ist es meiner Meinung nach erstrebenswert eine Berufsethik zu formulieren, auch um den Frauen eine gewisse Sicherheit zu geben, wenn sie sich gegen bestimmte Dinge aussprechen, die nicht gesetzlich festgeschrieben sind.

Edited by Vanessa

Warum Männer 2000 € für eine Nacht bezahlen. Der Escort Coach von Vanessa Eden. Egoistin Verlag, 352 Seiten, 14,99 €

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Aber gerade deshalb ist es meiner Meinung nach erstrebenswert eine Berufsethik zu formulieren, auch um den Frauen eine gewisse Sicherheit zu geben, wenn sie sich gegen bestimmte Dinge aussprechen.

 

Dann gib doch mal praxisnahe Beispiele.... mir fällt da z.B. ein: ich mache wahre Angaben bzgl meiner Eckdaten..... angesichts der entsprechenden Diskussionen bei den Berichten...für mich zumindest Teil meiner "Berufsethik", in diesen Punkten ehrlich zu sein...

  • Thanks 1

Geist ist geil!

 

Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen

Casanova

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